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  Die Entenanalyse: Um eine Erfahrung reicher
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Das aktuelle Lustige Taschenbuch, das die Nummer 520 und den Titel »85 Jahre Donald Duck« trägt, wird seit einigen Tagen von fünf Mitarbeitern unserer Webseite gelesen. Zuletzt besprachen wir hier den Comic »Die Reise um die Welt in 80 Klicks«, der - wie es der Titel bereits andeutet - eine Hommage an die Jules-Verne-Geschichte »Reise um die Erde in 80 Tagen« war. Leider konnte er nicht ganz den Hoffnungen gerecht werden, die man angesichts der Vorlage haben konnte, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Weiter ging es mit einem abenteuerlustigen Donald Duck.

Um eine Erfahrung reicher

Etwas mehr als drei Jahre ist diese Geschichte alt: Sie wurde am 23. Februar 2016 im italienischen Wochenmagazin »Topolino« abgedruckt. Der dreißig Seiten lange Dreireiher hieß damals »Paperino e l'esperienza a frutto«, was man mit »Donald Duck und die nützliche Erfahrung« übersetzen kann. Geschrieben wurde er von Carlo Panaro, die Zeichnungen steuerte Valerio Held bei. In der Disney-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. gehört die Geschichte leider zu den schlechtesten Comics aller Zeiten.

Worum geht es?

Donald gibt eine Zeitungsannonce auf: Nachdem er mit seinem Onkel so oft auf Schatzsuche war, bietet er für Geld seine gesammelten Erfahrungen als professioneller Unterstützer bei Schatzsuchen an. Dagobert ist wenig erfreut darüber, dass Donald sein Human- bzw. Erpelkapital für andere Auftraggeber als ihn selbst in die Waagschale werfen will, kann aber nichts dagegen ausrichten. Schlussendlich wird Donald von zwei bärtigen Männern engagiert, sie zur entlegenen »Isla del Tesoro« zu begleiten, um dort einen Schatz zu suchen.

Spoiler

Aus irgendeinem Grund ist Donald im Besitz eines alten Flugzeuges, und mit diesem treten er und die Bartträger die Reise an. Sie schaffen es gerade so: Kurz vorm Ziel setzt der Motor aus. Donald gelingt es haarscharf, mit einer Bruchlandung auf dem Strand der Isla del Tesoro anzulanden. Dort vermutet Donald den Schatz auf einem Berggipfel, stürzt beim Hochsteigen jedoch gemeinsam mit seinen Begleitern ab und landet in dichtem Buschwerk. Als nächstes vermutet er den Schatz in einer Höhle, stürzt in der Dunkelheit jedoch in ein darin verborgenes tiefes Loch. Er testet Sand darauf, ob es sich um Treibsand handelt ... und steckt wenig später tief in der Tinte. Am Ende gelangen die Schatzsucher in ein verlassenes Eingeborenen-Dorf. Dort belauscht Donald ein Gespräch der beiden Bärtigen und glaubt fortan, Dagobert habe sie auf ihn angesetzt, um ihn hereinzulegen. Als er sie zur Rede stellen will, schlagen sie ihn nieder. Als er nach einer vorübergehenden Ohnmacht wieder erwacht, steht Dagobert plötzlich vor ihm und befreit ihn. Die beiden Bartträger waren zwei verkleidete Panzerknacker. Dagobert hat die beiden nach ihrem Einstellungsgespräch bis nach Hause verfolgt, weswegen er wusste, um wen es sich in Wirklichkeit handelt. Um Donald eine Lektion zu erteilen, ließ er die beiden trotzdem erstmal ihren Plan durchführen. In Wirklichkeit hatte einer der Panzerknacker ein Museum ausgeraubt, die Beute auf der Isla del Tesoro versteckt und durch einen Sturz eine Amnesie erlitten, weswegen es überhaupt erst nötig wurde, hier nach dem angeblichen Schatz zu suchen. (Und dafür brauchten sie Donald!?) Dass das Diebesgut bis hierhin noch nicht ausgespürt wurde, wird ignoriert: Die Panzerknacker werden von der Polizei abgeführt, und Dagobert fliegt mit Donald gen Borneo zur nächsten Expedition.

Die Einschätzung

Um ehrlich zu sein: So ganz können wir nicht nachvollziehen, warum der Comic bei I.N.D.U.C.K.S. dermaßen schlecht abschneidet. Der allergrößte Wurf ist »Um eine Erfahrung reicher« sicher nicht, aber da gab es schon viel schlimmere Machwerke, wie allein in diesem Band bereits die furchtbare Rasante Radtour unter Beweis stellte. Schatzsuchen gehören generell häufig zu den besseren Storys im Duck-Universum, und dadurch, dass hier die Vorzeichen mal ein wenig verändert wurden, weht sogar ein kleiner frischer Wind durch die Seiten. Donald wiederholt beim Scheitern zu beobachten, ist in Sachen Slapstick auch nicht allzu übertrieben worden, da gab es beispielsweise schon gefühlt hunderte schlimmere Dussel-Duck-Comics. Was man kritisieren kann, ist die eigentliche Auflösung der Story. Verkleidungen sind im Hause Disney eh immer eine fragwürdige Sache, und dass Dagobert Duck seinen Neffen wissentlich von den Panzerknackern hinters Licht führen lässt, ist schon sehr weit hergeholt. Nicht zuletzt ist sein Auftauchen mitten in der Story auch eine Art Deus ex Machina, die die bis dahin erzeugte Situation auf eine ganz schön simple Weise auflöst. Fraglich ist außerdem, warum die Panzerknacker eigentlich verhaftet werden bzw. warum Polizei vorsorglich mit Dagobert mitgereist ist, denn dass sie ein Verbrechen verübt haben, gestehen sie erst nach ihrer Verhaftung. Bis dahin wusste Dagobert eigentlich nur, dass sich die beiden Beagle Boys verkleidet hatten, und Verkleiden ist erstmal nicht ungesetzlich, auch wenn man im richtigen Leben beim Anblick von Faschingsveranstaltungen schnell die Hoffnung auf einen polizeilichen Rundumschlag entwickelt. Schlussendlich bewerteten zwei Mitarbeiterinnen unserer Seite den Comic mit der Note Drei, der Rest entschied sich für eine Vier, so dass wir im Schnitt beim Wert 3,6 landeten.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz