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  Die Entenanalyse: Schiffbruch zu zweit
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Momentan lassen wir fünf unserer Mitarbeiter das Lustige Taschenbuch lesen, das am 19. Juni erschienen ist. Dieses hat die Nummer 508 und trägt den Titel »Einfach entspannen!«, und zumindest teilweise wurde dies durch Comics unterfüttert, die in Urlaubsregionen spielen. Der Phantomias-Comic »Liebe geht durch den Motor«, der zuletzt an der Reihe war und den wir an dieser Stelle analysierten, bildete dabei eine Ausnahme. »Schiffbruch zu zweit«, die nächste Story im Buch, nimmt die Leserschaft hingegen wieder mit in (offenbar) tropische Gefilde.

Schiffbruch zu zweit

Das Original des zwölf Seiten langen Dreireihers erschien am 17. November des Jahres 2015 in der damaligen Ausgabe des italienischen Comic-Magazins »Topolino«. Betitelt war er mit »Paperino & Paperoga naufraghi fuori rotta«, was zu Deutsch »Donald und Dussel Duck sind vom Kurs abgekommen« bedeutet. Erdacht wurde die Geschichte von Pietro Zemelo, umgesetzt wurde sie von Donald Soffritti. Bei den Disney-Experten von I.N.D.U.C.K.S. wählten die User den Comic zu einer der schlechtesten Disney-Geschichten aller Zeiten.

Worum geht es?

Donald und Dussel fahren mit einem Schiff, das Dagobert Duck gehört, übers Meer. Donald will seinen Vetter partout nicht ans Steuerrad lassen, und kaum lässt er ihn dann doch mal den Kurs übernehmen, bringt Dussel das Schiff auch schon zum Kentern. Mit dem Rettungsboot rudert Donald die beiden bis ans Ufer einer kleinen Insel, die offenbar von der Außenwelt abgeschnitten ist.

Spoiler

Donald schlägt vor, ein Feuer zu machen und das Boot zu reparieren, doch Dussel reagiert vorschnell auf die erste Ansage und verfeuert den Kahn. Anschließend gibt es mindestens ein kapitales Missgeschick pro Tag: Am ersten Tag zeigt sich, dass Dussel keine lebensnotwendigen Gegenstände eingepackt hat, sondern unbrauchbaren Nonsens wie einen Föhn. Am zweiten Tag gibt Dussel zu verstehen, dass er Landkarten dabei hat, doch es handelt sich um Reisepläne für Italien, Deutschland und Frankreich. Und so weiter, und so weiter. Später freundet sich Dussel mit der heimischen Tierwelt an. Nach einer Woche zeigt sich, dass die vermeintlich einsame Insel gar keine einsame Insel ist, denn auf der anderen Seite befindet sich ein Ferienklub. Am achten Tag werden Dussel und Donald schlussendlich gerettet, denn ein großes Schiff landet an. Dessen Kapitän reagiert zunächst unwirsch, doch da er bald merkt, dass die Neffen seines Chefs Dagobert Duck vor ihm stehen, lässt er die beiden an Bord kommen. Dort übernimmt Dussel dann wieder das Ruder, und natürlich bringt er auch dieses Schiff zum Kentern.

Die Einschätzung

Man muss der Geschichte zugute halten, dass sich Pietro Zemelo hier durchaus ein paar Ideen hat einfallen lassen, die aller Ehren wert waren. Die achtseitige Stafette »ein Tag pro Seite« ist ein solcher Fall, denn das war kreativ und gut gemeint, auch wenn der jeweilige »Gag des Tages« selten im Ziel saß. Und Letzteres ist dann auch direkt das große Problem der Story: Jenseits aller Ideen bekam man hier eben in erster Linie den üblichen überzogenen Dussel-Duck-Nonsens präsentiert. Ein wenig Slapstick & Co. ist ja immer okay und gern gesehen, aber in der Form ist es viel zu erzwungen und kaum amüsant ... und das gipfelt im Sinken des zweiten Schiffs. Hinzu kommt im Fall von »Schiffbruch zu zweit«, dass der Comic teilweise wirklich miserabel gezeichnet wurde. Zwar ist das gelegentliche Verzerren von Proportionen und Gesichtern hier eher als Stilmittel gemeint als dass es Ausrutscher sind, dennoch wirkt es so, als sei Donald Soffritto wiederholt der Bleistift entgleist (... oder womit auch immer die Skizzen heutzutage angefertigt werden). Letztlich empfanden wir die Geschichte als (bisherigen) Tiefpunkt des Buches. Eine unserer Mitarbeiterinnen entschied sich für die Note Drei, zwei vergaben die Note Vier, und jeweils einmal wurden die Noten Fünf und Sechs vergeben. So kam summa summarum der Durchschnittswert 4,4 zustande. Die Richtung, in der sich das Buch entwickelt, ist damit leider eher Besorgnis erregend, denn vom Auftaktcomic an wurde es sukzessive immer schlechter.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz