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  Die Entenanalyse: Zank und Zoff
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Vor einigen Wochen analysierten wir an dieser Stelle die Comics, die im 539. Lustigen Taschenbuch abgedruckt worden waren. Dieses trug den Titel »Zurück am Tatort Entenhausen« und erwies sich - sehr vorsichtig formuliert - nicht gerade als die beste Ausgabe aller Zeiten. Kein einziger darin veröffentlichter Comic wusste uns übermäßig gut zu gefallen, und ein paar der Geschichten waren regelrechte Debakel. Eine Übersicht unserer damaligen Analysen findet ihr an dieser Stelle. Seit dem 8. Dezember gibt es nun einen neuen Band. Dieser trägt den Titel »Zank & Zoff«, und die Titelgeschichte haben wir dieser Tage gelesen.

Zank und Zoff

Hierbei handelt es sich um einen Comic, der eigentlich schon etwas mehr als sechs Jahre alt ist: Er wurde am 23. September des Jahres 2014 in zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Teilen im italienischen Magazin »Topolino« abgedruckt. Im Lustigen Taschenbuch schob man zwischen die beiden Parts noch einen Gundel-Gaukeley-Einseiter namens »Perfekt abgeschmeckt«, den wir aufgrund seiner Kürze nicht näher analysieren werden und über den ohnehin besser der Mantel des Schweigens gehüllt werden sollte. Der Originaltitel des 43 Seiten langen Dreireihers lautete »Zio Paperone e l'enciclopedia eccessiva«, was zu Deutsch »Onkel Dagobert und die riesige Enzyklopädie« bedeutet. Hierzulande wurde den beiden Teilen mit »Die Jagd nach dem Buch der Bücher« und »Dem Wissen auf der Spur« jeweils ein Untertitel gegeben, im Original gab es keine separate Benennung. Ersonnen wurde der Comic im Übrigen von Alessandro Sisti, für die Zeichnungen war Paolo Mottura zuständig.

Worum geht es?

Ein von Dagobert Duck produziertes Lexikon verkauft sich nicht mehr, da alle Welt einfach im Internet nachschaut, wenn eine Information benötigt wird. Dagobert geht hingegen davon aus, dass es nur das richtige Verkaufsgeschick bräuchte, um die Bücher trotzdem an den Mann zu bekommen, und er wettet mit seinen Vertretern, dass er selbst es nach wie vor schaffen würde, die Enzyklopädie an den Mann zu bringen. Der Erpel, dem er das Lexikon verkaufen soll, erweist sich dummerweise als Primus von Quack, und dieser besitzt bereits alle möglichen Lexika (und hat viele davon selbst geschrieben). Ihm fehlt nur noch eines: die »Universelle Enzyklopädie«, eine archäologische Legende, die angeblich alles Wissen der Welt enthalten soll. Dagobert lässt sich davon anstacheln und begibt sich mit Primus auf die Suche nach dem Werk.

Spoiler

Die Suche nach dem Lexikon wird zu einem Wettstreit, bei dem auch Klaas Klever mit von der Partie ist, der gelauscht hatte, als Primus Dagobert von der Enzyklopädie berichtet hatte. Auch Klever hat einen Wissenschaftler an seiner Seite: Omberto Oco - eine Hommage am den inzwischen verstorbenen Wissenschaftler und Autor Umberto Eco -, der aber eigentlich mit Primus hinter dem Rücken der beiden Milliardäre gemeinsame Sache macht und telefonisch mit ihm in Kontakt steht. Den beiden Professoren geht es (ganz im Gegensatz zu Dagobert und Klaas Klever) gar nicht darum, mit dem Wissen aus der Universellen Enzyklopädie Geld zu verdienen, sondern einzig und allein um den wissenschaftlichen Wert des Ganzen. Es kommt zu einer Jagd in der Luft, einer teils motorisiert, teils mit Kamelbetrieb durchgeführten Jagd durch die Wüste, und man stößt auf Wüstenräuber und Touristenabzocker. In einer Karawanserei steigen die Milliardäre und die Wissenschaftler durch einen Brunnen in die Tiefe, um den erwähnten Wüstenräubern zu entkommen. Dort stoßen sie auf die Enzyklopädie, die eigentlich eher eine riesige Bibliothek ist. Der Mann, der bis dahin so getan hatte, als sei er ein Fremdenführer, entpuppt sich als Mitglied eines Ordens zum Schutze der Enzyklopädie. Die Bücher selbst sind für die Milliardäre wertlos, denn sie geben keine klaren Antworten auf ihre Fragen, sondern sie geben schlicht und ergreifend alle potenziellen Antworten auf alle Fragen, unabhängig davon, ob sie richtig oder falsch sind. Dagobert und Klaas Klever haben also nichts von der Entdeckung, die beiden Professoren sind hingegen im siebten Himmel.

Die Einschätzung

Für eine Webseite, die sich mit Literatur beschäftigt, ist es immer ganz nett, wenn es in einem Disney-Comic um Bücher geht. In dem Fall spielten die eigentlichen Bücher natürlich nur eine Nebenrolle, denn Kern des Ganzen war die geschilderte Schatzsuche. Duck-Comics, in denen nach Schätzen gesucht wird, zählen allerdings auch häufig zu den besseren Storys. Dieser hier war vielleicht nicht der allerbeste Schatzsuche-Comic aller Zeiten, nach dem schwachen 539. Lustigen Taschenbuch waren wir jedoch ganz froh, mal wieder eine halbwegs anständige Geschichte lesen zu können. Wenn man nach einem Haar in der Suppe suchen will, dann könnte man anmerken, dass Dagobert Duck schon sehr betriebsblind dargestellt wurde, dass er nicht merkte, dass Primus von Quack und Omberto Oco auf der gleichen Seite standen, und die eigentliche Bibliothek erweist sich nicht unbedingt als das am besten in Szene gesetzte Fundstück aller Zeiten. Da bei einer solchen Schatzsuche- und Wettlauf-Geschichte der Weg das Ziel ist, waren wir trotzdem durchaus ganz zufrieden. Eine Mitarbeiterin entschied sich, dem Comic die Schulnote Zwei zu geben, der Rest entschied sich für eine Drei. So landeten wir hier am Ende beim Durchschnittswert 2,8.


Wie fandet ihr "Zank und Zoff"?
1
 
 162 (35,4%)
Schulnote 2
2
 
 124 (27,1%)
Schulnote 3
3
 
 60 (13,1%)
Schulnote 4
4
 
 47 (10,3%)
Schulnote 5
5
 
 36 (7,9%)
Schulnote 1
6
 
 29 (6,3%)
Schulnote 6
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Autorentags: Umberto Eco
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz