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  Die Entenanalyse: Was gestern geschah
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Am 18. November 1928 feierte »Steamboat Willie«, der erste Micky-Maus-Film, seine Premiere. Daran angepasst trägt das aktuelle Lustige Taschenbuch, das man seit dem 6. November dieses Jahres bekommen kann, den Titel »90 Jahre Micky«. Mit einem Geburtstagscomic begann der Band dann auch sogleich, allerdings erwies sich dieser leider nur als eine durchschnittliche Geschichte, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Was folgte, war eine zweite Story zum gleichen Anlass, und bei dieser handelte es sich - das können wir schon vorwegnehmen - um den Höhepunkt des 513. Lustigen Taschenbuchs.

Was gestern geschah

In Italien, wo der Comic erstmals erschien, war nicht das neunzigste Jubiläum von Micky Maus der Anlass für die Veröffentlichung, sondern der 87. Geburtstag. Der Abdruck erfolgte im Magazin »Topolino« vom 24. November 2015 unter dem Titel »Tutto questo accadrà ieri«. Übersetzt bedeutet dies »All dies wird gestern passieren«. Um international flexibler weiterverwendet werden zu können, splittete man den Comic in zwei Teile auf, die im Original keine separaten Untertitel hatten, im Lustigen Taschenbuch jedoch als »Ruf aus der Vergangenheit« und »Ein vergessener Fall« bezeichnet wurden. Die insgesamt 71 Seiten lange Geschichte wurde von Andrea »Casty« Castellan ersonnen und gezeichnet.

Worum geht es?

Am 18. November 2018 spielt in Entenhausen einiges verrückt - das Wetter, die Uhren, die Einwohner. Just an diesem Tag erhält Micky von Goofy ein Smarthpone, das dieser ihm exakt an diesem Tag überreichen sollte. Ein darauf gespeichertes Video zeigt den jungen Goofy im Jahre 1928, was eigentlich völlig unmöglich ist. Goofy berichtet, er habe das Gerät damals von einem »sonderbaren Kerl« bekommen, kann sich aber nicht genauer an ihn erinnern. Auf seinem eigenen Handy erhält Micky einen Anruf von Kater Karlo, der ihn zu den Ruinen eines alten Leuchtturmes ruft, zu dem er Minnie entführt hat. Er verspricht, ihr nichts zu tun, sofern Micky den Tag einfach nur aussitzt, anstatt »seine Zeitreise« zu machen. Micky versteht nur Bahnhof, doch dann öffnet sich ein Tor im Boden, und die Professoren Zapotek und Marlin tauchen darunter auf. Direkt neben ihnen steht eine Zeitmaschine. Micky signalisiert ihnen hinter seinem Rücken, dass sie sie auf das Jahr 1928 programmieren sollen, und ehe Karlo etwas dagegen unternehmen kann, springt Micky durch die Zeit.

Spoiler

Am 18. November 1928, dem Premierentag von »Steamboat Willie«, kommt Micky an. Dort begegnet er sowohl seinem alten Ich als auch Minnie Maus. Ihnen offenbart er, dass er aus der Zukunft stammt, worauf der Vergangenheits-Micky sehr skeptisch reagiert. Am gleichen Tag findet eine Werbeveranstaltung statt, auf welcher der historische Kater Karlo Fernsehgeräte für nur achtzig Taler verkauft. Der moderne Micky unterstellt ihm, sie bewusst unterpreisig zu verkaufen, da er irgendetwas Übles plant. Die anderen Zuschauer verjagen Micky daraufhin. Der historische Micky will der Sache nicht weiter nachgehen, da er derzeit im Fall des »Hypnoseschurken« ermittelt, einem Verbrecher, der seine Opfer hypnotisiert und bestiehlt, woraufhin diese sich an nichts mehr erinnern können. Der moderne Micky vermutet einen Zusammenhang zu Kater Karlo, kann sich aber nicht daran erinnern, was damals wirklich geschehen war (theoretisch hat er den Fall ja selbst gelöst). In einer alten Zeitung stoßen die Mickys auf einen Artikel, gemäß dem Karlo zusammen mit einem Archäologen einen »Handschuh des Vergessens« bei einer archäologischen Expedition ausgegraben hatte. Diesen nutzt Karlo, um seine Opfer zu hypnotisieren. Mittels einer Übertragung der Hypnosewellen via Fernseher will er ganz Entenhausen hypnotisieren, was der Grund ist, aus dem er die Geräte so spottbillig verscherbelt. Als Studio dient ihm der Leuchtturm, der im Jahre 1928 noch intakt ist. Als die Mickys und Minnie vor Ort gegen Karlo kämpfen, geht der Leuchtturm jedoch zu Bruch - sie sind also der Grund, warum das Bauwerk in der Gegenwart nur noch eine Ruine ist. Der Versuch Karlos, die drei Mäuse mit seinem Handschuh zu hypnotisieren, schlägt fehl, da der moderne Micky den Energiestrahl mit einem Spiegel auf Karlo zurückwirft. Der ist fortan selbst hypnotisiert und kann an die Polizei übergeben werden. Ehe Micky in die Gegenwart zurückreist, begegnet er dem historischen Goofy. Er nimmt mit seinem Handy ein Video auf und übergibt das Gerät dann an seinen Kumpel, gepaart mit der Bitte, es ihm am 18. November 2018 zu schenken. Micky war also selbst der »sonderbare Kerl«, den Goofy eingangs meinte.

Die Einschätzung

Von den Besuchern der Disney-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. wurde der Comic sehr gut bewertet und gehört zu den fünfzig am besten eingestuften Comics aller Zeiten, wie ihr an dieser Stelle sehen könnt. Angesichts der Masse an Disney-Comics mag sich dies vielleicht übertrieben anhören, jedoch haben die guten Noten durchaus ihre Berechtigung. Sieht man mal über die allgemeinen Probleme aller Zeitreise-Storys ab - Stichwort Paradoxien -, erhält man hier eine wirklich exzellente Geschichte. Was dabei vor allen Dingen zu überzeugen weiß, ist die Anpassung der 1928 spielenden Szenen an sowohl den Slapstick-Humor als auch den zeichnerischen Stil der damaligen Zeit. Damit ist nicht gemeint, dass das Ganze so hingebogen worden wäre, als hätte es schon damals erscheinen können, vielmehr hat es Casty auf wundersame Weise geschafft, eine Melange aus dem Damals und der Moderne zu schaffen. Hier steckt einfach in jedem einzelnen Panel eine Unmenge an Liebe für den Disney-Kosmos. Und spannend und ideenreich ist die Story obendrein. Wir waren am Ende schwer begeistert, und so verwundert es nicht, dass sich drei unserer Mitarbeiter für die Schulnote Eins entschieden, während es von den anderen beiden Lesern immerhin noch eine Zwei gab. Damit landeten wir bei der exzellenten Duchschnittsnote 1,4 für »Was gestern geschah« - das gute Stück hat sich tatsächlich als potenzieller zukünftiger Klassiker herausgestellt. In Italien ist mit »Tutto questo accadde domani« im Oktober übrigens eine Fortsetzung der Story erschienen, und sie wird bei I.N.D.U.C.K.S. auch schon wieder sehr gut bewertet. Wollen wir also hoffen, dass diese auch bald den Weg ins Lustige Taschenbuch finden wird!
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz