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  Die Entenanalyse: Verflixt und vergessen
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Nachdem das aktuelle Lustige Taschenbuch mit zwei vielleicht nicht unbedingt überragenden, aber doch ganz unterhaltsamen Geschichten begonnen hatte, drehte der Zeiger mit der dritten Story, die den Titel »Beste Feinde« trug, leider in die falsche Richtung. Dass wir nicht sonderlich begeistert von dem Comic waren, haben wir euch gestern an dieser Stelle berichtet. Weiter ging es mit einer Phantomias-Story und der Hoffnung, dass es mit dieser wieder aufwärts gehen würde.

Verflixt und vergessen

Die Geschichte entstammt ursprünglich dem italienischen Magazin »Topolino« und wurde darin am 10. Februar 2015 erstmals veröffentlicht. Im vergangenen Dezember wurde der Comic in Italien schon ein zweites Mal herausgegeben, dieses Mal in der weihnachtlichen zwölften Ausgabe des Phantomias-Magazins »Paperinik«. Der 24 Seiten lange Dreireiher wurde von Pietro Zemelo verfasst und von Francesco D'Ippolito in Bilder gegossen. Der Originaltitel lautete »Paperinik… in cerca di ricordi«, was zu Deutsch »Phantomias auf der Suche nach seinen Erinnerungen« bedeutet. Hierzulande gab der Egmont Verlag die Geschichte im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 505 heraus, das den Titel »Zutritt verboten!« trägt und seit dem 27. März 2018 erhältlich ist.

Worum geht es?

Donald erwacht eines Morgens auf dem Fußboden seines Hauses und kann sich nicht mehr erinnern, wie er dahingekommen ist. Er trägt das Phantomias-Kostüm, in seinem Schrank befindet sich ein riesiger Sack Geld und die Kinder bitten ihn im Vorbeigehen, dass er »Leo« grüßen soll. Wenig später stößt er in seiner Küche auf einen Löwen. Was folgt, ist ein Anruf von Dagobert, der ihn auffordert, sofort »Leonardo« zurückzubringen, um den er sich offenbar im Auftrag eines Scheichs kümmern sollte. Außerdem weist Dagobert Donald an, Phantomias aufzufordern, sein Geld zurückzubringen. Fortan versucht Donald herauszubekommen, was es mit alledem auf sich hat.

Spoiler

Die Rätsel gehen zunächst weiter: Donalds Auto ist weg und Dussel berichtet ihm auf der Straße von einem Selfie mit Phantomias, in das sich am gestrigen Abend ein Rabe hineingeschmuggelt hat. Kurzerhand bittet Donald Daniel Düsentrieb um Hilfe. Der vermutet, Donalds Amnesie läge am »Phantofon«, einem Handy, das Erinnerungen auslöscht ... und das gleichzeitig das Telefon war, mit dem Dussel das Selfie mit Phantomias schoss. Ein erster Versuch, die Erinnerungen zurückzubringen, führt nur spärliche neue Details zutage. Dafür wird das Auto mittels eines Senders wiedergefunden: Es befindet sich in einem Sportstadion neben einem Käfig, in dem die Panzerknacker stecken. Sie hatten Dagoberts Geldspeicher von einem Ballon aus ausgeraubt, bis sie Phantomias ertappt, verfolgt und im Stadion hatte abstürzen lassen. Da sie dort auf das Maskottchen des heimischen Basketballteams gestoßen waren - einen Löwen - waren die Ganoven selbst in den Käfig geflüchtet. Donald liefert die Panzerknacker daraufhin an die Polizei aus und bringt das Geld und den Löwen zu Dagobert. Hier zeigt sich, dass der Löwe gar nicht »Leo« ist, stattdessen ist damit der Rabe gemeint, der sich inzwischen Dussel angeschlossen hat. Als Donald erkennt, dass er vollkommen grundlos einen Löwen hin- und hergebugsiert hat, erleidet er einen Zusammenbruch.

Die Einschätzung

Wie man beim Lesen der Zusammenfassung sehen kann, handelt es sich bei »Verflixt und vergessen« um einen außerordentlich wild zusammengeschriebenen Comic, der - wieder einmal - den Verdacht erweckt, er wäre einem halluzinogenen Traum entsprungen. Dazu passen auch einige vollkommen verkorkste Bilder, etwa einem völlig verbeulten Donald-Gesicht auf dem letzten Bild der vorletzten Seite. Was man allerdings auch sagen muss: Die Story nicht einfach geradlinig vom Anfang bis zum Ziel durchzuerzählen, sondern hier eine Art »Hangover« zu stricken, ist durchaus ein kreativer Einfall. Vielleicht sind es ja auch tatsächlich die Filmreihe und die darin gezeigten Absurditäten gewesen, die Pietro Zemelo zu der Geschichte inspiriert haben, denn das würde erklären, warum es streckenweise derart abenteuerlich wurde. Was hingegen leider nicht ganz geklappt hat, ist dabei eine ähnliche Sogwirkung zu erzeugen. »Verflixt und vergessen« punktet zwar durch seine Kreativität, jedoch schafft diese einfach nicht den Unterhaltungseffekt, den man sich davon augenschienlich versprach. Letztlich ist das Ergebnis dann recht durchschnittlich, und so gab eine unserer Mitarbeiterinnen dem Comic eine Zwei, jeweils zwei Mitarbeiter gaben ihm die Noten Drei und Vier. Summa summarum ergab dies die Schulnote 3,2.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz