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  Die Entenanalyse: Randale auf der Ranch
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Seit dem 17. Juli kann man das 509. Lustige Taschenbuch im Handel bekommen, das den Titel »Extrem erfrischen!« trägt. Nach einem ziemlich dürftigen Start in den Band hatten sich die Comics gebessert, so richtig gut war es bis hierhin jedoch noch nicht geworden. Zuletzt haben wir den Comic »Verhinderte Händel« analysiert, bei dem das erzählte Geschehen und die daraus folgenden Konsequenzen in einem ziemlichen Missverhältnis standen, wir wir euch an dieser Stelle berichteten. Nun haben wir mit der vierten Story aus dem Buch weitergemacht.

Randale auf der Ranch

Nicht sehr vielversprechend war, dass es sich um eine Sergei-Schlamassi-Story handelte. In der Disney-Comic-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. zählt sie - Stand jetzt - zu den am schlechtesten bewerteten Geschichten überhaupt. Kein Wunder also, dass man sich sechzehn Jahre Zeit ließ, ehe man sich dann doch durchrang, sie auf Deutsch zu übersetzen. Der 35 Seiten lange Dreireiher wurde erstmals am 21. Mai 2002 im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht. Der Originaltitel lautete »Cow boy Bum Bum nella valle dell'oro nero«, was zu Deutsch »Cowboy Sergei Schlamassi im Tal des schwazen Goldes« bedeutet. Ersonnen und gezeichnet wurde der Comic - wie sollte es bei einer Schlamassi-Geschichte anders sein - von Corrado Mastantuono.

Worum geht es?

Die Panzerknacker befinden sich auf einem erfolgreichen Fischzug und räumen eine Villa nach der anderen aus, da die Bewohner eines Stadtviertels alle zu einem Jahr- und Flohmarkt gegangen sind. Unter anderem befinden sich Sergei Schlamassi, Donald Duck und Daniel Düsentrieb auf dem Markt, und die beiden Letztgenannten sind von Sergeis dort an den Tag gelegten Begeisterung - vorsichtig ausgedrückt - etwas verstört. An einem Stand beobachten die drei ein Telefonquiz, bei dem es um Ferien auf einer Ranch geht. Gewinner des Quizzes wird Schlamassi - aber nicht, weil er selbst mitgespielt hätte, sondern weil die Panzerknacker gerade sein Haus ausräumten und einer der Verbrecher von Sergeis Telefon aus an dem Quiz teilnahm. Sergei stellt die Sache richtig, wodurch ihm der Gewinn entzogen wird. Kein Problem für Schlamassi, denn er ist seit Kindestagen bereits Besitzer einer Ranch, die er gegenüber Donald und Daniel bisher noch nie erwähnt hatte.

Spoiler

Da Schlamassis Haus komplett leergeräumt wurde, ergreift er mit Donald und Daniel die Gelegenheit, seiner alten Ranch einen Besuch abzustatten. Diese befindet sich in einem vollkommen heruntergekommenen Zustand, woraufhin das Trio beginnt, das alte Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen. Sergei berichtet in dem Zusammenhang, dass es mit der einst blühenden Farm bergab ging, nachdem ein Fluss seine Laufrichtung geändert hatte und das Gebiet zu trocken wurde. In dem Moment bekommen die drei Besuch von einem großen Mann namens Bill Bigbos und einigen seiner Handlanger, die versuchen, Sergei vom Verkauf des Geländes zu überzeugen. Sergei will es tatsächlich verkaufen, jedoch nicht an Bigbos, sondern an seinen Freund Tex Taff. Bigbos bietet ihm zwar eine stattliche Geldsumme, doch Sergei stört sich an den Geschäftspraktiken des Mannes. Nachdem Daniel Düsentrieb feststellt, dass der Ranch das Wasser abgegraben wurde, geht er der Sache auf den Grund und stellt fest, dass Bigbos den Zulauf des Grundstücks umgeleitet hat. Außerdem belauscht er ein Gespräch, durch das er erfährt, dass sich ein reiches Erdölvorkommen unter Sergeis Ranch befindet. Ehe er es seinen Freunden mitteilen kann, werden diese von den Leuten von Bigbos überfallen. Sergej legt in dem Augenblick unfassbare Cowboy-Fähigkeiten an den Tag und sorgt mit Donald dafür, dass die Gangster aufgehalten werden können. Ein letzter Versuch von Bigbos, Sergei mit einer angeblichen Dynamitstange zu erpressen, schlägt kläglich fehl. Bigbos gibt zu, einst auch für das Versiegen des Flusses veranwortlich gewesen zu sein. Das Erdölvorkommen versiegt schlussendlich viel schneller als erwartet, doch Sergei kann das Gelände immerhin gewinnbringend an Tex Taff verkaufen. Abschließend zwingt er die Panzerknacker dazu, ihm den Krempel aus seinem Haus wiederzugeben, so dass dieses wieder zu der gleichen Messie-Bude wird, die es vorher war.

Die Einschätzung

In unserem Artikel zum Comic Das Wunder von Katapulto hatten wir bekanntlich bemängelt, dass darin ein abenteuerlicher Schwenk von einer Krimi-Story in Richtung griechischer Mythologie unternommen wurde. War der damalige Schwenk schon kühn, so ist der Wandel dieser Story hier von einem Flohmarktbesuch zu einer Wild-West-Story geradezu aberwitzig. Schlussendlich versuchte Mastantuono hier vermutlich, dem von ihm erfundenen Schlamassi ein wenig mehr persönlichen Hintergrund zu geben, denn bis hierhin kannte man ja - zumindest unseres Wissens nach - nicht viel über ihn, sieht man mal von seinem aktuellen Zustand und Lebenswandel ab. Und dieser will einfach überhaupt nicht zu der Charakterzeichnung passen, die Schlamassi hier verabreicht wird, denn er hat hier plötzlich die Fähigkeiten eines Super-Cowboys. Damit gibt es hier zusätzlich zum storytechnischen Bruch auch einen Bruch in der Figurendarstellung. Nimmt man das mal beiseite, dann ist die erzählte Geschichte gar nicht so schlecht und eine recht ausgewogene Mischung aus amüsanten Momenten, Action und Spannung. Hätte man sich einfach auf die Wild-West-Geschichte beschränkt und das Ganze nicht krampfhaft als Background-Story aufgezogen, wäre hier viel mehr drin gewesen. So gaben zwei unserer Mitarbeiter der »Randale auf der Ranch« die Note Drei, dreimal gab es die Note Vier, was summa summarum den Durchschnittswert 3,6 bedeutete.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz