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  Die Entenanalyse: Superheld oder Superschurke?
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Seit letzter Woche gibt es ein neues Lustiges Taschenbuch, nämlich die Nummer 549 mit dem Titel »Unter Dinos«. Wir lassen es von fünf Mitarbeitern Stück für Stück lesen. Nach zwei anständigen Comics zum Auftakt war die zuletzt von uns gelesene Geschichte »Die Gunst der Kunst« die erste Enttäuschung dieses Bandes. Zwar war sie immerhin zwanzig Seiten lang, wirkte jedoch wie ein kurzer Lückenfüller, um auf die richtige Gesamt-Seitenzahl zu kommen. Den zugehörigen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Nachdem ihr bei den ersten beiden Comics deutlich kritischer als wir wart, deckt sich das Zwischenergebnis eurer Abstimmung (Durchschnittsnote 3,95) in etwa mit dem unserer Testleser (3,8). Mit Phantomias ging es derweilen weiter.

Superheld oder Superschurke?

Auch dieser Comic ist recht aktuell. Er wurde am 18. und 25. November des Jahres 2020 in zwei Teilen im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht und hat somit noch nicht einmal ein Jahr auf dem Buckel. Der Originaltitel lautete »Caccia a Paperinik«, was »Jagd auf Phantomias« bedeutet. Der deutschsprachigen Version wurden (wie zumeist) Untertitel gegeben, nämlich »Eine erstaunliche Entdeckung« und »Eine außergewöhnliche Auflösung«. Zwischen den beiden Parts wurden andere Comics platziert. Insgesamt ist der Dreireiher 46 Seiten lang. Er stammt von Marco Gervasio, wurde von Davide Cesarello gezeichnet und zählt zu der Reihe über Phantomias in modernen Zeiten. Den zuletzt im Lustigen Taschenbuch abgedruckten Teil (Gerangel um die Villa Rosa, LTB 547) fanden wir eher durchschnittlich, dieser hier wurde bei I.N.D.U.C.K.S. deutlich besser bewertet.

Worum geht es?

Donald Duck soll für Dagobert nach »Baltimora« fliegen, um dort das Gemälde der »Schlafenden Schönen« abzuholen, das man aus einem früheren Comic kennt und damals beinahe verloren gewesen wäre, wäre Phantomias nicht eingeschritten. Er kommt jedoch zu spät: Als er am Museum eintrifft, ist das Bild nicht mehr da, denn es wurde gestohlen. Donald kehrt also mit leeren Händen nach Hause. Am nächsten Morgen wird er von der Polizei eingesammelt und aufs Revier gebracht, um eine Aussage zu machen, denn die Überwachungskameras des Museums zeigen, dass der Täter ein guter Kumpel von ihm ist: Phantomias.

Spoiler

Die Polizei, die durch den Sicherheitsbeauftragten des Museums unterstützt wird, setzt Donald unter Druck, so schnell wie möglich einen Kontakt zu Phantomias herzustellen. Der gibt sich alle Mühe, Zeit zu gewinnen, muss aber mitspielen, um nicht wegen Komplizenschaft im Kittchen zu landen. Eine Sache ist für Donald unerklärlich: Das Video zeigt tatsächlich Phantomias und nicht jemanden, der sich als der Superheld und Rächer verkleidet hat. Während er den Phanto-Bot zur Villa Rosa schickt, damit die Polizei abgelenkt ist, versucht Donald (als Phantomias) den wahren Täter zu finden. Dabei geht er davon aus, dass diejenigen, die schon viele Jahre zuvor an dem ersten Versuch, das Gemälde zu stehlen, beteiligt waren. Klaas Klever erweist sich jedoch als unschuldig. Die Panzerknacker haben das Bild tatsächlich, sie arbeiteten jedoch für einen unbekannten Auftraggeber. Hinzu kommt noch, dass sich das Gemälde als Fälschung herausstellt. Daniel Düsentrieb kommt anhand einer rückwärts fliegenden Mücke, die man auf dem Überwachungsvideo sieht, dem Geheimnis derweilen auf die Schliche: Das Video zeigt Phantomias nicht beim Stehlen des Bildes, sondern beim Zurückbringen nach dem ersten Diebstahlsversuch (im historischen Comic). Das Video läuft rückwärts ab. Der wahre Täter ist der Sicherheitsbeauftragte des Museums. Nachdem Phantomias ihn mit einer Signatur auf dem Bild unter Druck setzt, verplappert sich der Mann und wird verhaftet. Phantomias ist rehabiltiert, beim Verlassen der Polizeistation rutscht ihm jedoch eine Anmerkung heraus, durch die der zuständige Ermittler (ein Mann namens Inspektor Imglück) herausbekommen könnte, dass er und Donald ein- und derselbe Erpel sind.

Die Einschätzung

Der Comic enthält mehrere Querverweise auf ältere Phantomias-Geschichten, insbesondere auf »Phantomias und die schlafende Schöne«. Das war damals ein wirklich exzellenter Comic, doch das Problem daran ist, dass seine deutschsprachige Veröffentlichung schon 43 Jahre zurückliegt. Zwar gab es seitdem ein paar Nachdrucke, aber vermutlich werden nur wenige Leser schon davon gehört haben. In Italien wurde das (fast fünfzig Jahre alte) Original viel häufiger recycelt, so dass der Bezug der Leser viel größer sein dürfte. »Superheld oder Superschurke?« funktioniert auch ohne die Geschichte zu kennen ganz problemlos, zumal ein paar Erläuterungen mitgeliefert werden, doch wie viel »Fanservice« hier wirklich drinsteckt, dürfte vielen verborgen bleiben. Und so ein bißchen Nostalgie ist eben angenehm, gerade wenn man sich sogar noch an den Moment erinnern kann, in dem man das alte Lustige Taschenbuch als Kind auf dem Flohmarkt fand ... die Phantomias-Lustigen-Taschenbücher hatten damals noch den Flair, etwas ganz Besonders zu sein. Ungeachtet dessen ist »Superheld oder Superschurke?« auch ohne den Fanservice eine wirklich gelungene Geschichte, die von vorne bis hinten Spaß macht und durch das Katz- und Mausspiel, das Donald mit den Polizisten spielt, sowie die eingestreuten falschen Fährten den Eindruck von überdurchschnittlicher Komplexität und Durchdachtheit vermittelt. Daher war dies einer der (bisher) besten Beiträge zu »Phantomias in modernen Zeiten«. Unterdurchschnittlich war allenfalls die zeichnerische Leistung bei der Figurendarstellung, aber das wog nicht allzu schwer. Letztenendes gaben vier Mitarbeiter unserer Seite dem Comic die Note Zwei, und da noch eine Drei hinzukam, landeten wir hier am Ende beim Durchschnittswert 2,2.


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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz