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  Die Entenanalyse: Schlaflos am Vesuv
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Die ersten Geschichten im 503. Lustigen Taschenbuch hatten finstere Momente: Donald Duck verletzte durch seine Tollpatschigkeit Journalisten schwer, Kater Karlo versuchte Micky Maus zu ermorden, und in der zuletzt von uns analysierten Story »DoppelDuck - Element 109« galt es die Erschaffung einer radioaktiven Waffe zu verhindern. Nach so viel Düsternis war es Zeit für eine etwas fröhlichere Geschichte, und diese wurde unseren fünf Mitarbeitern, die sich durch das Buch schmökern, obwohl sie dafür eigentlich viel zu alt sind, auch tatsächlich geboten:

Schlaflos am Vesuv

Die Geschichte, die ursprünglich aus dem italienischen Magazin »Topolino« stammt, ist schon ziemlich alt, denn dort wurde sie am 20. November 2001 veröffentlicht. Dass ein Comic so lange nicht übersetzt wurde, macht normalerweise etwas skeptisch, denn es wäre irritierend, wenn eine richtig gute Story so lange »übersehen« worden wäre. Tatsächlich fallen die Bewertungen durch die Benutzer der Disney-Comic-Plattform I.N.D.U.C.K.S. nicht allzu vielversprechend aus. Optimistischer stimmt die Tatsache, dass es in Italien inzwischen eine Handvoll Wiederveröffentlichungen gab, was für ein gewisses Grundvertrauen in die Geschichte spricht. Der 24 Seiten lange Dreireiher wurde von Bruno Concina geschrieben und von Salvatore Deiana gezeichnet. Der Originaltitel lautete »Gennarino e l'amore difficile«, was zu Deutsch »Nimmermehr und die schwierige Liebe« bedeutet. Hierzulande erschien der Comic im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 503, das seit dem 30. Januar 2018 erwerbbar ist und den Titel »Auf die Piste, fertig, los!« trägt.

Worum geht es?

Gundel Gaukeleys Rabe Nimmermehr und die Rabin Nigetraud von Gundels Nachbarn - einem Zauberer namens Artemus - lieben sich. Für Artemus ist Nimmermehr ebenso unter seinem Niveau wie er von Gundel nichts hält. Gundel hingegen unterstützt die Romanze des schwarzen Federviehs. Nachdem die Raben durch ihre verhinderte Beziehung so unkonzentriert werden, dass sie als Unterstützer der beiden Magier immer weniger taugen und für extremes Chaos sorgen, eskaliert der Streit zwischen Gundel und Artemus so sehr, dass die beiden Raben entscheiden, gemeinsam zu fliehen.

Spoiler

Gundel ist tieftraurig darüber, dass sie Nimmermehr ziehen lassen muss, doch ihm und seinem Gefühlsleben zuliebe ist sie bereit, seine Flucht zu akzeptieren. Als es dann tatsächlich so weit ist und Nimmermehr aufbrechen will, packt sie die Wut auf Artemus so sehr, dass sie einen letzten Versuch startet, die Beziehung der beiden Raben auch ohne Flucht zu ermöglichen: Sie fordert ihren Nachbarn zu einem magischen Wettbewerb heraus. Sollte sie diesen zu ihren Gunsten entscheiden, müsste Artemus die Beziehung der beiden Vögel akzeptieren. Artemus nimmt die Herausforderung an, und so geht das Duell los. Gundels Energieblitze prallen an einem magischen Schutzschild ab, den Artemus aufspannt, Gundels herbeigerufene Drachen werden von Artemus' herbeigerufenen Drachen vertrieben, Gundels Feuerkugeln werden von noch größeren Feuerkugeln ihres Gegners einfach verschlungen, und dann bekommt die Hexe auch noch Juckpulver ab. Kurzum: Sie droht das Duell nach Strich und Faden zu verlieren. Als Artemus zum entscheidenden Schlag ausholt, bittet Gundel um eine Unterbrechung und fängt stattdessen an, Artemus verbal Honig ums Maul zu schmieren. Der steigt darauf ein und lässt sich so sehr umgarnen, dass die beiden am Ende in einer Pizzeria beim gemeinsamen Essen landen. Kurzum: Um die Liebe der Raben zu retten, nimmt Gundel in Kauf, sich den stundenlangen anstrengenden und vor Selbstlob triefenden Redeschwall ihres Nachbarn anzuhören.

Die Einschätzung

Nun, womöglich waren wir nach den ganzen finsteren Szenen, die es bis zu diesem Zeitpunkt im 503. Lustigen Taschenbuch zu lesen gab, so froh über eine etwas leichtere Geschichte, dass wir an »Schlaflos am Vesuv« friedlicher herangegangen sind als an andere Storys, auf jeden Fall aber fanden wir den Comic ziemlich gut. Selbstverständlich kann man von einer Geschichte über verliebte Raben und wetteifernde Magier nicht unbedingt Meilensteine der Logik, hochklassige Wendungen und besonders tiefschürfende Augenblicke erwarten, aber dennoch wurde hier für Fans friedlicher Disney-Geschichten allerhand geboten. Im Gegensatz zur ansonsten »bösen« Rolle, die Gundel und Nimmermehr in den meisten Geschichten verkörpern, ist dies hier natürlich alles ein wenig »out of Character« gewesen, aber dies wird durch wunderbare Momente aufgewogen, beispielsweise der Szene, in der Nimmermehr einen Maiskolben mit seiner Angebeteten teilt. Und schlussendlich darf man eines nicht vergessen: Heute ist Valentinstag, und was könnte da passender sein als so ein drolliger Comic? Wir jedenfalls waren ziemlich zufrieden: Vier unserer Mitarbeiter gaben der Geschichte die Note Zwei, einer eine Drei, und dies ergab in der Summe die Durchschnittsnote 2,2. Damit handelte es sich bis hierhin um den besten Comic des 503. Lustigen Taschenbuchs ... und gleichzeitig auch dem ersten, der dem Begriff »lustig« auch wirklich gerecht wurde.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz