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  Die Entenanalyse: Schlemmen zum Nulltarif
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In dieser Woche haben wir damit begonnen, die Comics des 545. Lustigen Taschenbuchs auf unserer Seite zu besprechen. Dieses trägt den Titel »Die Duckyssee« und ist seit dem 27. April im Handel. Zuletzt war die Geschichte »Ein mysteriöses Handicap« aus dem Dunstkreis der »Organisation zum Kampf gegen Monster aller Art« (OMA) an der Reihe. Wir waren nicht sehr begeistert, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Euch gefiel die Geschichte noch weniger: Während wir die Durchschnittsnote 4,2 vergeben hatten, ist bei eurer Abstimmung derzeit 4,47 der Schnitt. Im Klub der Milliardäre ging es weiter.

Schlemmen zum Nulltarif

Rund zweieinhalb Jahre hat dieser dreißig Seiten lange Dreireiher auf dem Buckel: Am 1. August des Jahres 2018 wurde er im italienischen Magazin »Topolino« abgedruckt. Damals hieß die Geschichte »Zio Paperone e la cena dei cento«, was zu Deutsch »Onkel Dagobert und das Abendessen der Hundert« bedeutet. Geschrieben wurde die Geschichte von Carlo Panaro, Federico Franzò hatte sie anschließend in Bilder gegossen.

Worum geht es?

Nachdem sich Klaas Klever im Klub der Milliardäre großzügig zeigt und den anderen das Essen spendiert, gerät er mit Dagobert Duck aneinander. Dagobert wettet daraufhin mit dem ewigen Zweiten, dass es ihm gelingen würde, am Folgetag ein Abendessen für die hundert reichsten Milliardäre der Stadt zu veranstalten, dass nur hundert Taler kostet und jedem Anwesenden wunderbar mundet. Die hundert reichsten Milliardäre von Entenhausen? Es muss sich glatt um den reichsten Ort von ganz Calisota handeln - warum sind die Straßen nicht mit Gold gepflastert, und warum gibt es Ortsteile wie Kummersdorf, wenn es so viele Mega-Steuerzahler gibt? Sollte Dagobert die Wette nicht gewinnen, müsste er ein halbes Jahr darauf verzichten, mit den hundert Gästen Geschäfte zu machen. Für Klaas Klever gilt bei einem Wettverlust das gleiche, zudem muss er dann einen Hut essen.

Spoiler

Dagobert hat ein großes Problem: Er hat keine Idee, wie er das Essen auf die Beine stellen soll. Donald empfiehlt ihm daraufhin, es bei Oma Duck zu probieren. Die hat tatsächlich gute Ideen, und man macht sich ans Abernten ihres Bauernhof, und man sammelt Beeren im Wald. Da Franz Gans dabei einen Unfall erleidet, fällt Oma Duck aus, und so sitzt Dagobert wieder auf dem Trockenen. Donalds nächste Idee ist eine Erfindung von Daniel Düsentrieb. Der baut für 99 Taler einen Kochroboter. Dieser produziert jedoch nur erbärmliches Essen, und eine Korrektur seiner Programmierung würde das knappe Budget sprengen. Zum Glück springt ein Cateringservice ein, der Dagobert anbietet, das Essen gratis auszurichten, da es für ihn ein guter Werbeeffekt sei. In Wirklichkeit handelt es sich um die verkleideten Panzerknacker. Es gelingt den Ducks, sie zu überwältigen. Die Gerichte, die von den Panzerknackern mitgebracht worden waren, hatten die Strolche zuvor aus Klaas Klevers Restaurant gestohlen. Der verlangt daraufhin 30.000 Taler für das Essen, und Dagobert muss den Preis annehmen, da er laut eigener Aussage keine andere Wahl hat. (Warum denn? Die Wette hätte er doch so oder so verloren, also könnte er die Milliardäre genausogut ohne Essen wegschicken.) Die Polizei zahlt Dagobert 100.000 Taler für die Ergreifung der Panzerknacker, womit Dagobert an diesem Abend mit 70.000 Talern im Plus steht. Damit hat er die Wette gewonnen (!?) und Klaas Klever muss eine besonders große Melone verspachteln.

Die Einschätzung

Also ... wo sollen wir anfangen? Am besten hinten, denn je weiter man vorankommt, desto mehr stauen sich die Probleme. Die Auflösung der Wette ist einfach Unfug, das kann man nicht beschönigen. Wieso sollten die Kosten des Essens mit dem Kopfgeld für die Panzerknacker verrechnet werden? Das Essen hat 30.000 Taler gekostet, also hat Dagobert die Wette eigentlich verloren. Es ist nicht das erste Mal, dass es am Ende einer solchen Wettgeschichte zu einer seltsamen Aufrechnung kam. Hier ist es aber besonders ärgerlich. Und was noch hinzukommt: Warum schnabuliert Klaas Klever eigentlich schon die Melone, bevor die anderen Milliardäre überhaupt mit dem Essen angefangen haben? Ob die Wette wirklich gewonnen ist, hängt schließlich noch von deren Wertung ab. Und überhaupt: Was ist Dagobert Duck für ein törichter Geschäftserpel, wenn er sich ohne Not in eine derartige Wette hineinreden lässt? Immerhin wurde der Comic zeichnerisch halbwegs ordentlich umgesetzt, wenngleich auch dieser Part nicht gänzlich kritikfrei bleiben kann, da die Protagonisten ihre Mimik bisweilen so stark strapazieren, als seien sie Pantomimen. Dagobert Duck im Wettstreit mit Klaas Klever zu erleben, kann trotz der Häufigkeit und des immer gleichen finalen Melonenessens unterhaltsam sein, hier war dies nicht der Fall. Am Ende vergab ein Mitarbeiter die Note Drei, dreimal wurde eine Vier vergeben, und einer unserer Mitarbeiter entschied sich für eine Fünf. So kamen wir hier am Ende auf den Durchschnittswert 4,0.


Wie fandet ihr "Schlemmen zum Nulltarif"?
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz