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  Die Entenanalyse: Tag & Nacht im Einsatz - Helden im freien Fall
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Im Dezember besprachen wir hier die Comics des 553. Lustigen Taschenbuchs. Dieses ging ordentlich los: Vier Comics wussten mehr oder weniger zu überzeugen ... und dann ging es ab in den Keller. Und zwar tief. Eine Übersicht unserer damaligen Besprechungen findet ihr an dieser Stelle.

Seit dem 4. Januar ist nun der erste neue Band des Jahres 2022 im Handel. Die Nummer 554 heißt »Tag & Nacht im Einsatz« und wartet nicht nur mit dem Start einer neuen Buchrückenreihe, sondern gleich mal mit einer zünftigen Preiserhöhung von einem Euro auf. Dies ist die größte Preiserhöhung in der Geschichte des Lustigen Taschenbuchs ... eine, die durch die abgelieferte Qualität zuletzt nicht häufig gerechtfertigt wurde. Sehr viele Bände waren durchwachsen, 2021 hätten wir nur zehn Comics das Prädikat »muss man unbedingt gelesen haben« gegeben. Als da wären: Das Alabaster-Einhorn, Die Glitzerquelle, Neues aus der Geschäftswelt, Im Pendel der Zeit, Der Pechpilz und der Glücksvogel, Phantomiasland, Gamaschen für die Ewigkeit, Superheld oder Superschurke?, Gipfelstürmer sowie Wie alles begann ..., die Titelgeschichte von Nummer 553. Hoffen wir also, das es 2022 nicht nur in Sachen Preis, sondern auch in Sachen Lesespaß aufwärts geht. Wir haben wieder ein Testleserquintett auf das Buch angesetzt, und mit der Titelgeschichte haben sie heute losgelegt.

Tag & Nacht im Einsatz: Helden im freien Fall

Die Titelgeschichte ist - wie gewohnt - nicht dem italienischen »Topolino«-Magazin entnommen worden, sondern speziell für dieses Lustige Taschenbuch geschrieben worden. Abgesehen von einem ganz am Ende folgenden Einseiter handelt es sich um den einzigen komplett neuen Beitrag des Bandes. Der 26 Seiten lange Comic wurde von Andreas Pihl geschrieben und von Massimo Fecchi gezeichnet.

Worum geht es?

Nach einem Ausflug mit Daisy und den Kindern macht Donald Ducks Auto schlapp, woraufhin Daniel Düsentrieb es wieder herrichtet. Einige Stunden später bricht Dr. Dark aus dem Gefängnis Aldakraz aus und stiehlt das Auto, als Donald damit gerade in einem Phantomias-Einsatz ist. Der Ganove macht sich damit auf den Weg ins Weltall.

Spoiler

Kurz nach Dr. Darks Abflug bricht auch eine Rakete in Richtung der Entenhausener Raumstation auf. In einen Raumanzug gehüllt hängt sich Donals (als Phantomias) mit einem Seil an die Rakete und fliegt mit. Oben angekommen, zeigt sich, dass Dr. Dark einen konkreten Grund für seine Reise hatte: An Bord der Rakete befindet sich eine »Kleisterkanone«. Als die Rakete ankommt, nimmt er die Waffe an sich und feuert sie auf eines der Besatzungsmitglieder ab, der daraufhin an der Wand klebt. Durch den Müllschlucker der Raumstation gelangt Phantomias wenig später ins Innere. Dort trifft er auf Dr. Dark, der ihn als Donald Duck identifizieren kann, da er im Handschuhfach des Autos dessen Personalausweis gefunden hat. Die beiden balgen sich ein Weilchen herum, dann bricht Dr. Dark mit dem Auto und der Kleisterkanone gen Erde auf. Phantomias hängt sich wiederum mit seinem Seil an ihn. Kurz bevor sie ankommen, überwältigt Phantomias den Gangster und bringt sein Auto unter Kontrolle. Auf dem Boden feuert Phantomias die Kleisterkanone auf Dr. Dark ab und klebt ihn auf diese Weise an einen Baum. Die Folge ist, dass der Ganove wieder ins Gefängnis zurückgeschafft werden kann. Dort kommt er zu dem Schluss, dass der Personalausweis von Donald Duck nur eine Finte gewesen sein dürfte ... ah ja. Die letzten drei Seiten sind dann noch ein wenig der Objektophilie zwischen Donald und seinem 313er gewidmet.

Die Einschätzung

Vor vier Wochen war die Titelgeschichte der Höhepunkt des gesamten Bandes, keine der anderen Geschichten kam da ran. Wollen wir mal hoffen, dass es dieses Mal genau in die andere Richtung geht, denn sonst müsste man für den Rest des Buchs schwarz sehen. »Tag & Nacht im Einsatz: Helden im freien Fall« ist in vielerlei Hinsicht einfach nur miserabel. So ist unter anderem der ganze Ausflug ins All ein einziges logisches Loch. Dr. Dark fliegt ins All, weil er an das kommen möchte, was die Rakete dorthin transportiert ... die noch gar nicht gestartet ist, als er gen All aufbricht. Wofür also hat er also überhaupt den Ausflug ins All gebraucht? Was genau ist an einer Kleisterkanone überhaupt so spektakulär, dass man dafür extra ein Verbrechen im All begehen muss? Was hätte man damit erreichen können, das man nicht mit tausend anderen Waffen auf der Erde hätte packen können? Wie genau schafft er es eigentlich, mit Phantomias' Auto im All zu lenken? Was hat sich Andreas Pihl bei der Erschaffung der Besatzung der Raumstation und ihrem Verhalten gedacht? Und so weiter, und so fort. Ach ja, und was genau will man mit der seltsamen Autoromantik vermitteln? Immerhin muss man der Geschichte attestieren, dass sie auf eine gelungene Weise gezeichnet worden ist. Fecchi hat sich auf keinem einzigen Panel einen Ausrutscher geleistet, das Ganze ist von vorn bis hinten schön anzusehen. Ein guter Comic wird trotzdem nicht daraus. Ein Mitarbeiter konnte sich zur Vergabe der Note Drei erweichen, vom Rest unserer Testleser gab es jeweils eine Fünf. Damit landeten wir im Schnitt bei 4,6 ... hoffentlich ist das kein schlechtes Zeichen.


Wie fandet ihr "Tag & Nacht im Einsatz: Helden im freien Fall"?
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 39 (9,1%)
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz