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  Die Entenanalyse: Verhinderte Händel
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Seit einigen Tagen lesen fünf Mitarbeiter unserer Webseite, die dafür eigentlich zu alt sind, das 509. Lustige Taschenbuch. Dieses trägt den eigentümlichen Titel »Extrem erfrischen!« und ist seit dem 17. Juli im Handel. Nachdem das Buch mit einem fürchterlichen Auftaktcomic loslegte, wurde es mit der langen Micky-Maus-Geschichte »Das Wunder von Katapulto« ein ganzes Stück besser, auch wenn diese ebenfalls nicht perfekt war und vor allem durch einen rätselhaften Schwenk in die griechische Mythologie verwirrte. Unsere Analyse findet ihr an dieser Stelle. Inzwischen haben wir eine weitere Geschichte gelesen.

Verhinderte Händel

Der Comic hat ein halbes Jahrzehnt auf dem Buckel, denn er erschien erstmals am 25. Juni 2013 im italienischen Wochenmagazin »Topolino«. Der Originaltitel des 22 Seiten langen Dreireihers lautete »Paperinik e il sabotatore d'affari«, was zu Deutsch »Phantomias und der Geschäfte-Saboteur« bedeutet. Ausgedacht hat sich das Ganze Marco Bosco, für die zeichnerische Realisation war Michele Mazzon verantwortlich.

Worum geht es?

Nachdem sich Dagobert Duck und Klaas Klever im Milliardärsklub geprügelt haben, müssen sie verarztet werden. Zu dem Streit war es gekommen, weil beide eine Supermarktkette kaufen wollten. Da sie durch die Prügelei abgelenkt waren, hat ein anderer Milliardär - ein Mann namens Ratke - den Geschäftsabschluss gelandet. Baptist, der Dagobert in einem Handwagen abtransportiert, klagt darüber, dass die ständigen Streits Dagobert bald in die roten Zahlen treiben könnten, da er sich wegen ihnen nicht mehr aufs Wesentliche konzentriert. Tatsächlich wird in den kommenden Tagen alles noch schlimmer.

Spoiler

Phantomias fällt in der Nacht auf, dass bei Dagobert noch Licht brennt. Vor Ort erfährt er, dass ein wichtiger Verlagsentwurf gestohlen wurde, und so gelingt Klaas Klever der Geschäftsabschluss. Kurz darauf gelingt Dagobert wieder ein Geschäft, allerdings nur deshalb, weil die Reifen von Klaas Klevers Auto sabotiert worden waren. Offenbar werden also beide sabotiert. Ein weiteres Geschäft soll bei einem reichen Schotten in einem Luxushotel abgeschlossen werden, und da der Mann Geburtstag hat, soll dabei ein Geschenk helfen, um sich mit ihm gut Freund zu machen. Dagobert hat entschieden, ihm einen alten Dudelsack zu schenken. Im Hotel angekommen, sind auch Klaas Klever und der oben erwähnte Ratke zu Gast. Letzterer wurde als falsche Fährte in den Comic eingebaut, da die Leser vermuten sollen, er wäre für die Missgeschicke verantwortlich. Tatsächlich wird Donald der Dudelsack gestohlen, als er in Vorbereitung auf die Geburtstagsfeier auf ihn aufpassen soll. Als Phantomias verfolgt Donald den Dieb und stellt fest, dass derjenige auch zu dem Luxushotel gefahren ist. Mit seinem Röntgenblick durchleuchtet Phantomias daraufhin die Fahrzeuge. Letztlich stellt sich heraus, dass Baptist hinter dem Diebstahl steckt. Er und Klaas Klevers Assistent waren die ständigen Streitereien ihrer Chefs leid und hatten deshalb gemeinsam beschlossen, immer jeweils einen von ihnen zu sabotieren, damit sie sich nicht mehr in die Quere kommen konnten. Dagobert Duck und Klaas Klever erkennen daraufhin an, dass sie zu weit gegangen sind, und sie schütteln sich die Hände.

Die Einschätzung

Die grundsätzliche Idee, dass sich Anwantzer und Baptist an den Anwandlungen ihrer Chefs stören und deshalb gemeinsame Sache machen, um sie zu »erziehen«, ist prinzipiell nicht schlecht. Aber wenn man sich dann mal durchdenkt, dass den beiden reichen alten Erpel dadurch finanziell schwergewichtige Geschäfte durch die Lappen gehen, dann stehen die Idee und ihre Folgen in einem vollkommenen Missverhältnis zueinander. Was dabei herauskommt, ist keine erzieherische Maßnahme, die von Charakteren wie Dagobert und Klever so leichtfertig hätte hingenommen werden dürfen und schon gar nicht belohnt werden dürfen. Vielmehr wäre so etwas normalerweise ein klarer Entlassungsgrund und der Anlass für eine Millionenklage ... gerade wenn man bedenkt, für welche Kinkerlitzchen insbesondere Dagobert Duck in den vergangenen Comicjahrzehnten schon Entlassungen ausgesprochen hat. Natürlich muss man in Comics nicht alles so bierernst nehmen, jedoch sollten die Reaktionen auf Geschehnisse schon halbwegs zu den Charakteren passen. Die Geschichte selbst ist inhaltlich mal etwas anderes und hat durchaus ihre unterhaltsamen Momente, ist jedoch nichts Besonderes, das man lange in Erinnerung behalten wird. Schlussendlich entschieden sich jeweils zwei unserer Mitarbeiter für die Schulnoten Drei und Vier, einer verteilte eine Fünf, so dass am Ende der Durchschnittswert 3,8 zu Buche stand.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz