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  Die Entenanalyse: Tatort Entenhausen
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Vor wenigen Wochen hatten wir die einzelnen Comics des 505. Lustigen Taschenbuchs, das den Titel »Zutritt verboten!« trug, für euch analysiert. Schlussendlich war es leider nicht der allerbeste Band der Reihe, vielmehr stellten sich die meisten Geschichten als Teil der Kategorie »Kann man lesen, muss man aber nicht« heraus, und zwei waren sogar richtig schlecht. Unsere Analyse zum kompletten Band könnt ihr an dieser Stelle finden. Nun ist ein neuer Band erschienen, und natürlich waren wir hoffnungsvoll, dass es aufwärts gehen würde.

Tatort Entenhausen

Während die meisten Geschichten, die im Lustigen Taschenbuch abgedruckt werden, aus dem italienischen Magazin »Topolino« stammen, ist der Auftaktcomic des seit dem 24. April 2018 erhältlichen 506. Lustigen Taschenbuchs für den deutschen Markt maßgeschneidert wurden, denn es handelt sich um eine Geschichte, die an die ARD-Krimireihe »Tatort« angelehnt wurde. Offenbar wird der Comic aber europaweit weiterverwendet. Es handelt sich um die Titelgeschichte, die wie das Buch selbst »Tatort Entenhausen« heißt. Die Idee des Ganzen stammt von Peter Höpfner, ausgearbeitet wurde die Story von Gorm Transgaard und Saskia Hauff, und für die Zeichnungen war Flemming Andersen zuständig. Der Dreireiher ist vierzig Seiten lang.

Worum geht es?

Nachdem Donald Duck von seinem Onkel entlassen wird, kommt er auf die Idee, sich als Polizist zu bewerben, er wird jedoch gar nicht erst ins Präsidium eingelassen. Durch einen Trick schleicht er sich in das Gebäude und wird Zeuge einer Besprechung, in der ein Ermittler namens Schimauski darüber referiert, dass eine berühmte Statue aus dem Entenhausener Kunstmuseum gestohlen wurde. Diese war eine Leihgabe eines berühmten Sammlers. Um die Diebe in Sicherheit zu wiegen, möchte Schimauski einen »stieseligen Trottel« als leitenden Ermittler präsentieren, und so wird Donald als Strohmann vor die Kameras geschoben. Motiviert wie er ist, will Donald jedoch nicht nur der vorgeschobene Strohmann sein, sondern den Fall auch wirklich lösen.

Spoiler

Donald und die Ermittler besuchen zuerst das Museum, dann Lord Pompinger, wie der Sammler heißt, dem die Statue eigentlich gehörte. Wie sich zeigt, ist dieser finanziell in einer großen Krise. Vor Ort - insbesondere durch einige Anmerkungen des Butlers - wächst der Verdacht, der Lord könne die Tat ganz bewusst inszeniert haben, um aus seiner misslichen finanziellen Situation herauszukommen. Während die Ermittler - die an diverse Tatort-Kommissare angelehnt wurden - anschließend über potenzielle Täter diskutieren, glaubt Donald in dem Lord bereits unumstößlich den Bösewicht erkannt zu haben, und so fährt er nochmal auf eigene Faust zu ihm, um ihn zu verhaften. Als er mit ihm zum Präsidium zurückkehrt, ist ein Video aufgetaucht, das den Lord als Schlafwandler entlarvt und damit zahlreiche Indizien null und nichtig macht. Kurzerhand wird Donald aus dem (angeblichen) Polizeidienst entlassen. Er heuert wieder bei Dagobert an und wird zu nächtlichen Putzarbeiten am Hafen verdonnert. Dort wird er zufällig Zeuge des Abtransports der verschwundenen Statue, die auf dem Seeweg aus der Stadt geschafft werden soll. Er hinterlässt Schimauski einen telefonischen Hinweis und steigt mit aufs Schiff. Nach einer abenteuerlichen Jagd übers Wasser wird der wahre Täter gestellt: Karl-Friedrich, der Butler des Lords. Dieser wollte sich auf diesem Wege für eine Gehaltskürzung rächen. So können die Polizisten und Donald abschließend gemeinsam beim Bürgermeister die Lösung des Falles feiern. Da der Comic mit »Ende (dieser Folge)« schließt, kann man im Nachhinein davon ausgehen, hier den Start in eine ganze Reihe an »Tatort«-Comics erlebt zu haben.

Die Einschätzung

Auch wenn Cross-Promotion eine schlaue Sache ist, erscheint eine Kooperation zwischen dem »Tatort« und den Machern des Lustigen Taschenbuchs ein wenig widersinnig, denn zwischen den üblichen Zielgruppen der beiden Formate dürfte ein Altersunterschied von einigen Jahrzehnten liegen. Etwas merkwürdig ist auch, dass das Projekt schlussendlich immer noch gewisse Grenzen zieht - wenn man schon gemeinsame Sache macht, warum muss dann beispielsweise »Schimanski« immer noch in »Schimauski« umgewandelt werden? Last but not least ist es auch irritierend, dass ausgerechnet Schimanski der Tatort-Kommissar war, dem eine herausgerückte Rolle zugedacht wurde, also eine schon seit Jahren (logischerweise) nicht mehr aktuelle Figur.

Wir sollten erwähnen, dass keiner unserer fünf Testleser in diesem Jahrtausend auch nur eine einzige Ausgabe des »Tatort« gesehen hat (und dies auch nach diesem Comic nicht ändern wird), so dass eventuelle Anspielungen von uns nicht verstanden werden können. Tatsächlich ist der Comic allerdings auch ohne dieses Vorwissen ganz okay (und vielleicht sogar ein Stück besser, weil man sonst womöglich eine andere Erwartungshaltung hätte). Durch Donalds Strohmannrolle und einige andere Elemente hob sich die Story von den tausenden und abertausenden Ermittlercomics, die man im Laufe der Jahrzehnte schon aus dem Hause Disney serviert bekommen hat, ordentlich ab. Und auch wenn man sich relativ früh denken kann, wer hinter allem steckt, hat sich hier doch eine ganz unterhaltsame Geschichte ergeben, die actionreich ist und ein paar nette Wendungen hat, und auf ihre ganz eigene Weise auch einen ordentlichen Schuss Humor. Schlussendlich bewerteten sie jeweils zwei unserer Mitarbeiter mit den Schulnoten Zwei und Drei, einer entschied sich für eine Vier, womit summa summarum der Durchschnittswert 2,8 zu Buche stand.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz