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  Die Entenanalyse: Total verstrahlt
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Derzeit liest ein Quintett an Mitarbeitern unserer Webseite das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 510, das man seit dem 14. August bekommen kann. Es trägt den Titel »Die Rache des Pharaos«. Zuletzt waren wir bei der Plattnase- und Kater-Karlo-Story »Ausgekochte Ganoven« angekommen, die uns nicht sonderlich zusagte, insbesondere weil es einfach nicht zu den Charakteren passt, in einem albernen Kochwettstreit gegeneinander anzutreten. Unsere Analyse könnt ihr an dieser Stelle nachlesen. Nun ging es mit dem Duck'schen Geheimdienst weiter.

Total verstrahlt

Die Comics über den Duck'schen Gehemdienst (DGD) werden schon seit den sechziger Jahren geschrieben, intensiviert hat sich die Zahl der Veröffentlichungen aber erst seit der Jahrtausendwende. »Total verstrahlt« wurde am 12. September 2006 im italienischen Magazin »Topolino« erstmals veröffentlicht. Die Reihenfolge, in der die deutschen Versionen erscheinen, ist recht konfus: Der darauf folgende Comic wurde als »Auf der Jagd nach Erleuchtung« schon im 395. Lustigen Taschenbuch abgedruckt. Zum Glück sind die Storys in sich abgeschlossen und nehmen in der Regel keinen Bezug aufeinander, so dass die Sortierung der Übersetzungen kein Verständnisproblem darstellt. Der 32 Seiten lange Dreireiher hieß im Original »Paperino e la missione Comeback«, was zu Deutsch »Donald Duck und die Comeback-Mission« bedeutet. Geschrieben wurde er von Carlo Panaro, für die zeichnerische Umsetzung war Marco Mazzarello zuständig. In der Comic-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. zählt er zu den am schlechtesten bewerteten Disney-Storys aller Zeiten, weswegen eine gewisse Skepsis geboten war.

Worum geht es?

Donald und Dussel werden in ihren Alter Egos der Agenten IQ 001 und IQ 00½ zu Dagobert Duck beordert, da dieser von einem Feind namens Mister Comeback bedroht wird. Dieser hat einen Strahler erschaffen, der Gegenstände in ihre ursprünglichen Einzelteile zerlegen kann. Nun droht er mit dem Einsatz des Strahlers auf Dagoberts Geld, sollte er ihm nicht die Hälfte seines Vermögens abtreten. Zum Glück hält die Wirkung des Strahlers bisher erst 24 Stunden an, ehe sie sich umkehrt und alles wieder in die Ausgangsposition bringt, so dass Dagobert noch sicher ist. Nun hat Comeback jedoch eine Professorin engagiert, die dieses letzte Problem für ihn lösen soll, damit er richtig zuschlagen kann. Bei eben dieser Frau sollen Donald und Dussel ansetzen, und ihnen wird eine dritte Agentin - nämlich Daisy - an die Seite gestellt, damit diese nach ihrem Zugriff die Rolle der Wissenschaftlerin übernehmen kann.

Spoiler

Die Wissenschaftlerin soll in einem Ort namens Großbach am Bahnhof eintreffen. Die drei Agenten steigen bereits eine Haltestelle vorher in den Zug und setzen sich zu ihr ins Abteil. Donald bringt an ihr einen »Spezial-Knopf« an, der dafür sorgt, dass sie plappernd umherläuft und sich nicht mehr aufs Aussteigen konzentriert. Daisy verkleidet sich und ersetzt sie. Am Bahnhof werden Donald und Dussel durch den Diebstahl eines Koffers abgelenkt, so dass sie es zu spät merken, dass Daisy von einem Handlanger Comebacks aufgegabelt wird. In einem Taxi hetzen sie ihr hinterher. Über einen geheimen Zugang in dem Souvenirladen, an dem ihre Taxifahrt endet, gelangen sie auf das parkähnliche Gelände, das Comebacks Geheimversteck beherbergt. Ein miserabler (und alberner) Verkleidungsversuch fliegt auf, und sie landen in einem Kerker, der von einem Androiden bewacht wird. Daisy überrrumpelt nachts den Androiden und befreit Donald und Dussel. Donald und Dussel lassen den Rückwärtsstrahler explodieren, was unnötig gewesen wäre, da Daisy ihn schon voher deaktiviert hatte. Durch die Explosion wird Strahlung freigesetzt, trifft Comeback und verwandelt ihn für 24 Stunden in ein Kind.

Die Einschätzung

Die Geschichten rund um den Duck'schen Geheimdienst sind oft ganz gut, diese hier hatte aber ihre Mankos. Das Offensichtlichste: Donald und Dussel sind hier zwar die Hauptpersonen, aber wenn man sich die Aktion wegdenkt, mit der Donald den Plapperknopf an der Hüfte der Wissenschaftlerin angebracht hat, haben sie absolut null Beitrag zur Entwicklung der Story beigetragen ... und das mit dem Knopf hätte Daisy sicherlich auch problemlos hinbekommen. Die eigentliche »Heldin« war hier also die Agentin IQ 006, und da bestand nun wiederum das Problem darin, dass ihre großen Taten alle im Hintergrund von statten gingen und nicht in Bildern festgehalten wurden. Kurzum: Das war weniger eine Geheimdienst-Geschichte, sondern eher die Story zweier Erpel, die sich an einem Ort aufhielten, in dessen Nähe sich eine Geheimdienst-Geschichte abspielte. Hinzu kommt noch, dass »Mister Comeback« als Bösewicht extrem blass blieb bzw. eigentlich auch (so gut wie) nicht aktiv ins Geschehen eingriff. Daher fühlte sich das alles ein wenig merkwürdig an, und für eine DGD-Story war es sogar ziemlich enttäuschend. Schlussendlich wurde der Comic von vier unserer Mitarbeiter mit der Schulnote Vier bedacht, während sich einer für eine Fünf entschied. Dies bedeutete am Ende die Durchschnittsnote 4,2 für »Total verstrahlt«.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz