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  Die Entenanalyse: Team auf Tour - Die zweite Chance
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Vor einigen Wochen thematisierten wir hier die Comics des 545. Lustigen Taschenbuchs. »Die Duckyssee«, so der Name des guten Stücks, erwies sich als ganz ordentliche Ausgabe. Zwar empfanden wir nur zwei darin abgedruckte Comics als wirklich lesenswert, aber diese waren so lang, dass sie mehr als die Hälfte des Buches umfassten. Unsere Zusammenfassung findet ihr an dieser Stelle. Seit dem 25. Mai gibt es nun ein neues Lustiges Taschenbuch, nämlich die Nummer 546 mit dem Titel »Anpfiff in Europa«. Wir haben wieder ein Quintett an Mitarbeitern darauf angesetzt und es Comic für Comic lesen lassen. Hier wollen wir nun mit der ersten Geschichte beginnen.

Team auf Tour - Die zweite Chance

Im 533. Lustigen Taschenbuch war ein Comic namens »Team auf Tour« abgedruckt worden, der damals vorbereitet worden war, um zeitgleich zum Anpfiff der 2020er Europameisterschaft zu erscheinen. Für einen Fußballcomic empfanden wir ihn (abgesehen von einer vollkommen missratenen Europakarte) als ganz gut, dies war unsere damalige Analyse. Damals wurde die Information beigefügt, man wollte ihn den Lesern nicht »vorenthalten«, weswegen man ihn trotz der Corona-Absage des Turniers veröffentlichte. Sicherlich war dies nur die halbe Wahrheit, denn da die Bände mehrere Monate im Voraus geplant werden, hätte alles andere eine anstrengende Umstrukturierung zur Folge gehabt. Damals wurde schon angekündigt, im »Sommer 2021« würde es eine Fortsetzung geben. Nun ist natürlich noch nicht Sommer, aber da die Europameisterschaft in Kürze nachgeholt werden wird, ließ man nun den zweiten Teil folgen.

«Team auf Tour - Die zweite Chance« ist der einzige Comic dieses Lustigen Taschenbuchs, der nicht dem italienischen Magazin »Topolino« entnommen wurde, sondern speziell hierfür geschrieben wurde. Der dreißig Seiten lange Dreireiher, der den internationalen Namen »Team on Tour II: A Second Chance« trägt, wurde (genau wie sein Vorgänger) von Pietro Zemelo geschrieben und von Andrea Ferraris gezeichnet.

Worum geht es?

Das Entenhausener Fußballteam rund um Starspieler Donald Duck soll an der Europameisterschaft teilnehmen. Teambesitzer Dagobert Duck hat zuvor noch eine Überraschung in petto: Er hat den hochklassigen Spieler Hubbe Wechselklotz verpflichtet. Er gilt als möglicherweise bester Stürmer der Welt, allerdings spielt er sich selbst gerne in den Vordergrund und eckte damit in der Vergangenheit permanent an, weswegen er ständig die Mannschaft wechseln musste.

Spoiler

Tatsächlich präsentiert sich Wechselklotz von Anfang an als sehr eigensinnig. Das gleiche trifft jedoch auch auf Donald zu, der sich seinen Rang nicht ablaufen lassen will. Die beiden bekämpfen sich bis aufs Mark und stehen kurz vor einer Prügelei, weswegen Dagobert und der aus dem ersten Teil bekannte Trainer Mark Marter einschreiten. Letzterem platzt richtig der Kragen (später zeigt sich, dass er seine Wut nur spielt). Er ordnet an, dass die beiden Sturköpfe auf der Reise zum Turnier an drei verschiedenen Orten ausgesetzt werden, um dort gemeinsam eine Aufgabe zu lösen, damit sie lernen, wie man vernünftig zusammenarbeitet. Die Aufgabe besteht jeweils darin, einen Ball mehrere Kilometer in einem vorgegebenen Zeitraum bis zu einem Ziel zu dribbeln. Eine extrem neblige Wildnisstrecke bewältigen die beiden, ohne dass sie netter zueinander werden. Während der darauf folgenden Bergabstrecke an einem reißenden Fluss lernen sie es dann aber doch, da es nur dank ihrer beider Fußballkünste gelingt, den Ball aus dem Fluss zu retten. Obgleich der Teamgeist damit eigentlich gerettet scheint, zwingt Trainer Marter die beiden, auch die dritte Aufgabe zu bewältigen. Sie müssen den Ball am wellenreichen Meeresrand entlang direkt ins Stadion dribbeln und ihn dort im Tor versenken. Sie kommen gerade noch rechtzeitig an, doch um den richtigen Ball auch noch einzunetzen, bedarf es der Hilfe des restlichen Teams. Damit erreicht der Teamgeist die Höchststufe, und so ist das Entenhausener Team perfekt darauf vorbereitet, die Europameisterschaft zu bestreiten. Mannomann, was war das für ein seichter Auftakt.

Die Einschätzung

Ein paar Dinge an der Ausgangsposition der Geschichte sind schon ein wenig fragwürdig: Entenhausen liegt also neuerdings in Europa, nimmt offensichtlich als Nation an der Europameisterschaft teil, und ein Spieler, der von Mannschaft zu Mannschaft wechselt, wird für das EM-Team verpflichtet. Damit das alles möglich werden könnte, müssten schon einige Bestechungsgelder an UEFA-Offizielle fließen, und da Korruption im Fußballbusiness vollkommen undenkbar ist, ist das alles schon sehr an den Haaren herbeigezogen.

Im neuesten Micky Maus Magazin, das drei Tage nach diesem Lustigen Taschenbuch erschienen ist, gab es zwei Comics, die sich mit Fußball beschäftigten. Ihr findet unseren zugehörigen Artikel hier. In beiden Storys stieß jeweils ein Superstürmer zur Entenhausener Mannschaft, dem es in erster Linie nur darum ging, selbst gut auszusehen, und im Laufe der Comics wurde er dann eines Besseren belehrt. Hier haben wir nun einen Comic, in dem ein Superstürmer zur Entenhausener Mannschaft stößt, dem es in erster Linie nur darum geht, selbst gut auszusehen, und im Laufe des Comics wird er dann eines Besseren belehrt. Ist es wirklich so schwer, einen anderen Ansatz für eine Fußballgeschichte zu finden?

Natürlich muss man »Anpfiff in Europa« zugestehen, dass es durchaus einige Abweichungen im weiteren Verlauf der Story gibt - allein schon deshalb, weil es hier in Person von Donald einen zweiten Starspieler gibt, der ebenso eigensinnig ist. Wirklich unterhaltsam wird es dadurch aber auch leider nicht. Nach guten Fußballgeschichten im Duck-Universum muss man wirklich lange mit der Wünschelrute suchen, zu oft wirken sie so, als habe man krampfhaft einen Schnellschuss zusammengebastelt, um anlässlich eines Turnieres etwas halbwegs Passendes parat zu haben. Dieser Comic ist uninspiriert, nicht überraschend und auch nur sehr sporadisch amüsant. Am Ende entschieden sich drei unserer Mitarbeiter, ihn mit der Note Vier zu bewerten, zwei wählten die Note Fünf. Damit landeten wir am Ende beim Durchschnittswert 4,4 - ein ganz schön magerer Start, der deutlich schwächer als »Team auf Tour« ausgefallen ist.


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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz