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  Die Entenanalyse: Zeitreisen ist relativ
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Vor knapp zwei Wochen ist mit »Das Zeitportal« das 558. Lustige Taschenbuch erschienen, und wir lassen es seitdem von fünf Testlesern durchschmökern. Nach zwei Auftaktgeschichten, über die man besser den Mantel des Schweigens hüllen sollte, wurden die Niveauzügel mit der neuesten übersetzten Episode aus der Legende des ersten Phantomias kräftig angezogen. »Der Dieb und der Milliardär« gefiel uns gut, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Ihr seit ähnlich zufrieden wie wir: Während bei uns die Schulnote 2,2 heraussprang, liegt der Schnitt eurer Abstimmung derzeit bei 2,10. Mit der zweiten Zeitreisestory dieses Bandes geht es nun weiter.

Zeitreisen ist relativ

Wie schon der vorausgegangene Comic, so hat auch diese Geschichte rund sechs Jahre auf dem Buckel. Am 4. Oktober des Jahres 2016 wurde sie im italienischen Magazin »Topolino« unter dem Titel »Topolino e l’esperimento del dottor Pi« (Micky Maus und das Experiment des Doktor Pi) abgedruckt. Für den Dreißigseiter zeichnet sich Francesco Artibani verantwortlich, den zeichnerischen Part steuerte Alessandro Perina bei.

Worum geht es?

Die Professoren Zapotek und Marlin stellen fest, dass Albert Einstein plötzlich von einem Foto aus dem Jahre 1927 verschwunden ist, das in Brüssel geschossen wurde. Es handelt sich um ein Foto, das es tatsächlich gibt, nämlich um dieses von der damaligen Solvay-Konferenz für Physik. So viel kann man schon mal schreiben: Das Foto wurde auf sehr gelungene Weise ins Disney-Universum übertragen. Mit ihrer Zeitmaschine schicken die Professoren Micky und Goofy zurück ins Jahr 1927, um herauszubekommen, was dort geschehen ist.

Spoiler

Nachdem Goofy und Micky zunächst verschiedenen anderen Wissenschaftlern begegnen und dem Leser verdeutlichen, um wen es sich handelt und was die Frauen und Männer geleistet haben, entdecken sie Einstein. Dieser soll für einen Fotografen - scheinbar einen Fan - posieren. Er wird jedoch der nicht fotografiert, sondern in den Apparat hineingesogen. Der vermummte »Fotograf« flüchtet und springt durch ein Portal. Ehe es sich schließen kann, folgen ihm Micky und Goofy. Der Unbekannte entpuppt sich als Gammas bärtiges Ebenbild Omikron, man ist durch das Portal also in die Zukunft (genauer gesagt ins Jahr 2447) gereist. Omikron will an Einsteins Wissen gelangen und saugt diesem dazu mit einem »Zerebralkopierer« die Erinnerungen ab. Omikron ist fortan ein Stück gebildeter, kann die neuen Informationen jedoch nicht anwenden, da ihm die von Einstein gemachten Erlebnisse fehlen. Durch einen Geistesblitz Einsteins gelingt es Micky und Goofy, Omikron in einem frei fallenden Fahrstuhl zu überwältigen und ihm die Fernbedienung abzunehmen, mit der sie in ihre Zeit zurückkehren können. Es gelingt auf diese Weise, sowohl Einstein als auch Omikron zu Zapotek und Marlin zu bringen. Als sie dort ankommen, öffnet sich ein zweites Portal. Gamma und zwei Polizisten entsteigen diesem und verhaften Omikron. Einstein wird ins Jahr 1927 zurückgebracht, setzt sich zu den anderen Wissenschaftlern, um für das berühmte Foto zu posieren, und alles ist wieder im Lot.

Die Einschätzung

Dass ein Bösewicht den Namen »Omikron« trägt, hat aus der heutigen Corona-geplagten Sicht natürlich prophetische Züge. ;) Seinen ersten Auftritt in einem Lustigen Taschenbuch, nämlich in der Story Der Herr der Düsternis in der Nummer 537 (damals noch mit »Pi« als zusätzlichem Bestandteil des Namens), empfanden wir damals als ziemlich mager, dieser hier macht deutlich mehr her. Interessanterweise erschien das italienische Original drei Jahre vor dem »Herrn der Düsternis«, das hier zustandegekommene Wiedersehen von Micky, Goofy und Omikron muss damals also eigentlich ihre erste Begegnung gewesen sein. Interessant, dass man aus den gleichen Bildern beim Übersetzen eine komplett andere Situation konstruieren konnte. Leider haben wir das Original nicht vorliegen, so dass wir uns nicht anschauen können, wie das Ganze damals aussah. Die nun abgedruckte Story ist nicht übermäßig spannend, aber durchaus unterhaltsam, und sie hat auch einen anständigen Bildungsanspruch. Dabei sind wir uns nicht ganz sicher, wie viel davon hängenbleibt, denn das Dauerfeuer an historischen Figuren und physikalischen Erläuterungen könnte - insbesondere bei jungen Lesern - womöglich für mehr Fragezeichen als für Aha-Momente sorgen. Man muss den Details aber auch gar nicht folgen können, um Spaß an der Geschichte zu haben. Mit der Episode aus der Legende über den ersten Phantomias kann »Zeitreisen ist relativ« nicht mithalten, aber es war letztlich doch ein ganz ordentlicher Beitrag, insbesondere wenn man bedenkt, dass das Zeitreise-Thema in Disney-Comics normalerweise eigentlich ziemlich auserzählt ist. Von zwei Testlesern unserer Webseite gab es am Ende die Note Zwei, vom Rest jeweils eine Drei, so dass wir hier im Schnitt bei einer 2,6 landeten.


Wie fandet ihr "Zeitreisen ist relativ"?
1
 
 160 (40,8%)
Schulnote 3
2
 
 74 (18,9%)
Schulnote 4
3
 
 52 (13,3%)
Schulnote 5
4
 
 48 (12,2%)
Schulnote 1
5
 
 35 (8,9%)
Schulnote 6
6
 
 23 (5,9%)
Schulnote 2
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz