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  Die Entenanalyse: Steinharter Brocken
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Seit gestern lassen wir fünf unserer Mitarbeiter die Comics des 516. Lustigen Taschenbuchs lesen, das den Titel »Frost mit der Post« trägt und seit dem 29. Januar im Handel ist. Der zuletzt von uns thematisierte Micky-Maus-Ermittlercomic »Der Odem von Orkus« war halbwegs in Ordnung, wie ihr an dieser Stelle nach wie vor nachlesen könnt. In dem Buch ging es mit einer Valentinstags-Story rund um Gundel Gaukeley weiter, die wir an dieser Stelle nicht näher thematisieren werden, da sie nur neun Seiten lang ist und damit an der von uns vor langer Zeit festgelegten Zehn-Seiten-Mindestgrenze knapp vorbeischrammt. Nur so viel: Sonderlich gut hätte sie nicht abgeschnitten. Die nächste längere Geschichte beschäftigte sich mit Dagobert, Donald und Dussel Duck.

Steinharter Brocken

Geschlagene siebzehn Jahre hat es gedauert, bis dieser Comic aus dem Italienischen ins Deutsche übersetzt wurde: Seine Erstveröffentlichung erfolgte schon am 26. Februar 2002. Damals trug der dreißig Seiten lange Dreireiher desn Titel »Paperino, Paperoga e il miliardario inavvicinabile«, was zu Deutsch »Donald, Dussel und der unnahbare Milliardär« bedeutet. Die Storyidee wurde von Bruno Concina ausbaldowert, anschließend wurde der Comic von Luciano Gatto skizziert. Als Inker fungierte Michele Mazzon.

Worum geht es?

Dagobert fährt mit Donald und Dussel in eine verschneite Berglandschaft. Seine Neffen vermuten, es ginge in den Urlaub, stattdessen möchte Dagobert dort einem anderen Millionär namens Siggi Steinhart begegnen und ihn dazu bringen, einen Vertrag zu unterzeichnen. Nachdem sich die Ducks ein Zimmer im billigsten Hotel am Orte genommen haben, begeben sie sich auf die Suche nach dem Geschäftsmann.

Spoiler

Die Grundidee der Geschichte besteht darin, dass sich Dagobert viele Varianten ausdenkt, wie man den gewünschten Geschäftspartner milde stimmen könnte, und Dussel und Donald (sowie die Auswahl der falschen Ideen) sorgen anschließend dafür, dass es nicht klappt. Dussel soll ihn zunächst aufhalten, fährt mit Skiern auf ihn zu und rauscht in ihn hinein. Donald folgt, und auch er fährt Steinhart über den Haufen. Ein Alpenchor wird engagiert und singt Steinhart ein Ständchen, Steinhart hasst Alpenchoräle und gießt Dagobert einen Eimer Wasser über den Kopf. Eine Cremetorte wird Dagobert übergestülpt, da Steinhart zwar Torte mag, sich aber gerade in einer Diät befindet. Orchideen entpuppen sich als schlechte Idee, da Steingart gegen diese allergisch ist. Eine seltene Briefmarke stimmt den reichen Philatelisten nicht wie gewünscht fröhlich, sondern verärgert ihn komplett, da damit der Anreiz zunichte gemacht wurde, überall auf der Welt nach der Marke zu suchen. Schlussendlich erklärt sich Steingart bereit, Dagobert zehn Minuten zu gewähren, ihm sein Geschäft vorzustellen, wenn er umgekehrt endlich mit seinen nervigen Versuchen aufhört. Während Dagobert wenig überzeugend mit Steingart spricht, haben Dussel und Donald endlich frei und fahren mit einem Bob umher. Gerade als Dagobert kurz vor dem Scheitern der Verhandlungen steht, rauschen die beiden mit ihren Bob mitten in einen Alpenchor hinein. Das findet Steingart so amüsant, dass er sich bereiterklärt, das Geschäft mit dem reichsten Erpel der Welt abzuschließen.

Die Einschätzung

Im Vergleich zu den beiden Auftaktcomics war »Steinharter Brocken« leider ein klarer Schritt in die falsche Richtung, denn das, was man hier geboten bekommt, kann man im besten Fall als merkwürdig bezeichnen. Das fängt damit an, dass der Leser an keiner Stelle erfährt, um was für ein Geschäft es sich überhaupt handelt, das Dagobert Duck mit dem zweiten Milliardär abschließen möchte. Das setzt sich damit fort, dass nicht ersichtlich ist, welche Taktik Dagobert mit dem Einsatz seiner beiden Neffen überhaupt verfolgt. Was genau hätten die beiden machen sollen, um das Zustandekommen des Geschäfts zu forcieren? Dass Dagobert nach den wiederholten Demütigungen immer weiter macht, ist für einen Erpel in seiner Position geradezu unwürdig, und der plötzliche Stimmungsumschwung seines designierten Geschäftspartners kommt abrupt und erzwungen daher. Abgesehen davon mangelt es der Story an jeglicher Spannung, denn dass das Geschäft am Ende zustandekommt und ein weiteres Missgeschick der beiden jüngeren Ducks dafür sorgen wird, erkennt man auf den ersten Blick. Hinzu kommt noch, dass die eingebuten Slapstick-Momente einfach nicht witzig sind. Kein guter Comic also, und so dürfte es wenig wundern, dass er von zwei unserer Mitarbeiter mit der Note Vier bedacht wurde, während sich die drei anderen für eine Fünf entschieden. So stand summa summarum der Durchschnittswert 4,6 zu Buche. Womit sich mal wieder gezeigt hat: Comics, die zwei Jahrzehnte auf Halde lagen und nicht übersetzt wurden, sind meistens nicht sehr lesenswert.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz