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  Die Entenanalyse: Wie im falschen Film
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Am 23. April ist das neueste Lustige Taschenbuch erschienen, nämlich die Nummer 519 mit dem Titel »Die Bestie von Duckenburgh«. Wir lassen es von einem Quintett an Mitarbeitern unserer Seite lesen und haben mit der Titelgeschichte begonnen, die sich als durchaus ganz ordentlich herausgestellt hat, wenngleich sie thematisch nicht ganz neu gewesen ist. Unsere Meinung könnt ihr an dieser Stelle nachlesen. Weiter ging es mit einem Donald-Duck-Comic.

Wie im falschen Film

Die Geschichte ist vergleichsweise jung, denn sie hat noch nicht einmal ein Jahr auf dem Buckel. Sie wurde am 23. Mai des vergangenen Jahres im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht und hat einen Umfang von fünfzehn Seiten. Geschrieben wurde sie von Alessio Coppola, der auch die Zeichnungen selbst angefertigt hat. Der Originaltitel lautete »Paperino e l’equivoco inserzionistico«, was man mit »Donald Duck und die falsch verstandene Anzeige« übersetzen kann.

Worum geht es?

Donald Duck hat die Nase vom Münzenpolieren bei Onkel Dagobert voll, und so hat er einen Termin für ein Bewerbungsgespräch ausgemacht. Dieses findet in der »Villa Zeitlupe« statt. Donald tritt in das Gebäude ein, findet aber nicht das vor, das er erwartet.

Spoiler

Der erste Raum ist leer, dahinter ist das Gebäude schon wieder zu Ende. Dort angekommen, fällt eine Kiste auf Donald herab und erschlägt ihn beinahe. Anschließend wird er von einem Flugzeug gejagt. Er springt in einen Gulli und landet in der Kanalisation, wo er von einem Hai attackiert wird. Ein selbst fahrende Auto rettet ihn, fährt jedoch über eine kaputte Brücke und schnellt daraufhin durch die Luft. Donald rettet sich mit einem Fallschirm und bleibt an einem Wolkenkratzer hängen. Unten angekommen, wird er fast von zwei Dampfwalzen überrollt. Als nächstes entgeht er knapp der Explosion einer gewaltigen Bombe. Schlussendlich landet er in einem großen Wasserbottich. Daneben befindet sich ein Regisseur, der Donalds Weg über mehrere Monitore die ganze Zeit verfolgt hat. Es zeigt sich, dass alles inszeniert war, um den Bewerber - also Donald - darauf zu testen, ob er sich als Stuntman für den nächsten Film des Mannes eignen würde. Augenscheinlich wusste Donald also gar nicht, wofür er sich beworben hat. Nachdem er nun gecheckt hat, was Sache ist, schlägt er dem Regisseur eine Lampe über den Schädel und geht zum Geldspeicher, um wieder Münzen zu polieren. Nach dem, was er an dem Tag erlebt hat, führt er seinen ruhigen alten Job nun mit großer Begeisterung aus.

Die Einschätzung

Nun ja. Das Ganze ist letztlich eine Mischung aus den uralten Slapstick-Trickfilmchen, die Walt Disney vor vielen Jahrzehnten hat veröffentlichen lassen, und aktuellerem Itchy- und Scratchy-Humor. Leider eine Mischung, die überhaupt nicht zünden will. Dabei spielt es zum einen eine Rolle, dass die Aneinanderreihung sehr erzwungen und unstimmig wirkt. Wo verläuft zum Beispiel denn die Straße, auf der das selbst fahrende Auto fährt, dass Donald nach dem Absprung auf einem Wolkenkratzer landet - hunderte Meter ÜBER dem Gebäude? Wie soll das gehen, zumal sich Donald gerade eben noch im Abwassersystem befand? Es ergibt auch keinerlei Sinn, dass eine solch gewaltige Inszenierung einzig und allein dem Test eines Stuntmans dienen soll. Aber klar, hier ging es natürlich auch nicht um Logik, vielmehr sollte einfach nur auf möglichst übertriebene Weise auf den Schlussgag hingearbeitet werden. Dummerweise ist dieser einfach nicht witzig. Insgesamt eine Verschwendung von Seiten und von Lesezeit, der man einzig attestieren kann, dass sie ganz nett gezeichnet ist. Eine Mitarbeiterin bewertete den Comit mit der Note Vier, und jeweils zweimal wurden die Noten Fünf und Sechs vergeben. So landeten wir hier am Ende beim Durchschnittswert 5,2. Schade, dass es nach dem anständigen Auftakt in qualitativer Hinsicht gleich wieder so tief nach unten gehen musste.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz