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  Die Entenanalyse: Phantomiasland
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Am 25. Mai ist ein neues Lustiges Taschenbuch erschienen, nämlich »Anpfiff in Europa«, insgesamt schon der 546. Band der seit 1967 erscheinenden Reihe. Wir lassen das Buch von fünf Mitarbeitern unserer Seite lesen, und bislang hat es sich als nicht sehr gut erwiesen: Nur einer der vier bisherigen Comics erwies sich als ansprechend. Die zuletzt thematisierte Franz-Gans-Geschichte »Der Wachstums-Generator« war ziemlich mies, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Ihr kommt bisher bei eurer Abstimmung (Durchschnittsnote 4,89) sogar noch zu einer etwas drastischeren Bewertung als wir (4,6). Weiter ging es mit einer Phantomias-Geschichte, die so lang ist, dass sie zweimal unterbrochen wurde. Die dazwischen abgedruckten Kurzcomics »Spielpause wider Willen« und »Die Phasen des Fortschritts« sind mit ihren insgesamt sechs Seiten so kurz, dass sie unter unsere Mindestgrenze für separate Artikel gefallen sind ... zum Glück, denn etwas Gutes hätten wir darüber nicht schreiben können.

Phantomiasland

Es handelt sich bei »Phantomiasland« um einen dreigeteilten Comic, da auch die Originalvorlage in drei Teilen erschien. Sie wurde über die »Topolino«-Ausgaben vom 26. Februar bis zum 11. März 2020 gestreckt. Hinzu kam damals (am 19. Februar) eigentlich noch ein sechsseitiger Prolog, der in der deutschen Fassung jedoch unter den Tisch gekehrt wurde. Da sechs Seiten genauso lang sind wie »Spielpause wider Willen« und »Die Phasen des Fortschritts«, muss man sich schon fragen, wieso auf diese Weise vorgegangen wurde. Während es in der Originalfassung »Paperinikland« keine Untertitel gab, wurden die drei Parts im Lustigen Taschenbuch mit »Marke Superheld«, »Vergnügungspark im Visier« und »Ende im Gelände« überschrieben. Der insgesamt sechzig Seiten lange Comic stammt von Marco Gervasio, die zeichnerische Arbeit erledigte Giorgio Cavazzano.

Worum geht es?

Ein Mann namens Marc Enclauh hat sich die Rechte am Namen »Phantomias« gesichert. Er verkauft nicht nur Fanartikel und verdient damit ein Heidengeld, er plant auch die Eröffnung eines Freizeitparks namens »Phantomiasland«. Dies gefällt zum einen Dagobert Duck nicht, dessen eigener Lunapark damit Gefahr läuft, kein Publikumsinteresse mehr zu wecken, es gefällt zum anderen natürlich auch Donald nicht. Zum einen wird hier seine Geheimidentität ausgeschlachtet, zum anderen soll der Park in unmittelbarer Nähe der Villa Rosa eröffnet werden.

Spoiler

Zunächst sucht Donald Daniel Düsentrieb auf, um sich neue Vergall-Pillen zu besorgen. Düsentrieb ist nicht da, deshalb bedient er sich selbst. Dabei schluckt er versehentlich selbst zwei Vergall-Pillen, da er diese für Minzpastillen hält. Fortan weiß er nicht mehr, dass er Phantomias ist. Marc Enclauh kann seine Pläne dadurch erst einmal in Ruhe weiter verfolgen. Als Düsentrieb merkt, dass Donald Vergall-Pillen geschluckt haben muss, sucht er ihn auf und klärt ihn darüber auf, dass er Phantomias ist. Dass Düsentrieb über Donalds Zweitidentität Bescheid weiß, liegt daran, dass er selbst in der Vergangenheit immer nur so getan hatte, als würde er die Vergall-Pillen schlucken. Es erschien ihm sinnvoller, Phantomias als Mitwisser unterstützen zu können. Donald tut sich schwer, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass er Phantomias ist. Ein Besuch im Hotelzimmer von Marc Enclauh und eine Observation des Phantomiasland-Geländes führen in der Folge auch zu keinen neuen Erkenntnissen. Da Düsentrieb davon ausgeht, dass das Phantomiasland-Gelände brüchig und unterhöhlt ist, besucht Donald die Eröffnung des Freizeitparks und nimmt sein Kostüm mit. Als sich die Gelegenheit bietet, streift er es über und beginnt, den Boden zu scannen. Als die Sensoren anschlagen, wird er von Marc Enclauh und em Entenhausener Bürgermeister gestellt. Er kann ihnen beweisen, dass es die Höhlen tatsächlich gibt, und so lässt der Bürgermeister den Park schließen. Am Ende gelingt es Daniel Düsentrieb auch noch, ein Gegenmittel für die Vergall-Pillen herzustellen, und so erinnert sich Donald fortan wieder an seine bisherigen Erlebnisse als Phantomias.

Die Einschätzung

Vermutlich wird es den meisten Lesern nicht weiter auffallen, da die Gut- und Böse-Rollen in den Phantomias-Comics klar abgesteckt sind. Wenn man sich die Sache aber mal durchdenkt, dann muss man festhalten, dass »Bösewicht« Marc Enclauh eigentlich gar nichts Böses getan hat (im Gegensatz zum Übersetzer, der sich seinen deutschen Namen ausgedacht hat). Einen Namen als Marke zu registrieren, den ein anderer nutzt, um davon zu profitieren, mag nicht die feine englische Art sein, aber ungesetzlich ist es nicht. In ein fremdes Gelände einzubrechen und den Betrieb eines Freizeitparks auf einen unbewiesenen Verdacht hin zu sabotieren ... tja, das steht auf einem ganz anderen Blatt. Streng genommen ist Phantomias hier also der Unhold. Vor einigen Wochen ist mit »Mi chiamo Paperinik« (»Mein Name ist Phantomias«) eine weitere dreiteilige Geschichte erschienen, in der Marc Enclauh vorkommt, und vielleicht wird er dann ja wirklich krimineller, bis hierhin sind die Verhältnisse jedoch etwas verdreht. Vielleicht hätte der weggelassene Prolog bereits etwas an diesem Eindruck geändert? Zumindest kam Marc Enclauh darin bereits vor, wie man bei I.N.D.U.C.K.S. erkennen kann, wo die Eingangsseite zu sehen ist.

Sieht man einmal davon ab, ist »Phantomiasland« eine ganz unterhaltsame Geschichte geworden. Eine, bei der erfreuliche Einzelheiten eingebaut wurden. So hatte es uns beispielsweise in der Vergangenheit wiederholt verwirrt, dass Daniel Düsentrieb mittels Vergall-Pillen jedes Mal aufs Neue dazu gebracht wurde, den Zusammenhang zwischen Donald und Phantomias zu vergessen, obwohl es in der Vergangenheit schier unendlich viele Comics gegeben hatte, in denen er sehr wohl wusste, dass die beiden ein- und dieselbe Person sind. Die hier gebotene Erklärung ist unserer Meinung nach schlüssig und passt. Donald als Phantomias zu erleben, der sich in der Rolle erstmal (aufs Neue) zurechtfinden muss und nicht restlos alles mit technischen Hilfsmitteln sofort lösen kann, wirkte auch ganz nett. Was die Auflösung angeht und die Tatsache, dass Marc Enclauh hier sehr schnell kapituliert ... nun, darüber kann man hingegen streiten. Auf den letzten Seiten hatte man ein wenig den Eindruck, dass mit Hochdruck noch schnell alles beseitigt werden sollte, was an offenen Fragen aufgebaut worden war. Im Vergleich zu dem, was bis hierhin in diesem Lustigen Taschenbuch geboten wurde, war »Phantomiasland« jedoch durchaus ein Achtungssignal. Am Ende vergaben drei unserer Mitarbeiterinnen die Note Zwei, wähend sich zwei für eine Drei entschieden. Damit landeten wir hier am Ende beim Durchschnittswert 2,4. Nicht perfekt, aber durchaus lesenswert.


Wie fandet ihr "Phantomiasland"?
1
 
 236 (48,7%)
Schulnote 2
2
 
 87 (17,9%)
Schulnote 1
3
 
 80 (16,5%)
Schulnote 3
4
 
 43 (8,9%)
Schulnote 4
5
 
 23 (4,7%)
Schulnote 6
6
 
 16 (3,3%)
Schulnote 5
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz