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  Die Entenanalyse: Voller Taler-Koller
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Das 511. Lustige Taschenbuch zu lesen war leider ziemlich ernüchternd: In dem Buch, das »Gauner im Goldrausch« heißt und seit dem 11. September erhältlich ist, reihte sich eine durchwachsene Geschichte an die andere. Zuletzt bestätigte uns das die Donald- und Gustav-Story »Koffer-Roulette«, die wir an dieser Stelle für euch analysiert haben. Eine einzige Geschichte war nun noch übrig, und auch diese haben wir jetzt fertiggelesen.

Voller Taler-Koller

Man kann getrost sagen, dass es sich hierbei um eine »vergessene« Geschichte handelt: Obwohl sie bereits dreieinhalb Jahrzehnte alt ist, wurde sie zuvor noch nicht ins Deutsche übersetzt. Der 28 Seiten lange Dreireiher wurde am 15. Januar 1984 erstmals im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht und hieß damals »Zio Paperone e il dollarfluid«, was man wohl am ehesten mit »Onkel Dagobert und das Fließen der Taler« übersetzen könnte. Die Story wurde von Renato Siri geschrieben und anschließend vom legendären Luciano Bottaro in Bildern umgesetzt.

Worum geht es?

Dagobert Duck ist traurig: Er besitzt nun 999.999.999.999.999 Taler, ihm fehlt also ein ganzer Taler bis zur »runden« Billiarde. Im Park flattert ihm ein Taler eines Vagabunden zu, der nimmt ihm das gute Stück jedoch gleich wieder ab. Danach bleibt ihm eine Banknote am Gehstock hängen, die jedoch einem Boxer gehört, der sie eindringlich zurückfordert. Als nächstes geht Dagobert an einem Geldtransporter vorbei, und plötzlich schweben die Geldsäcke aus dem Fahrzeug ihm hinterher. Als mutmaßlicher Räuber wird er daraufhin verhaftet. Gezeigt hat sich jedoch in erster Linie eine andere Sache: Dagobert scheint unter einem seltsamen Phänomen zu leiden.

Spoiler

Aufgrund seines guten Leumunds wird Dagobert wieder freigelassen. Anschließend besorgt er sich bei Donald den noch fehlenden Taler und ist zufrieden. Sein Problem haftet ihm aber immer noch an: Als er seinen Geldspeicher das nächste Mal verlässt, schwebt ihm eine Wolke seiner eigenen Taler hinterher. Das ist zu viel für ihn, nun begibt er sich zum Arzt. Zwei Spezialisten erläutern ihm, dass er unter der gleichen Krankheit leidet, die einst König Midas befallen hatte. Nun muss er damit rechnen, dass sich das Ganze weiter ausbreitet und sich alles, was er berührt, irgendwann in Gold verwandeln wird. Wohlgemerkt auch sein Essen, weswegen er verhungern würde. Als Therapie wird ihm empfohlen, sein Geld zu verbrennen. Stattdessen schenkt er es für einen Monat an Donald weiter, nachdem ihm Daniel Düsentrieb dazu rät, vorübergehend in Armut zu leben, um sich auszukurieren. Donald beginnt es daraufhin auszugeben. Schlussendlich reist Dagobert unter dem Vorbehalt, einen Doktor treffen zu wollen, mit Donald und den Kindern in Richtung einer einsamen Insel. Dort wird Donald mit einem Fallschirm abgeworfen: Damit er Dagoberts Geld nicht weiter ausgibt, werden die Ducks bis zum Ablauf des Monats einfach hier bleiben. Ob Dagobert seine Krankheit auskurieren kann, wird offengelassen.

Die Einschätzung

Selbst wenn man nicht wüsste, dass es sich hierbei um eine ältere Geschichte handelt, würde es einem beim Lesen auffallen, denn was das Storytelling und das gesamte dargestellte Geschehen angeht, will dieser Comic so gar nicht zum Rest des 511. Lustigen Taschenbuchs passen ... sieht man vielleicht davon ab, dass er qualitativ auch kein richtiger Höhepunkt ist. Aus heutiger Sicht ist die Geschichte um Dagoberts »Taler-Magnetismus« natürllich reichlich absurd und bis zu einem gewissen Level sogar ganz schön albern, aber in den achtziger Jahren waren Comics über solche »Krankheiten« noch recht häufig anzutreffen. Das Ganze mit einem nostalgischen Auge zu betrachten, ist schlussendlich das, was diesen Comic rettet. Und dieses Nostalgiegefühl kommt tatsächlich auf ... zumindest wenn man in der Zeit, in der solche Geschichten noch der Normalfall gewesen waren, schon dabei gewesen ist. Ganz klar muss man aber sagen, dass von Bottaro gezeichnete Comics oft auf einem viel höheren inhaltlichen Niveau waren. Schlussendlich waren wir nach all den mäßigen Comics froh, wenigstens noch mit der kleinen Portion Nostalgie entschädigt zu werden. Das Lustige Taschenbuch wird dadurch nicht gerettet, aber im Laufe der 250 Seiten hat unsere Erwartungshaltung auch ganz schön gelitten. Am Ende gab eine unserer Mitarbeiterinnen dem Comic die Note Zwei, drei von uns entschieden sich für eine Drei, und einer vergab eine Vier. Damit haken wir dieses Lustige Taschenbuch mit der Durchschnittsnote 3,0 für »Voller Taler-Koller« ab.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz