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  Die Entenanalyse: Wettrennen ins Weltall
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Seit gestern besprechen wir hier die Comics des 522. Lustigen Taschenbuchs, das am 16. Juli erschienen ist und den Titel »Sommerferien auf dem Mond« trägt. Mit zwei Science-Fiction-Storys war es losgegangen, zuletzt thematisierten wir hier den Comic »Mysterien des Mondes«, der sich als überraschend komplex und lesenswert herausstellte ... und das, obwohl wir uns nicht gerade als Fans von Disney-Ausflügen in den Weltraum bezeichnen würden. Den zugehörigen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Im Lustigen Taschenbuch folgte ein nichtssagender sechsseitiger DoppelDuck-Comic, der an der vollständigen Charismalosigkeit und Irrelevanz von Protagonist Jay-J laborierte und von uns aufgrund seiner Kürze nicht ausführlich besprochen wird. Stattdessen fahren wir hier mit einer weiteren Science-Fiction-Story fort.

Wettrennen ins Weltall

Während »Mysterien des Mondes« ein brandaktueller Comic war, dessen italienisches Original erst in der kommenden Woche fertig veröffentlicht sein wird, ist »Wettrennen ins Weltall« schon erwachsen: Vor mehr als achtzehn Jahren, nämlich am 28. Februar des Jahres 2001, wurde die Geschichte erstmals im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht. Der Titel lautete damals »Zio Paperone e la corsa alla Luna«, was man mit »Onkel Dagobert und das Wettrennen zum Mond« übersetzen kann. Geschrieben wurde das gute Stück von Rudy Salvagnini, die Zeichnungen erledigte Luciano Gatto. Insgesamt umfasst der Dreireiher 38 Seiten.

Worum geht es?

Donald bringt seinen Onkel auf eine Gewinn versprechende Idee: Da der Mond ständig am Himmel zu sehen ist, könnte man ihn als Werbefläche benutzen. Dagobert gefällt der Vorschlag, und so setzt er Daniel Düsentrieb darauf an, die technischen Voraussetzungen zu schaffen, Werbung auf den Erdtrabanten zu projizieren. Ein genialer Informatiker namens Terry Bit hat die gleiche Idee, und fortan geht es darum, wer von beiden der Schnellere ist.

Spoiler

Während es bei Terry Bit anfangs scheinbar nicht sonderlich gut läuft (was jedoch eine Fehlinformation ist, die Spion Donald eingetrichtert wird), treibt Dagobert seinen Techniker dazu an, so schnell wie möglich zu arbeiten. Dessen Rakete ist daher ein Haufen hastig zusammengeflickter Schrott, und so wird Gustav Gans als Pilot eingesetzt, damit sein Glück die technischen Probleme abfedern kann. Es nützt nichts: Kaum ist Gustav im All, zerfällt seine Rakete. Zu seinem Glück wird er von einem Lord namens Duckenstein und dessen Raumschiff aufgesammelt, der gerade vorbeifliegt. Während es bei Terry Bit zu tatsächlichen Schwierigkeiten kommt und sich sein Start immer weiter verzögert, lässt Dagobert Duck seinen Erfinder ein besseres Raumschiff konstruieren, und mit diesem fliegt Donald zum Mond und bringt die Werbevorrichtung an. Fortan dient der Erdtrabant als Werbefläche für Blubberlutsch. Der Werbeeffekt ist jedoch nicht der erhoffte: Entenhausens Einwohner sind schnell genervt von dem Anblick. Als es zu Demonstrationen kommt, verkauft Dagobert die Mondwerbung an Terry Bit. Der lässt sie abreißen und wird dadurch so beliebt, dass seine Absatzzahlen in die Höhe schießen, während Dagoberts Geschäfte den Bach runtergehen. Die Wut des reichsten Erpels der Welt richtet sich gegen Donald, da dieser die Ausgangsidee für die Mondwerbung hatte. Zu Donalds Glück landen gerade Gustav und Lord Duckenstein, so dass sich Donald mit deren Raumschiff ins All absetzen kann, um sich vor Dagobert zu verstecken.

Die Einschätzung

Das »Wettrennen ins Weltall« erwies sich als eine ziemlich merkwürdige Geschichte, die trotz ihrer Merkwürdigkeit ganz gut funktioniert. Zum einen muss man ihr attestieren, dass sie auf einer Idee aufbaut, die frisch und neu daherkommt, und auch Terry Bit wirkt wie eine Figur mit Potenzial, da er sich von den üblichen Klaas Klevers und MacMoneysacs und anderen reichen Schnöseln stark abhebt. Dummerweise wurde er in den achtzehn Jahren seit der Erstveröffentlichung des Comics nie wieder aufgegriffen. Ebensowenig Lord Duckenstein, dessen Auftritt äußerst seltsam wirkt. Natürlich brauchte es eine Deus ex Machina, um den Storyfaden rund um Gustavs misslungenen Ausflug ins All irgendwie wieder einzufangen, doch ein Kekse essender Adeliger, der grundlos durchs All schwebt und zufälligerweise gerade im richtigen Moment auftaucht, ist schon ein ziemlich bizarrer Einfall gewesen. Ansonsten kann man aber nicht viel meckern, denn die Ausgangsidee wurde auf unterhaltsame Weise ausgeschlachtet, schlüssig (wenn auch abgedreht) bis zum Ende erzählt, und sowohl die Tatsache, dass Dagobert wegen seiner Gier auf die Nase fällt, und der »Schlussgag im All« wissen zu überzeugen. Mit den »Mysterien des Mondes« kann der Comic nicht mithalten, ordentlich ist er aber allemal. Abstrus und amüsant. Am Ende vergab einer unserer Mitarbeiter die Note Zwei, während sich der Rest für eine Drei entschied, und so landeten wir hier beim Durchschnittswert 2,8.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz