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  Die Entenanalyse: Winter ade ...
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Das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 502 war sehr gut gestartet und hatte die hohe Qualität lange gehalten, ab der vierten (längeren) Geschichte wurde es dann langsam schwächer. Der Supergoof-Comic »Eiskalt serviert«, den wir an dieser Stelle für euch thematisiert haben, war die bis dahin schlechteste Geschichte des Buchs. Ein Comic war noch übrig, und auch diesen haben nun fünf Mitarbeiter unserer Seite, die dafür eigentlich viel zu alt sind, durchgeschmökert.

Winter ade ...

Ausnahmsweise handelt es sich bei »Winter ade ...« nicht um eine Geschichte aus dem italienischen Magazin »Topolino«. Vielmehr stammt der Comic aus Dänemark und war zuvor noch nicht an anderer Stelle veröffentlicht worden. Der 35 Seiten lange Dreireiher wurde von Carol und Pat McGreal ersonnen, für die zeichnerische Umsetzung war anschließend Massimo Fecchi zuständig. Der Titel lautete »Hvor blev vinteren af?«, was man auf Deutsch mit »Wann endete der Winter?« übersetzen könnte. Hierzulande erschien die Geschichte (zeitgleich zu diversen anderssprachigen Ausgaben) im 502. Lustigen Taschenbuch, das den Namen »Gefahr auf hoher See« trägt und seit dem 2. Januar 2018 zu bekommen ist.

Worum geht es?

In Entenhausen genießt man den Winter und unternimmt allerhand schöne Dinge außerhalb der eigenen vier Wände. Anders sieht es auf dem Planeten Brbr aus: Dort ist der Winter verschwunden, und die Bewohner gehen auf die Barrikaden. Deswegen überzeugt der zwielichtige Berater des ortsansässigen Königs, eine Weltraumarmada auszusenden, zu einem Winterplaneten zu reisen und dort den Winter zu »stehlen«. Die Wahl fällt auf die Erde, und so tauchen unzählige Raumschiffe über Entenhausen auf. Der Winter wird von diesen kurzerhand »abgesaugt«, und Entenhausen wird in einem trostlosen und heißen Zustand zurückgelassen.

Spoiler

Nach einer wilden Stadtratssitzung entscheidet der Bürgermeister, dass Daniel Düsentrieb mit einer Rakete nach Brbr aufbrechen soll, und Dagobert fungiert als Leiter der Expedition. Nach einem wilden Ritt durch ein Wurmloch landen Düsentrieb und die Ducks auf dem Planeten und werden dort dem König vorgeführt. Bei dieser Gelegenheit schaut sich Düsentrieb die Technik an, die von den Aliens genutzt wurde, um den Winter abzusaugen. Er erkennt, dass sich diese auch nutzen lassen könnte, um Brbr in eine entferntere Umlaufbahn zur dortigen Sonne zu katapultieren und damit für niedrigere Temperaturen zu sorgen. Der einzige mögliche Versuch schlägt fehl, da der böse Berater des Königs eingreift. Er wird daraufhin entmachtet. Brbr rast nun allerdings auf die Sonne zu. Kurzerhand hat Düsentrieb eine weitere Idee: Es gibt in unmittelbarer Nähe drei Eisplaneten, die sich ebenfalls als Quelle für Treibstoff eignen, um Brbr in eine neue Position zu lenken. Auf den drei Planeten begegnen die Ducks riesigen Eiswürmern, skurrilen gehörnten Ungeheuern und schmeichlerischen Sirenen, doch sie schaffen es trotzdem, genügend Treibstoff zu besorgen. Brbr wird in eine neue Bahn geschossen, und Entenhausen bekommt seinen Winter zurück, so dass am Ende alle zufrieden sein können. Oder anders ausgedrückt: Alle bis auf Donald, der sich sowohl vom König von Brbr als auch von Entenhausens Bürgermeister einschläfernd langweilige Jubelreden anhören muss.

Die Einschätzung

Science-Fiction- bzw. Weltraum-Comics aus dem Hause Disney sind eine Sache für sich: Es ist nachvollziehbar, dass viele davon verfasst werden, da sich junge Leser für die Thematik natürlich leicht begeistern lassen, die Qualität lässt jedoch meist zu wünschen übrig. So gab es beispielsweise im 501. Lustigen Taschenbuch eine wirklich katastrophale Weltraum-Geschichte namens »Die Ultra-Umwandlungswellen«, die wir hier für euch analysiert (und verrissen) haben. Leider muss man sagen, dass »Winter ade ...« in die gleiche Kategorie fällt.

Aller anderen Kritik voran muss man auf die große logische Lücke hinweisen: Warum genau stehlen die Bewohner des Planeten Brbr den Winter ausgerechnet von der Erde, wenn sie in ihrem eigenen System gleich drei winterliche Nachbarplaneten haben, die problemlos »angezapft« werden können? Das ist wenig sinnreich. Und natürlich ist das »Absaugen« des Winters ohnehin ein ganz schön großer Nonsens. Auch innerhalb der Story gibt es Segmente, bei denen man einfach nur mit der Stirn runzeln kann, etwa in dem Moment, in dem der Bürgermeister die Frage stellt, wie ausgerechnet ein Wissenschaftler wie Düsentrieb bei dem Wetterproblem helfen können soll. Nun ... wenn nicht ein Wissenschaftler, wer dann? Gundel Gaukeley?

So kam es, wie es bei Science-Fiction-Geschichten im Lustigen Taschenbuch oft geschieht: Es wurde zu abgedreht und konfus, und witzig war es auch nicht. Deshalb war diese Geschichte in einem über lange Zeit ziemlich guten Lustigen Taschenbuch leider die schlechteste. Eine unserer Mitarbeiterinnen gab der Story die Note Vier, drei gaben ihr eine Fünf, und einer eine Sechs, was summa summarum die Schulnote 5,0 ergab. Es ist wirklich sehr schade, dass das Buch mit fortschreitender Seitenzahl so abbaute.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz