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  Die Entenanalyse: Schiffbruch im Blättermeer
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Am 17. August ist mit »Unter Dinos« das 549. Lustige Taschenbuch erschienen, und wir haben es seitdem von fünf Mitarbeitern unserer Seite lesen lassen. Nun ist Endspurt angesagt, denn nur noch ein Comic ist übrig. Zuletzt thematisierten wir hier die Geschichte »Schönheit aus der Tube«, die zwar mit einer außergewöhnlichen Figurenkonstellation aufwartete (Daisy Duck und Gundel Gaukeley), aber trotzdem nicht allzu gut war. Den zugehörigen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Ihr fandet den Comic besser als wir: Während wir bei der Schulnote 4,0 gelandet sind, ist bei eurer Abstimmung der Durchschnitt 3,47 herausgekommen. Mit einer Dagobert Duck'schen Schatzsuche ging das Buch zu Ende.

Schiffbruch im Blättermeer

Hierbei handelt es sich um die älteste Geschichte dieses Bandes, denn ihre Veröffentlichung erfolgte bereits am 9. August des Jahres 2017. Damals hieß die 33 Seiten lange Story aus dem italienischen Magazin »Topolino« noch »Il segreto del mare di foglie«, was man mit »Das Geheimnis des Blättermeeres« übersetzen kann. Sie zählt zur Reihe »Abenteuer Tiefsee«, auch wenn sie nicht in der Tiefsee spielt. Deren deutsche Versionen wurden (wie so oft) sporadisch und unchronologisch veröffentlicht, zumeist in Spezialpublikationen. Im 523. Lustigen Taschenbuch befand sich vor zwei Jahren der aus ihr stammende Comic »Die Schatzkarte des Petronius«, dessen Original jünger als das Original von »Schiffbruch im Blättermeer« ist. Geschrieben wurde der »Schiffbruch im Blättermeer« von Sisto Nigro, Donald Soffritti erledigte die zeichnerische Arbeit.

Worum geht es?

Dagobert Duck und sein Butler Baptist treffen (verkleidet) an Bord eines Amazonasdampfers im brasilianischen Dschungel in dem Ort »Sáo Desperado« ein. Dort hat Käpt'n Schuhschnabl in Dagoberts Auftrag ein abenteuerliches flugfähiges U-Boot - den »Kalmar« - und einige andere Gefährte konstruieren lassen, um auf die Suche nach El Dorado zu gehen. Dabei bedienen sie sich der Aufzeichnungen des Seefahrers und Abenteurers Felipe Fitzcanardo, der in der Nähe auf die goldene Stadt gestoßen sein soll.

Spoiler

Die Abenteurer reisen auf der »Kalmar« flussaufwärts gen Westen und stehen dabei ständig mit Fräulein Rührig in Kontakt, die ein Kontrollzentrum im Geldspeicher leitet. Sie begegnen auf ihrem Weg schwimmenden Inseln, riesigen Blumen und Piranhas. Letzteren fällt Dagobert fast zum Opfer. Als sie an einem Nebenfluss ankommen, der für die »Kalmar« zu klein ist, steigen sie in eine motorisierte Krabbe um. Sie begegnen einem Papayasammler, der berichtet, dass man sich in der Gegend die Geschichte eines Schiffes auf den Bäumen erzählt, das man nach einigen Meilen an einer Flussbiegung finden soll. Tatsächlich stoßen die Entdecker auf dieses Schiff. Allerdings lautert man ihnen auf: Fernando Fitzcanardo, der letzte Nachkomme von Felipe Fitzcanardo, beansprucht den Kahn seines Ahnen für sich. Er hat Käpt'n Schuhschnabl in einem Archiv beobachtet und war ihnen seitdem gefolgt. Fernando scheint dank seiner Waffe die Oberhand über die Situation zu haben, doch er wird von einer Anakonda attackiert. Nachdem es Baptist gelingt, die Schlange zu vertreiben, wird Fernando entwaffnet. Dann klettern die Abenteurer mit ihm gemeinsam zum Schiff hoch und durchsuchen es nach Spuren, die ihnen den Weg nach El Dorado weisen. Sie finden ein Tagebuch, in dem Felipe Fitzcanardo einst festgehalten hatte, dass ihm eine falsche Schatzkarte angedreht worden war und er El Dorado deshalb nie fand. Wütend rauscht sein Urenkel ab. Auch Dagobert und seine Kollegen müssen ihre Schatzsuche abbrechen, aber immerhin können sie noch die schöne Natur genießen.

Die Einschätzung

Der Comic versucht, sich selbst in die Tradition alter Dagobert'scher Schatzsuchen zu stellen, und zwar mit allem Drum und Dran bis hin zu den absurden Gefährten, mit denen der reichste Erpel der Welt unterwegs ist. Dass es sich dabei in diesem Fall um ein ziemlich erzwungenes und unnötiges Korsett handelt, sieht man daran, dass die »Kalmar« ein U-Boot ist, die Schatzsucher mit ihr aber an keiner Stelle unterhalb der Wasseroberfläche fahren. Davon einmal abgesehen, ist die Suche nach El Dorado ein etwas altbackenes Konzept, und auch dass bei der Gelegenheit im Urwald ein Schiff auftaucht, das in einen Baum hochgewachsen ist, kennt man aus anderen El-Dorado-Storys ... wenn auch nicht bei den Ducks. Schiffe, die an ungewöhnlichen Stellen gestrandet sind und dann Dagobert auf dessen Wegen begegnen, sind aber auch nicht gerade neu, schon Carl Barks kam vor fast siebzig Jahren in seinen (hervorragenden) »sieben Städten von Cibola« darauf, eines in einer Wüste zu platzieren, was dann im 521. Lustigen Taschenbuch im (ebenso hervorragenden) Comic Die sieben Sande von Cibola wieder aufgegriffen wurde. Die Story über den »Schiffbruch im Mittelmeer« kann da leider nicht mithalten, dafür ist sie zu unspektakulär und unspannend. Streckenweise hat man den Eindruck, dass die Macher des Comics dies auch geahnt haben können, denn Szenen wie das Auftauchen der Riesenschlange erwecken den Eindruck, dass man noch schnell ein paar zusätzliche Spannungsmomente einflechten wollte, um zu kaschieren, dass die Story recht dünn ist. Schlecht ist der Comic trotzdem nicht - Dagobert Schätzen hinterherschnüffeln zu sehen, hat eben immer etwas Unterhaltsames -, man hätte nur ein wenig mehr erwartet. Am Ende entschieden sich vier Mitarbeiter für die Note Drei, eine Mitarbeiterin vergab eine Vier. Damit landeten wir hier beim Durchschnittswert 3,2.


Wie fandet ihr "Schiffbruch im Blättermeer"?
1
 
 144 (34,2%)
Schulnote 2
2
 
 71 (16,9%)
Schulnote 6
3
 
 65 (15,4%)
Schulnote 1
4
 
 61 (14,5%)
Schulnote 3
5
 
 49 (11,6%)
Schulnote 5
6
 
 31 (7,4%)
Schulnote 4
An der Umfrage haben 421 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz