Diese Website nutzt technisch notwendige Cookies, nähere Infos finden Sie hier
47.614 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »morfinn-433«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Tatort Lichtenkogel
Werbung:
Seit dem 19. Juli kann man »Auf ins Meer!« bekommen, das 561. Lustige Taschenbuch. Wir lassen seitdem eine Fünfergruppe aus unserem Team die einzelnen Comics lesen und bewerten. Zuletzt war die Geschichte »Voll im Einklang« an der Reihe, in der ganz Entenhausen versuchte, den Ursprung eines bestimmten Tones zu ermitteln. Eigentlich sollte man den Mantel des Schweigens über den Comic legen, dennoch haben wir unseren Senf dazu gegeben, wie ihr nachlesen könnt, wenn ihr hier klickt. Ihr wart in eurer Bewertung (Schulnote 4,78) nicht ganz so harsch wie unser Team (5,2), empfandet den Comic dennoch als alles andere als lesenswert. Hoffen wir also, dass »Tatort Lichtenkogel« Besserung bringt.

Tatort Lichtenkogel

Mit vierzig Seiten ist dieser Comic der längste dieses Lustigen Taschenbuchs. Er besteht aus zwei Hälften, die durch den Kurzcomic »#Streithammel« unterbrochen werden, den wir nicht näher thematisieren werden, da er mit acht Seiten Länge unter dem Mindestmaß liegt, das wir einst dafür festgeschrieben hatten. Ursprünglich hieß die von Marco Bosco geschriebene und von Marco Mazzarello gezeichnete Micky-Maus-Geschichte »Brivido a Beaver Gulch«, was »Nervenkitzel in der Biberschlucht« bedeutet. Interessant, dass damals von einer Schlucht die Rede war, hier hingegen von einem Berg. Im Lustigen Taschenbuchs sind die einzelnen Parts mit »Entführung im Gebirgszug« und »Eine bahnbrechende Entwicklung« überschrieben, während die am 25. August 2021 im italienischen »Topolino«-Magazin veröffentlichte Originalversion keine Untertitel hatte.

Worum geht es?

Micky und Minnie geraten während einer Urlaubsreise mal wieder in einen Kriminalfall: Im bergigen Ort Dösbrunn gibt es nicht nur zahlreiche Trainspotter, sondern auch einen Berg - den titelgebenden Lichtenkogel -, auf dessen Gipfel zwei verlassene Zelte stehen. Wie es scheint, haben die Bewohner ihre Zelte kurzfristig zurückgelassen und sind verschwunden. Sie gilt es nun zu finden.

Spoiler

Die Verschwundenen sind ein Tourist namens Kurt Krume und der Dösbrunner Erwin Erzle. In dessen Zelt liegt ein Zettel mit der Aufschrift »Dafür wirst du bezahlen«. Micky und Minnie erfahren, dass Erzle drei Feinde hatte, da er versucht hatte, den Bau einer Hotelanlage zu verhindern: Der Besitzer des Sägewerks, der Inhaber des Supermarkts und ein Immobilienmakler und Versicherer. Der zweite im Bunde hat ein Alibi: Er war zum mutmaßlichen Entführungszeitpunkt bei der Eröffnung seiner neuen Bäckerei und wurde dabei von vielen anderen gesehen. Der Letztgenannte wurde zufällig von einem der Trainspotter, der gerade einen »Kohlenkasten« fotografieren wollte, am Bahnhof geknipst. Es scheint somit, der Sägewerksbesitzer sei der Hauptverdächtige. Die Reifenspuren, die am Tatort gefunden werden, passen obendrein zu dessen Geländewagen. Auf dem Drohbrief befindet sich jedoch Brombeersaft, und der Sägewerksbesitzer ist gegen die Früchte allergisch. Auf eine Idee von Minnie hin erkennen Micky und die anderen Ermittler, dass der Drohbrief womöglich gar nicht an Erzle gerichtet war, sondern an Krume, und dass der Wind ihn von einem Zelt ins andere geweht haben könnte. Tatsächlich ergibt eine Recherche in der Polizei-Datenbank, dass Krume ein verurteilter Verbrecher ist, der frisch aus dem Gefängnis entlassen wurde. Hinzu kommt, dass Krumes Hotelzimmer in der Zwischenzeit durchwühlt wurde. Durch Zufall bekommt Micky etwas später mit, dass »Kohlenkästen« von Dampflokomotiven eigentlich »Tender« heißen, was ein erfahrener Trainspotter hätte wissen müssen. Dadurch kommt er darauf, dass das Alibi des Immobilienmaklers gefälscht war und er mit dem angeblichen Trainspotter unter einer Decke steckte. Mickie & Co. verfolgen ihn heimlich, und tatsächlich stoßen sie auf das Versteck der Entführten. Der Immobilienmakler war von Kurt Krume mit ihrer gemeinsamen kriminellen Vergangenheit erpresst worden, und da er nicht zahlen wollte, hatte er ihn entführt. Erwin Erzle war lediglich zur falschen Zeit am faschen Ort gewesen und war mitgenommen worden.

Die Einschätzung

Der Comic wirkte auf uns ein bißchen wie eine sehr lange Version der Rätselcomics aus dem Micky Maus Magazin. Der Eindruck dürfte dadurch entstanden sein, dass es drei potenziell in Frage kommende Täter gibt und ermittelt werden muss, welcher der Kandidaten der tatsächliche Strolch ist. An sich ist es ja durchaus ansprechend, wenn ein Fall von Micky Maus ein paar falsche Fährten aufweist und mit ein paar Wendungen daherkommt, anstatt dass es zum x-ten Mal auf durchsichtige Weise gegen Kater Karlo, das schwarze Phantom & Co. ins Feld geht. Dennoch will dieser Comic einfach nicht so richtig zünden, dafür wirkt er zu trocken und dröge, und er ist spannungsarm inszeniert. So richtig können wir nicht erklären, weshalb dieser Eindruck entsteht, aber jede (bisweilen ziemlich konstruiert wirkende) Wendung, jede Überraschung, jedes durchwühlte Zimmer - alles plätschert beim Lesen an einem vorbei. Im vergangenen Lustigen Taschenbuch hatte es mit Der Fall Villa Girlanda einen wirklich guten Micky-Maus-Kriminalfall gegeben, dieser hier stinkt dagegen ab, obwohl man ihm handwerklich eigentlich relativ wenig vorwerfen kann. Am Ende gab es von einer unserer Mitarbeiterinnen die Schulnote Drei, die übrigen Testleser legten sich auf eine Vier fest. Dies ergab im Schnitt die Note 3,8.


Wie fandet ihr "Tatort Lichtenkogel"?
1
 
 124 (29,5%)
Schulnote 4
2
 
 102 (24,2%)
Schulnote 5
3
 
 87 (20,7%)
Schulnote 3
4
 
 49 (11,6%)
Schulnote 6
5
 
 48 (11,4%)
Schulnote 1
6
 
 11 (2,6%)
Schulnote 2
An der Umfrage haben 421 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Daniela Peine  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz