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  Die Entenanalyse: Randale rundum
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Auch nach sechs Comics und mehr als der Hälfte der Seitenzahl bewegte sich das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 505 im Bereich des grauen Durchschnitts: Keine Story hat bisher positiv herausgeragt, keine Story hat bisher negativ herausgeragt. Zuletzt fanden wir die Geschichte »Das Erfinder-Diplom«, in der Primus von Quack im Mittelpunkt stand, reichlich nichtssagend, wie wir euch hier erzählten. Nun ging es mit einem Dussel-Duck-Comic weiter ... was auf den ersten Blick auch nicht gerade vielversprechend klang.

Randale rundum

Es handelt sich um einen fünf Jahre alten Comic, der am Valentinstag des Jahres 2012 erstmals im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht wurde. Mittlerweile gab es in Italien zwei Neuveröffentlichungen, was allerdings womöglich weniger an der Qualität liegt, sondern daran, dass der sechzehn Seiten lange Dreireiher kurz genug ist, um als Auffüllstory zu dienen, wenn mal wieder ein wenig Platz übriggeblieben ist. In der Disney-Comic-Plattform I.N.D.U.C.K.S. zählt »Randale rundum« zu den am schlechtesten bewerteten Comics überhaupt. Im Original hieß der Comic »Paperoga e il servizio imprevedibile«, was zu Deutsch »Dussel und der unvorhersehbare Service« bedeutet, wobei »Service« hier im Sinne des Tennis-Aufschlages zu verstehen ist. Der Egmont Verlag druckte die deutsche Version ins Lustige Taschenbuch mit der Nummer 505, das seit dem 27. März 2018 im Handel ist und »Zutritt verboten!« heißt.

Worum geht es?

Dussel Duck beobachtet einen Tennisspieler, der mit einer Aufschlagmaschine trainiert. Nachdem der Mann abgezogen ist, tritt Dussel interessiert an die Maschine heran und schaltet sie an, woraufhin ihm eine Salve Bälle gegen den Kopf geschossen wird. Fortan versucht er erfolglos, das Gerät auszuschalten, und wird stattdessen immer wieder aufs Neue getroffen.

Spoiler

Das Ausschalten der Maschine bringt nichts, das Steckerziehen bringt nichts, Verstecken bringt nichts. Dann zerschießt die Maschine eine Fensterscheibe, und Dussel bekommt die Rache des Hausbesitzers ab, der ihn ohrfeigt. Danach legt die Maschine wieder los. Dussel wird von einem Baum geschossen, er wird hinter einer Mauer beschossen, er wird hinter einer Ecke beschossen, er wird unter einem Gullideckel beschossen. Selbst in einer Telefonzelle wird er noch getroffen. Schließlich entledigt sich Dussel des Problems, indem er die Aufschlagmaschine einfach kurz- und kleinschlägt. Zufrieden geht er daraufhin zu einem Kaugummiautomaten, wirft einen Taler ein ... und wird prompt mit einer Salve Kaugummis beschossen.

Die Einschätzung

Eine Spezialität dieses Comics haben wir bis hierhin noch gar nicht erwähnt: Er kommt auf seinen sechzehn Seiten vollkommen ohne Sprechblase und ohne erklärendes Wort aus, sondern funktioniert nur über die Bilder. Oder besser gesagt: Er soll über die Bilder funktionieren. Tatsächlich hat sich der Gag, dass Dussel pausenlos von stafettenweise Tennisbällen getroffen wird, schon nach einem Fünftel der Geschichte erschöpft. Der »Humor« besteht dann im Wesentlichen daraus, dass Dussel entgegen jeder Gesetzmäßigkeit der Gravitation immer wieder aufs Neue getroffen wird. Das trägt einfach überhaupt gar nicht. In diesem Stil hätte man vielleicht einen der uralten Disney-Bewegtfilme vor einem Dreivierteljahrhundert gestalten können und damit ein paar Lacher erzeugt, aber aus heutiger Sicht funktioniert es einfach nicht mehr. Womöglich muss man ein ganz, ganz junger Leser sein, um daran Gefallen zu finiden. Wir hingegen haben fünf Mitarbeiter ins Feld geschickt, die nach landläufiger Meinung vermutlich als fast schon zu alt gelten dürften, um »normale« Disney-Comics zu lesen, und so konnten wir uns hierauf gar nicht einlassen. Drei Mitarbeiter unserer Seite gaben der Geschichte die Note Fünf, die anderen beiden entschieden sich für die Schulnote Sechs, so dass am Ende der Durchschnittswert 5,4 zu Buche stand. Was für ein Reinfall - zum Glück war der Comic nicht noch länger!
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz