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  Entenchroniken 17: Der schurkische Schattendieb
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Für die neueste Ausgabe unserer »Entenchroniken« haben wir fünf Kinder unserer Mitarbeiter einen Disney-Comic lesen lassen, in dem ein Bösewicht vorkommt, der offenbar nur viermal überhaupt als Antagonist eingesetzt wurde und schon seit einem Vierteljahrhundert komplett gestrichen wurde, so dass keiner unserer jungen Leser ihn kennen konnte.

Der schurkische Schattendieb

Der Comic, von dem hier die Rede sein soll, wurde am 8. und 15. Mai des Jahres 1983 in zwei Teilen im italienischen »Topolino«-Magazin veröffentlicht. Die erzählte Geschichte wurde von Giulio Chierchini ersonnen, für die zeichnerische Umsetzung war Giulio Chierchini zuständig. Das Original der dreireihigen und 51 Seiten langen Story trug den Titel »Topolino e il diabolico dottor Talos«, was zu Deutsch »Micky Maus und der diabolische Doktor Talos« hieß. Hierzulande wurde sie als »Der schurkische Schattendieb« im 140. Lustigen Taschenbuch herausgegeben, das am 21. November 1989 veröffentlicht wurde und mit »Der ewige Zweite« betitelt war. Bei der Disney-Comic-Plattform I.N.D.U.C.K.S. zählt sie zu den am schlechtesten bewerteten Geschichten und rangiert dort augenblicklich gerade einmal auf Rang 30.177.

Worum geht es?

Bei dem oben erwähnten Bösewicht handelt es sich um einen Wissenschaftler, der »Doktor Maleficus« heißt. Als eine zweite Geschichte mit seiner Beteiligung anno 1991 ins Deutsche übersetzt wurde, nannten die Comicmacher ihn dann »Doktor Mabuso«. Bei ihm handelt es sich um einen kriminellen Erfinder, der aus nicht näher spezifizierten Gründen vom Bürgermeister sowie von Kommissar Hunter und Inspektor Issel aus Entenhausen verjagt wurde und dessen Erfindungen zerstört wurden. Er haust nun mit seinem Assistenten Dödel in einer alten Burgruine am »Schwarzsee«, über den schaurige Geschichten erzählt werden. Ausgerechnet zu diesem See fahren Micky und Goofy, um zu angeln. Maleficus nutzt daraufhin eine neue Erfindung, mit der er die Schatten der beiden stehlen kann, woraufhin sie ihm als willenlose Sklaven zur Verfügung stehen. Das gleiche macht er mit den Schatten von Hunter und Issel. Anschließend lässt er das schwarze Quartett eine Bank überfallen, und natürlich halten fortan alle Micky, Goofy, Hunter und Issel für die Täter.

Spoiler

Während Issel, Hunter und Goofy verhaftet werden, boxt Micky einem Polizisten ins Gemächt und stiehlt einen Polizeiwagen, um mit diesem zu fliehen. Anschließend möchte er einen Beweis erbringen, dass er und seine Freunde unschuldig sind. Just in diesem Moment bemerkt er, dass er keinen Schatten mehr hat, und er bringt dies auch sogleich mit seinem Besuch am Schwarzsee in Verbindung. Per Anhalter reist er zu dem See, wo er heimlich Maleficus, Dödel und die Schattenarmee beobachtet. Da er für den Moment noch nichts tun kann, begibt er sich zunächst zu Minnie und erzählt ihr alles. Während er bei ihr darüber nachsinnt, wie man Maleficus das Handwerk legen könnte, saugt diese Staub, wodurch ihm die Idee kommt, den Staubsauger zum See mitzunehmen und die Schatten einzusaugen. Als er sich Maleficus wenig später zu erkennen gibt, hetzt dieser prompt die Schatten auf ihn, und Micky saugt sie ein. Anschließend schleicht er in die Burg und nutzt die Maschine selbst, um den Schatten von Maleficus in seine Gewalt zu bringen. Mit dessen Hilfe kann er den bösen Wissenschaftler unschädlich machen und zur Polizei bringen, wodurch die Unschuld seiner Freunde bewiesen ist. Abschließend zündet er mit einer Fernsteuerung eine Sprengladung, die er an der Schattenmaschine angebracht hat, wodurch er, Goofy, Issel und Hunter ihre Schatten sofort zurückbekommen.

Die Einschätzung

Die Story rund um die entführten Schatten, die zum Überfall auf eine Bank eingesetzt werden, ist zwar gehörig abgedreht, aber sie ist definitiv mal etwas Neues, das man ansonsten nicht in einem durchschnittlichen Micky-Maus-Ermittlercomic zu lesen bekommt. Zwischenzeitlich gibt es jedoch einige sehr absonderliche Momente, was in der Attacke von Micky auf den Polizisten und den Diebstahl des Polizeiwagens gipfelt ... auch wenn es gute Gründe gab, sich nicht einfach verhaften zu lassen, ist dies eigentlich ein Verhalten, das überhaupt nicht zur üblichen Charakterzeichnung des Mäuserichs passt. Andere Charakterdarstellungen sind hingegen wunderbar und amüsant, etwa in dem Moment, in dem sich der völlig unfähige Issel selbst als »Bluthund« einschätzt, der »stets gefürchtet« wird, und auch der rund um Goofy gestrickte Schlussgag weiß zu überzeugen. Im Gegensatz zu den Abstimmenden bei I.N.D.U.C.K.S waren unsere jungen Leser - teilweise - gnädig, auch wenn die Einschätzungen weit auseinandergingen. Zwei unserer Testleser bewerteten den »schurkischen Schattendieb« mit der Schulnote Zwei, und jeweils einmal waren die Schulnoten Drei bis Fünf vertreten. Dies ergab summa summarum die Durchschnittsnote 3,2. Wir »Älteren« hätten die Story tendenziell etwas positiver eingeschätzt, was jedoch auch damit zu tun haben könnte, dass viele von uns nostalgische Erinnerungen mit dem 140. Lustigen Taschenbuch verbinden, das in der Zeit des Mauerfalls veröffentlicht wurde und für mehrere von uns die erste Begegnung mit Disney-Comics überhaupt darstellte.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz