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  Die Entenanalyse: Rasante Radtour
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Am 21. Mai ist ein neues Lustiges Taschenbuch erschienen, nämlich die Nummer 520 mit dem Titel »85 Jahre Donald Duck«. In gewohnter Manier lassen wir es von fünf Mitarbeitern unserer Seite lesen. Zuletzt waren wir bei der Geschichte »Der strahlende Schatten« angekommen, die sich als ein ganz ordentlicher Phantomias-Comic herausgestellt hat, auch wenn wir uns nicht ganz sicher sind, ob ein Schatten überhaupt strahlen kann. An dieser Stelle findet ihr unsere Besprechung. Mit einem Ausflug nach Holland ging es weiter.

Rasante Radtour

Die Geschichte ist ein Jahr alt, sie wurde am 11. April des Jahres 2018 im italienischen Magazin »Topolino« erstmals veröffentlicht. Geht man nach den Wertungen in der Comicplattform I.N.D.U.C.K.S., handelt es sich um einen der am schlechtesten eingestuften Comics aller Zeiten. Der Originaltitel des 28 Seiten langen Dreireihers lautete »Tre paperi in bici«, was man mit »Drei Enten auf Fahrrädern« übersetzen kann. Der Comic wurde von Bruno Sarda geschrieben, Nicolino Picone steuerte die Zeichnungen bei.

Worum geht es?

Gustav Gans hat eine Reise nach Holland gewonnen, bei der man auf einem Tandem unterwegs sein kann. Da er nicht strampeln will, lädt er nicht Daisy ein, sondern schlägt Dussel und Donald vor, in die Pedale zu treten. Nachdem sich die beiden höchst erfreut zeigen, erklärt er ihnen den Haken an der Sache: Er will durchaus auch nach Holland mitkommen, er will nur nicht Radfahren. Stattdessen wird ein Sozius aufs Tandem gebaut, und er lässt sich herumfahren.

Spoiler

In Amsterdam begeben sich die drei in ein Souvenirgeschäft. Als hundertster Kunde des Tages gewinnt Gustav Gans eine Schneekugel und gibt sie an Dussel weiter, da er selbst nichts damit anfangen kann. Die Kugel wird in einen kleinen Geschenkkarton verpackt. Wenig später prallen die drei mit ihrem Tandem mit einem (fürchterlich gezeichneten) Ganstertrio zusammen, und das Päckchen wird vertauscht. Fortan fahren die drei Erpel mit einem riesigen Diamanten herum, ohne es zu wissen. Dieser wurde kurz zuvor gestohlen. In der Folge geht ihr Karton mehrfach fast verloren: Eine Möwe schnappt ihn sich und lässt ihn über dem Meer fallen, später bleibt er am Blatt einer riesigen Windmühle hängen, dann wird er gestohlen. Immer wieder kommt das Päkchen jedoch zu den drei Touristen zurück ... womöglich dank Gustavs Glück. Schlussendlich werden sie jedoch von den drei Gangstern geschnappt, die inzwischen ihre Spur aufgenommen hatten. Sie werfen so lange Käseräder auf sie, bis die Unholde zur Strecke gebracht werden. Der Diamant wird entdeckt, und die Gangster werden verhaftet. Mit dem ausgesetzten Kopfgeld ersetzen Dussel und Donald den Schaden, den sie auf ihrer Hatz quer durch Holland angerichtet haben. Nur Gustav darf seinen Anteil behalten, da er das Tandem nicht bedient hat und somit als passiver Beobachter gilt. Dafür wird er am Ende von Dussel und Donald verjagt.

Die Einschätzung

Der Comic hat sich als ein echtes Ärgernis erwiesen. Die Geschichte mit dem vertauschten Diamanten hätte eigentlich Stoff für eine nette kleine Gangsterklamotte im Disney-Gewand ergeben können. Natürlich wäre die Story nicht gänzlich neu gewesen, da solche Ansätze schon sehr häufig in Filmen verarbeitet wurden, dennoch hätte es lustig werden können. Der rote Faden funktioniert bis zur Auflösung sehr gut. Was gar nicht geht, ist die überbordene Masse an Klischees, die hier abgesondert wurde. Die Holländer fahren Rad, es liegen Käseräder herum, man futtert Käsebrote, man brettert durch Tulpenbeete, man bleibt an Windmühlen hängen, Frauen in Tracht und mit Holzschuhen laufen rum. Es hätte nur noch gefehlt, dass sich jemand einen Joint angesteckt hätte. Ist das wirklch noch Humor im Jahre 2019? Hinzu kommen noch absolut katastrophale Zeichnungen. Die Figuren sehen zum Teil völlig verformt aus, ihre Gesichter entstellt, die Proportionen verunglückt. Absolut unterirdisch, teilweise auf dem zeichnerischen Niveau von Grundschülern. Was man sich dabei wohl gedacht hat? Schlussendlich entschied sich ein Mitarbeiter wegen der im Kern ordentlichen Story für die Note Drei, einmal wurde eine Vier vergeben, zweimal eine Fünf, und einmal eine Sechs. Summa summarum landeten wir dadurch im Schnitt beim Durchschnittswert 4,6.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz