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  Die Entenanalyse: Widersinn und Wirklichkeit
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Am Dienstag der vergangenen Woche ist ein neues Lustiges Taschenbuch erschienen. Dieses trägt den Titel »Gefahr für Micky« und die Nummer 551. Wie gewohnt, so lassen wir auch diesen Band von einer Handvoll Mitarbeiter unserer Seite lesen. Mit der Titelgeschichte haben wir gestern losgelegt, in der Micky aufgrund einer Stafette von Albträumen regelrecht schwermütig wird. Wir empfanden den Comic als mittelmäßig, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Ihr erweist euch bis dato als deutlich kritischer als wir: Während wir die Schulnote 3,4 vergeben haben, ist der bisherige Schnitt eurer Abstimmung eine 4,28. Weiter geht es mit einem Comic rund um eine Art magischer Schreibmaschine.

Widersinn und Wirklichkeit

Rund zwei Jahre ist »Widersinn und Wirklichkeit« alt: Am 6. November des Jahres 2019 wurde die Geschichte erstmals im italienischen Magazin »Topolino« abgedruckt. Damals trug sie den Titel »Paperino, Paperoga e la sfortuna creativa«, was man mit »Donald, Dussel und das kreative Unglück« übersetzen könnte. Der 24 Seiten lange Dreireiher wurde von Gabriele Mazzoleni erdacht und von Giuseppe Facciotto auf gewöhnungsbedürftige Weise zeichnerisch umgesetzt.

Worum geht es?

Dussel Duck stöbert auf einem Schrottplatz nach Dingen, die er in irgendeiner Weise gebrauchen könnte. Als er eine alte Schreibmaschine findet, entschließt er sich dazu, Autor zu werden und ein Buch zu schreiben. Dabei soll Donald (ohne dessen Wissen) sein Protagonist werden. Als Dussel beginnt, eine Geschichte zu Papier zu bringen, rasselt Donald seltsamerweise in genau diejenigen Situationen, die sich Dussel gerade ausdenkt ... und das sind für ihn keine spaßigen.

Spoiler

Anfangs sind es Kleinigkeiten, die der traurige Protagonist erleidet: Ein Reifen seines Autos platzt, ein wilder Cowboy erschreckt Donald. Rasch wird es schlimmer: Er landet mit seinem 313er in einem Marktstand, wird von wilden Tieren verfolgt, fällt in flüssigen Gips, der sich sofort versteift, und zu allem Überfluss wird er (kurzzeitig) von Außerirdischen entführt. Als Dussel seinem Vetter das Manuskript zeigt, das er geschrieben hat, erkennt dieser den Zusammenhang zu seinen Erlebnissen und wird wütend. Daniel Düsentrieb sorgt für Aufklärung: Die Schreibmaschine ist gar keine richtige Schreibmaschine, sondern ein von ihm erbauter »Realitätswandler«. Und dummerweise ist die von Dussel geschriebene Geschichte noch nicht vorbei: Es steht noch ein Metreoriteneinschlag aus, der Donalds Haus treffen soll. Tatsächlich sieht man das fliegende Ungetüm bereits am Himmel. Donald und Dussel steigen in einen von Daniel erfundenen Mini-Raumgleiter und schießen mit Lasern auf den Meteoriten, ohne etwas zu erreichen. Keiner der Schüsse bringt etwas, weswegen sich Donald entschließt, den fliegenden Brocken stattdessen zu rammen. Es gelingt, den Kurs des Meteoriten zu ändern. Nun klatscht er nicht auf Donalds Haus, sondern in Gustav Gans' Garten ... und siehe da: Im Kern des Steinbrockens steckt ein gewaltiger Diamant. Auch dieser Part stammte bereits aus der von Dussel erdachten Geschichte, weswegen Donald ihn am Ende des Comics wütend hinterherjagt.

Die Einschätzung

Wer unsere Besprechungen zu den Comics aus dem Lustigen Taschenbuch regelmäßig verfolgt, der dürfte bereits zur Genüge wissen, dass wir nicht die allergrößten Dussel-Duck-Fans sind ... bekanntermaßen werden wir nicht müde, dies zu betonen. In diesem Fall könnte man dem Comic zugute halten, dass Dussel ja eigentlich nur den Rahmen der Story darstellt und Donald Duck der eigentliche Protagonist ist. Die Verkettung von Slapstick und Missgeschicken, die Donald zustößt, hätte aber auch gut und gerne Dussel selbst durchleben können. Daher haben wir mit Donald in seiner Rolle des »Stellvertreters« ähnlich geartete Probleme wie mit Dussel, aber bei weitem nicht in dem Ausmaß. Einige Gags wissen durchaus zu funktionieren, auch wenn die Story nach und nach dann doch ein Stück zu abstrus wird. Zwei Dinge, die uns weniger gut gefallen haben, sind die Zeichnungen, die bisweilen ganz schön »dahingeschmiert« wirken, und auch Daniel Düsentriebs Rolle ist ein wenig merkwürdig ... denn wenn er wirklich einen solchen Realitätswandler bauen kann, wie er es hier getan hat, dann hätte die naheliegende Lösung für ein Genie wie ihn nicht der Einsatz eines Mini-Raumschiffs sein dürfen, sondern den Realitätswandler von Dussel zu holen und die Realität dahingehend abzuwandeln, dass es zu dem Zwischenfall mit dem Meteoriten gar nicht erst kommt. Nun ja. Wie dem auch sei: Es hätte schlimmer kommen können, aber trotzdem ist »Widersinn und Wirklichkeit« weit davon entfernt, als gute Geschichte bezeichnet werden zu können. Eine Mitarbeiterin entschied sich für die Note Drei, die Note Vier wurde dreimal vergeben, und einer unserer Mitarbeiter strafte den Comic mit einer Fünf ab. Damit landeten wir hier im Schnitt bei einer 4,0.


Wie fandet ihr "Widersinn und Wirklichkeit"?
1
 
 164 (37,8%)
Schulnote 6
2
 
 98 (22,6%)
Schulnote 5
3
 
 76 (17,5%)
Schulnote 4
4
 
 45 (10,4%)
Schulnote 3
5
 
 33 (7,6%)
Schulnote 1
6
 
 18 (4,1%)
Schulnote 2
An der Umfrage haben 434 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz