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  Die Entenanalyse: Sonntagsausflug mit Folgen
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Langsam gehen wir mit dem Lustigen Taschenbuch 545, das »Die Duckyssee« heißt und seit dem 27. April im Handel ist, auf die Zielgerade: Nur zwei Comics sind übrig, die wir an dieser Stelle noch nicht thematisiert hatten. Zuletzt ging es mit dem Phantomias- bzw. Donald-gegen-Gustav-Comic »Der Pechpilz und der Glücksvogel« qualitativ wieder deutlich nach oben. Wir empfanden die Geschichte als den besten Beitrag dieses Bandes, wie wir an dieser Stelle schilderten. Ihr habt es etwas anders gesehen: Während wir die Note 2,2 vergeben haben, ist der bisherige Schnitt eurer Abstimmung eine 2,72, was deutlich schwächer als die Note der »Duckyssee« ist. Weiter geht es nun mit dem kurzen Comic, der zwischen den beiden Parts von »Der Pechpilz und der Glücksvogel« abgedruckt wurde.

Sonntagsausflug mit Folgen

Hierbei handelt es sich um den ältesten Comic, der in diesem Band abgedruckt wurde. Im Vergleich zu anderen »alten« Comics, die den Weg in aktuelle Lustige Taschenbücher finden, ist er aber wiederum auch nicht allzu alt: Die Erstveröffentlichung erfolgte am 5. Juli des Jahres 2016 im italienischen Magazin »Topolino«. Damals hieß der sechzehn Seiten lange Dreireiher »Pippo e la pentacicletta«, zu Deutsch »Goofy und das Fünfrad«. Geschrieben wurde er von Simone »Sio« Albrigi, für die Zeichnungen war Luca Usai verantwortlich.

Worum geht es?

Micky Maus möchte mit Goofy eine neunzig Kilometer lange Fahrradtour machen. Ihr Ziel sind die Gumpenfälle am Großen Erpelsee. Gerade, als die beiden losfahren wollen, platzt Mickys Vorderreifen, da die Straße voller Nägel liegt, die Goofy tags zuvor dort fallengelassen hatte. Da Micky Spezialreifen an seinem Rad hat, kann man den Schlauch nicht flicken. Zum Glück hat Goofy Abhilfe auf seinem Dachboden: ein »Fünfrad«, eine Erfindung seines Urahnen Goofino Gofellus.

Spoiler

Einst wurden zehn Fünfräder gebaut. Neun hatten Unfälle, weswegen Goofys Exemplar das letzte verbliebene Gefährt dieser Bauart ist. Goofy gibt seinem besten Freund eine extrem dicke Bedienungsanleitung, dann setzt er sich eine Bananenstaude als Helm auf und will losfahren. Zu Beginn will Micky die Scheiben des überdachten Gefährts öffnen, um Goofy ein Startsignal geben zu können, löst damit jedoch ein eingebautes Feuerwerk aus. Damit ist auch der Startschuss in das gesetzt, was dem Leser bis zum Ende des Comics blüht, nämlich eine Aneinanderreihung von Bedienproblemen, denen sich Micky ausgesetzt sieht. Er schießt über rote Ampeln, da er nicht weiß, wie er bremsen kann, er kann nach überstandenen Anstiegen nicht einfach die Berge herunterrollen, da das Gefährt eine Vorrichtung zur Erschwerung von Abfahrten hat, er landet im Treibsand, und er aktiviert einen Schleudersitz. Tatsächlich schaffen es die beiden trotzdem bis an die Gumpenfälle. Dort fällt Goofy ein, dass man nur den Schlüssel des Gefährts hätte umdrehen müssen, dann hätte es sich in ein (vergleichsweise) normales Fahrrad umgewandelt, und Micky wäre alles erspart geblieben.

Die Einschätzung

Tja ... man muss Sio und Luca Usai auf jeden Fall zugute halten, dass die beiden das Wagnis eingegangen sind, herumzuexperimentieren. Das betrifft sowohl die erzählte Geschichte selbst, den angeschlagenen Humor als auch die Art und Weise, in welcher der Comic gezeichnet wurde. Leider gingen alle drei Dinge unserer Meinung nach vollkommen gegen den Baum. »Sonntagsausflug mit Folgen« fühlte sich nicht wie ein Micky- und Goofy-Comic an, ja, er fühlte sich noch nicht einmal wie ein Disney-Comic an, sondern eher wie eine - vorsichtig ausgedrückt - preisgünstige Trashveröffentlichung. Goofy wurde hier nicht als liebenswerter trotteliger Kumpel dargestellt, sondern einfach nur als grenzdebil, und auch Micky schien ein Großteil seiner grauen Zellen abhanden gekommen zu sein. Und man hat beim Lesen den Eindruck, man müsse selbst auch ein paar davon verlieren, um hieran irgendetwas witzig zu finden. Welche Zielgruppe soll es beispielsweise sein, die darüber lacht, dass eine Bananenstaude als Fahrradhelm benutzt wird? Sorry, aber das war uns viel zu überdreht, viel zu viel Brechstange, storytechnisch unsinnig, zeichnerisch schwach. Diejenigen, die dem Comic etwas abgewinnen können, mögen sich bitte nicht auf den Schlips getreten fühlen - Geschmäcker sind verschieden, und womöglich steckt hier irgendetwas drin, was wir partout nicht erkennen, aber aus unserer Warte war das mit das Schlechteste, das es in den letzten Jahren im Lustigen Taschenbuch zu lesen gab. Schlussendlich gab eine unserer Mitarbeiterinnen dem Comic die Note Fünf, dem Rest blieb nichts anderes übrig, als die Note Sechs zu vergeben. So landeten wir hier beim Durchschnittswert 5,8.


Wie fandet ihr "Sonntagsausflug mit Folgen"?
1
 
 234 (63,6%)
Schulnote 6
2
 
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Schulnote 5
3
 
 25 (6,8%)
Schulnote 4
4
 
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5
 
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Schulnote 1
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz