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  Die Entenanalyse: Voll versemmelt
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Das seit dem 23. April im Handel erhältliche Lustige Taschenbuch 519, das den Titel »Die Bestie von Duckenburgh« trägt, präsentierte sich uns bisher als ein stetiges Auf und Ab. Zwei der Comics, die wir bisher gelesen haben, waren fürchterlich, drei hingegen waren ganz in Ordnung. Zur letzteren Kategorie zählte der zuletzt thematisierte Comic »Dufte Geschäfte«, der über ein paar gelungene Einfälle verfügte, wie wir an dieser Stelle schilderten. Mit dem Duck'schen Geheimdienst ging es weiter.

Voll versemmelt

Hierbei handelt es sich um einen Comic, der zum Jahresbeginn 2017 - genauer gesagt am 4. Januar - erstmals im italienischen Magazin »Topolino« abgedruckt worden war. Hinter dem 26 Seiten langen Dreireiher steckt Matteo Venerus, die Zeichnungen steuerte Alberto Lavoradori bei. Der Originaltitel lautete »Paperino e Paperoga agenti lievitanti«, was man mit »Donald und Dussel Duck: Sauerteig-Agenten« übersetzen kann. Bei I.N.D.U.C.K.S. zählt »Voll versemmelt« zu den am schlechtesten bewerteten Disney-Comics aller Zeiten.

Worum geht es?

Dussel Duck hat eine Leidenschaft fürs Kochen und Backen entwickelt, die dazu geführt hat, dass er seine Küche in Brand gesetzt hat. Daher ist er jetzt bei Donald angekommen, wo er einen Teig derart aufgehen lässt, dass es zu einer Explosion kommt. Viel Zeit zum Herumärgern bleibt jedoch nicht, denn Dagobert Duck schafft die beiden in ihrer Funktion als Agenten des Duck'schen Geheimdienstes in sein Geheimversteck, da er einen Auftrag für sie hat. Der Konkurrenzkampf um das beste Gebäck wird mit derart großen Anstrengungen ausgefochten, dass kaum noch etwas zu holen ist. Dagoberts Hoffnungen liegen in den Händen des Backgenies Wlady Broht, und genau diesen sollen Donald und Dussel herbeischaffen, ehe ein anderer Geheimdienst ihn einkassiert.

Spoiler

Bei Wlady Broht angekommen, werden die beiden Ducks auf später vertröstet, da der Meister noch am Backen ist. Er wird jedoch nicht fertig, denn ein bewaffneter Agent des KKGD (Klaas Klever Geheimdienstes) greift an. Dussel attackiert den Mann mit einem Spezialhandschuh, schlägt daneben und zerstört dadurch Wladys Bäckerei. Anschließend begeben sich die DGD-Agenten und der Bäcker per Bahn in Richtung Dagobert. Da die Bahn voller KKGD-Agenten ist, müssen sie abspringen. Sie retten sich durch einen aufblasbaren Bagel, der ihren Sturz abfedert. Bis zum Hauptquartier des DGD schaffen sie es aber trotzdem nicht, da sie von weiteren Agenten gestellt werden. Mit mehreren Geheimwaffen werden die Agenten aufgehalten, am Ende sitzen Donald, Dussel und Wlady trotzdem in der Falle. Die Bösewichte schaffen es, Wlady gefangen zu nehmen, dessen Gesicht inzwischen mit Pizzateig verklebt ist. Das stellt sich jedoch als Trick heraus: Nicht Wlady hat den Pizzateig im Gesicht, sondern Donald, der sich opfert und freiwillig in die Hände des Gegners begibt, damit Dussel und Wlady sicher zu Dagobert kommen. Durch den Teig konnte man sein Gesicht nicht erkennen. Wlady bäckt dem reichsten Erpel der Welt abschließend neues Brot. Dieser versucht die Leckerei besonders kreativ zu kommentieren, woraufhin Wlady auf ihn losgeht, denn er kann geschwurbelte Marketingansagen auf den Tod nicht ausstehen.

Die Einschätzung

Nun ... an sich ist es natürlich eine lobenswerte Sache, wenn mal etwas Neues probiert wird. Das Dumme ist nur: Nicht alles, was neu ist, ist auch gut. Hier an diesem Comic war einfach alles, was probiert wurde, fürchterlich. Das erste davon sticht bereits - im wahrsten Sinne des Wortes - ins Auge, noch bevor man die erste Sprechblase gelesen hat. Die »Zeichnungen«, die Alberto Lavoradori hier fabriziert sind, sind eine Beleidigung für jeden Disney-Fan. Was für ein grausiges Geschmiere! Eine individuelle Note zu versuchen ist vollkommen okay, aber das hier sah einfach scheußlich aus. Der nächste Part: Die Humorversuche. Im Verlauf der 26 Seiten wird auf Krampf probiert, einen Sprachgag nach dem anderen abzufeuern, der grob mit Kochen oder Backen in Verbindung gebrahct werden kann. Die Witzigkeit daran hat eine geringere Halbwertszeit als der Teig, den Dussel Duck auf der zweiten Seite zum Platzen bringt. Und das Schlimmste: Die Story ... was für ein Quatsch. Dass hier der Versuch angestellt wurde, ein paar geschickte Wendungen und falsche Fährten einzubauen - Stichwort Pizzateig - ist zwar durchaus löblich, aber es lenkt nicht davon ab, dass hier Geheimagenten im Dienste der beiden reichsten Erpel der Welt um Brotteig streiten. Für all diesen Nonsens gab es viermal die Note Sechs von unseren Testlesern, zumindest eine Mitarbeiterin konnte sich noch zu einer Fünf durchringen. Damit landeten wir hier am Ende beim Durchschnittswert 5,8. Bei I.N.D.U.C.K.S. hatte man also mehr als recht.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz