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  Die Entenanalyse: Viele Wege führen aufs Sofa
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Seit Kurzem lesen wir das 517. Lustige Taschenbuch Comic für Comic. Dieses ist seit dem 26. Februar im Handel und trägt den Titel »Gute Besserung«. Tatsächlich spielten sich beide bisher thematisierten Geschichten (zumindest teilweise) in Krankenhäusern ab. Zuletzt besprachen wir »Dr. Maus«, was eine zehn Jahre zu spät übersetzte Hommage an die Arztreihe »Dr. House« war. Wir fanden sie halbwegs okay, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Den nichtssagenden Kater-Karlo-Einseiter »Voll vergriffen« thematisieren wir an dieser Stelle nicht, da er von unserer dafür festgelegten Mindestlänge von zehn Seiten weit entfernt ist. Stattdessen geht es bei uns mit Donald Duck weiter.

Viele Wege führen aufs Sofa

Es handelt sich hierbei um einen »Mitmach-Comic«, was bedeutet, dass er nicht von A bis Z durcherzählt wird, sondern man mehrmals unterschiedliche »Abbiegungen« innerhalb des Comics nehmen kann. Erstmals wurde er vor anderthalb Jahren veröffentlicht, nämlich in der am 7. Juni 2017 erschienenen Ausgabe des italienischen Magazins »Topolino«. Der insgesamt 42 Seiten lange Dreireiher hieß damals »Paperino e il relax a bivio«, was zu Deutsch »Donald Duck und die Entspannung am Scheideweg« bedeutet. Geschrieben wurde die Geschichte von Marco Bosco, für die Zeichnungen war Andrea Lucci verantwortlich.

Worum geht es?

Nachdem eine geplante Geschäftsreise mit Onkel Dagobert ausfällt, bleibt Donald unerwartet Zeit, sich aufs Sofa zu werfen und fernzusehen. Da die Fernbedienung defekt ist, entschließt er sich, sie zu Daniel Düsentrieb zu bringen. Der benötigt einige Stunden für die Reparatur, und entschließt sich Donald, die Zeit zu vertrödeln. Der Leser kann sich fortan mehrfach entscheiden, wie er die Zeit verbringt.

Spoiler

Während er die überschüssige Zeit überbrückt, kommt es für Donald zu vielen kurzen Begegnungen mit Mini-Abenteuern. Ein Banküberfall führt dazu, dass er sich als Phantomias verkleidet und die Gangster mit einem Froststrahler aufhält, woraufhin sich zeigt, dass der Banküberfall nur Teil einer Filminszenierung war. Dagobert Duck engagiert ihn kurzzeitig als Chauffeur für einen Termin mit einem Geschäftspartner, der sich als äußerst grummeliger Mann entpuppt, bis ihn der Anblick von Donalds Matrosenanzug an seine eigene Zeit als Matrose erinnert. Gustav Gans scheint Daisy Duck abzuschleppen, stattdessen renoviert er mit ihr jedoch nur ein Gebäude. Oma Duck verliert Franz Gans im Einkaufszentrum, Donald findet ihn in der Bettenabteilung wieder, wo er ein (bezahltes) Nickerchen hält. Dussel Duck und Kuno Knäul engagieren ihn im Park dazu, Werbung für ihren neuen Kiosk zu machen, Donald verteilt kostenloses Essen in Abwesenheit der beiden anderen an Parkbesucher, und das Essen stellt sich als Hundefutter heraus. Am Ende ist die Fernbedienung wieder heil, so dass sich Donald erschöpft auf seinen Fernsehsessel zurückziehen kann. Kaum setzt er sich, sind Oma Duck, Daisy, Dussel und Dagobert aber schon wieder im Anmarsch.

Kleine Anmerkung: Es handelt sich wirklich um einen Fernsehsessel, nicht um ein Sofa, obwohl der Titel des Comics etwas anderes behauptet. Das ist also kein Fehler unsererseits, sondern desjenigen, der sich den deutschen Titel der Geschichte hat einfallen lassen.

Die Einschätzung

«Viele Wege führen aufs Sofa« unterscheidet sich ein wenig von den »üblichen« Mitmach-Comics, die regelmäßig im Lustigen Taschenbuch abgedruckt werden. Diese führen in der Regel in Abhängigkeit der Leserentscheidungen zu unterschiedlichen Enden (meistens sechs an der Zahl). »Viele Wege führen aufs Sofa« hat hingegen nur ein einziges Ende, und es gilt, an den einzelnen Abzweigungen den richtigen Weg zum Ziel zu finden. Nicht selten gerät man an Stellen zurück, die man bereits passiert hat, und so müsste man theoretisch die gleichen Seiten aufs Neue lesen und sich dann am nächsten Abzweig umentscheiden. Natürlich liest man sie nicht nochmal, sondern geht direkt zur Entscheidung, das hat allerdings auch die Folge, dass die Story sehr fahrig und chaotisch rüberkommt. Nicht selten hat man den Eindruck, dass man sich verblättert hat. Am Ende des Ganzen ist der richtige »Lösungsweg« noch einmal aufgelistet, so dass man die Geschichte in aller Ruhe von A bis Zu lesen kann, wodurch man dann jedoch sieht, dass sie erzähltechnisch nicht gerade die beste ist. Die einzelnen Fragmente und Begegnungen sind unspannend, nichtssagend und vor alle viel zu kurz, als dass sich ein nennenswerter Unterhaltungseffekt einstellen könnte. Die Idee zu dieser Art von Mitmach-Comic war gut, aber hier wurden viel zu viele Ansätze in zu wenige Seiten gepresst. Manchmal ist weniger eben doch mehr, und so gab es von jeweils zwei unserer Mitarbeiter die Noten Drei und Vier, während sich eine unserer Helferinnen für die Note Fünf entschied. So landeten wir hier auf verschlungenen Wegen bei der Durchschnittsnote 3,8.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz