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  Die Entenanalyse: Zwang und Zwietracht
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Zwei Wochen sind verstrichen, seitdem das 550. Lustige Taschenbuch mit dem Titel »Reise zur Erdmitte« erschienen ist, und wir lassen es seitdem von fünf Mitarbeitern lesen. Zuletzt hatten wir hier den Comic Der Antiglückszauber thematisiert, in dem Gustav Gans - mal wieder - sein sprichwörtliches Glück vorübergehend einbüßte. Ein paar nette neue Ideen wurden in die altbekannte Storyline eingeflochten, mehr als eine mittelmäßige Geschichte kam aber trotzdem dabei nicht rum. Ihr schätzt den Comic bis dato deutlich besser ein als wir: Während wir im Schnitt die Schulnote 3,8 vergeben haben, ist der Durchschnitt eurer Abstimmung bisher die Note 3,19. Im Lustigen Taschenbuch folgte ein nichtssagender Franz-Gans-Einseiter, den wir aufgrund seiner Kürze hier nicht näher besprechen. Stattdessen soll es an dieser Stelle mit Gitta Gans weitergehen.

Zwang und Zwietracht

Vor anderthalb Jahren wurde der 26 Seiten lange Dreireiher erstmals im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht. Geschrieben wurde er von Roberto Gagnor, die Zeichnungen steuerte Vitale Mangiatordi bei. Der ursprüngliche Titel des guten Stücks lautete »Brigittik e la pergamena della persuosione«, was man mit »Die Hüterin der Herzen und das Pergament der Überzeugung« übersetzen kann. Der Titel ist im Deutschen so viel länger, da das Superheldinnen-Alter-Ego von Gitta Gans im Italienischen mit »Brigittik« einen »richtigen« Eigennamen bekommen hat, während ihre Rolle als Heldin der Liebe im Deutchen nur umschrieben wird.

Worum geht es?

Gundel Gaukeley überfällt während eines Schneesturms eine Gebirgsfestung und raubt dort eine Schriftrolle, auf der Informationen stehen, mit deren Hilfe sich Personen beeinflussen lassen. Warum eine Hexe, die Menschen nach Belieben in bärtige Hasen verwandeln kann, ein solches Artefakt überhaupt benötigt, wird nicht erklärt. Dagobert Ducks Geheimdienst bekommt mit, was sich zugetragen hat, und so wird der reichste Erpel der Welt in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

Spoiler

Da Phantomias nicht zur Verfügung schlägt, lässt sich Dagobert von seiner Stalkerin Gitta Gans davon überzeugen, ihr eine Superheldin an die Seite zu stellen. Sollte ihm diese erfolgreich gegen Gundel helfen, muss sich Dagobert zum Dank für die Vermittlung auf ein Date mit Gitta einlassen. Die Superheldin erscheint mitten in der Nacht: Es ist die Hüterin der Herzen, das Superhelden-Alter-Ego von Gitta Gans höchstselbst. Gemeinsam besuchen die beiden den Bahnhof, den Flughafen und den Hafen der Stadt, um nach Gundel zu suchen. Nach einigen falschen Verdächtigungen stoßen sie tatsächlich auf die Hexe, können aber vor Ort nichts ausrichten. Nun zeigt sich auch die Macht der Schriftrolle: Darauf sind Binsenweisheiten notiert, deren Banalität so hypnotisch auf die Zuhörer ist, dass sich diese Gundel sofort unterwerfen. Primus von Quack empfiehlt Dagobert und der Hüterin der Herzen, sich von jemandem helfen zu lassen, dessen eigene Banalitäten ein passendes Gegengewicht sein könnten. Die Wahl trifft auf den Ganoven Zwietracht, den die Hütern eins hinter schwedische Gardinen gebracht hatte. Gundel raubt Dagoberts Glückszehner und reist zurück zum Vesuv, Zwietracht hängt ihr jedoch wie eine Klette an den Fersen. Als er so zudringlich wird, dass sie das Geldstück aus den Händen gleiten lässt, ist die Hüterin der Herzen zur Stelle und schnappt den Zehner. Gezwungenermaßen muss Dagobert daher kurz darauf mit Gitta ausgehen. Zwietracht bleibt derweilen bei Gundel am Vesuv zurück und muss dort für deren magische Experimente als Versuchskaninchen (bzw. als Versuchsfrosch) herhalten.

Die Einschätzung

Die Hüterin der Herzen (die anfangs noch Romantische Rächerin hieß) gab es nun schon seit über fünf Jahren nicht mehr im Lustigen Taschenbuch zu erleben, wenn wir nichts übersehen haben sollten. Immerhin: Die Pseudo-Superheldin hebt sich von den anderen Zweitidentitäten der Entenhausener Einwohner sowohl storytechnisch und von ihrem Auftreten ganz gut ab. Inhaltlich ist »Zwang und Zwietracht« etwas konfus und sprunghaft, die Einführung von Zwietracht (dem Charakter) in die Storyline erfolgt für diejenigen, die das Lustige Taschenbuch 483 (auf das nicht explizit verwiesen wird) nicht gelesen haben oder sich nicht mehr daran erinnern können, vermutlich rätselhaft plötzlich. Wenn man mal von dem Aspekt absieht, dass Gitta Gans als penetrante Stalkerin im richtigen Leben eigentlich ein Fall für die Strafverfolgung wäre und es immer etwas Fragwürdiges hat, wenn sie mit ihren Methoden zu kleinen Teilerfolgen kommt, ist der Comic aber eigentlich ganz nett. Einfach allein schon deshalb, weil er eine gelungene Mischung zwischen dem Überdrehten und dem Absurden (in dem Fall der Wirkung sprachlicher Stanzen) darstellt, und weil ein paar Gags ganz ordentlich funktionieren. So gut, dass man die Story unbedingt gelesen haben muss, ist »Zwang und Zwietracht« dann aber auch wieder nicht. Am Ende entschieden sich vier Mitarbeiter unserer Seite für die Note Drei, während sich der Letzte im Bunde für eine Vier entschied. Damit bewerteten wir den Comic im Schnitt mit der Note 3,2.


Wie fandet ihr "Zwang und Zwietracht"?
1
 
 132 (33,5%)
Schulnote 6
2
 
 76 (19,3%)
Schulnote 2
3
 
 65 (16,5%)
Schulnote 5
4
 
 61 (15,5%)
Schulnote 3
5
 
 40 (10,2%)
Schulnote 1
6
 
 20 (5,1%)
Schulnote 4
An der Umfrage haben 394 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz