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  Die Entenanalyse: Phantomias macht blau
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Auf unserem Weg durch das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 507, das »Auf zum Titel!« heißt und seit dem 22. Mai im Handel ist, hatten wir zuletzt eine Geschichte analysiert, die für Bücherfans von besonderem Interesse war, da sie eine Hommage an die Commissario-Montalbano-Reihe von Andrea Camilleri war. Warum wir von der sehr schön gezeichneten Geschichte nicht ganz so begeistert waren, wie wir uns das erhofft haben, könnt ihr an dieser Stelle nachlesen. Nun ging es mit einem Phantomias-Comic weiter. Nachdem der Phantomias-Beitrag im 506. Lustigen Taschenbuch der mit Abstand schlechteste darin abgedruckte Comic war, gab es jede Menge Rehabilitierungsbedarf.

Phantomias macht blau

Dass es dieses Mal nicht ganz so schlimm kommen würde, zeigte sich bereits am Alter der Story: Während beim »Erwachen der Vergangenheit« ganze zwanzig Jahre herumged(r)uckst wurde, ehe man sich dazu entschließen konnte, sie ins Deutsche zu übersetzen, hat diese Geschichte hier erst zwei Jahre auf dem Buckel. Erstmals wurde sie am 24. Mai 2016 im italienischen Magazin »Topolino« abgedruckt. Der 24 Seiten lange Dreireiher trug damals den Titel »Paperinik e l’effetto Gastone«, was zu Deutsch »Phantomias und der Gustav-Effekt« bedeutet. Die Story stammt von Federico Buratti, für die Zeichnungen war Francesco D'Ippolito zuständig. In der Disney-Plattform I.N.D.U.C.K.S. zählt »Phantomias macht blau« (Stand heute) zu den schlechtesten Entencomics überhaupt. So viel sei gesagt: So dürftig fanden wir das Ganze nicht.

Worum geht es?

Kurz nachdem er auf einer Werbetafel einen ansprechenden Spot gesehen hat, der eine (unbezahlbare) Luxuskreuzfahrt bewirbt, ertappt Phantomias die Panzerknacker auf frischer Tat, die gerade das Haus von Gustav Gans ausräumen. Nachdem die Verbrecher gestoppt wurden, beschließt Gustav, Phantomias viele seiner Gewinne abzugeben, um ihn zu belohnen. Diese soll Donald seinem Kumpel überbringen. Zu den Geschenken zählt ein Sportwagen, und als Donald diesen ohne Phantomias-Verkleidung nutzt und Gustav ihn dabei erwischt, beschuldigt er ihn der unrechtmäßigen Aneignung. Donald besucht Gustav in der nächsten Nacht in Phantomias-Verkleidung und versucht ihn zu überzeugen, die Geschenke ihm (also Donald) zu überlassen, doch Gustav weigert sich. Stattdessen lädt der professionelle Glückspilz seinen Besucher zu einer Luxuskreuzfahrt in der Südsee ein, und Phantomias willigt ein.

Spoiler

Phantomias fühlt sich auf der Kreuzfahrt rasch von Gustav gestört. Auf einem Maskenball, auf dem sich Gustav als Phantomias verkleidet und Phantomias als Donald Duck, heimst er beispielsweise die Lorbeeren (und den Finderlohn) für das Aufspüren eines abhanden gekommenen teuren Ringes ein, obwohl Phantomias ihn gefunden hatte. Anstatt sich ausruhen zu können, muss Phantomias gegen Gustav Tennis spielen (und verliert), und Gustav nervt ihn mit zahllosen Geschichten über seine Gewinne (und über Donalds Pleiten). Gustav merkt nichts davon, dass er sein Gegenüber aufregt, stattdessen beginnt er ihn für seinen neuesten besten Kumpel zu halten. Kurzerhand verfüttert Phantomias eine seiner Vergall-Pillen an Gustav, woraufhin dieser die Erinnerungen an die letzten Tage verliert. Fortan weiß er nicht mehr, dass er Phantomias überhaupt kennt, und der Superheld verschwindet still vom Kreuzfahrtschiff. Er hat gelernt, dass ein ruhiger Urlaub in der eigenen heimischen Hängematte für ihn persönlich doch viel entspannender ist als ein solcher Luxustrip es jemals sein könnte.

Die Einschätzung

Natürlich ist »Phantomias macht blau« nicht die allerbeste Geschichte rund um Donald Ducks Superhelden-Alter-Ego, was schon alleine deshalb klar ist, weil Phantomias hier nicht »im Einsatz« ist und somit nicht das macht, wofür man den Charakter eigentlich schätzt. Auch gibt es einige sehr - vorsichtig ausgedrückt - dumme Momente in dem Comic, insbesondere natürlich in der Szene, in der sich Phantomias als Donald »verkleidet« und das Schoßkind des Glückes trotzdem nicht einen Moment lang auf die Idee kommt, eins und eins zusammenzuzählen. Das ist aber natürlich ein generelles Konstruktionsproblem der Phantomias-Figur und von Verkleidungen im Duck-Universum allgemein: Wie oft es schon vorgekommen ist, dass Familienmitglieder anderen Familienmitgliedern (und ähnlich nahestehenden Personen) auf engstem Raum über längere Zeiträume vormachen konnten, sie seien jemand anderes, hat schrecklich alberne Züge.

Hat man jedoch »Erwachen der Vergangenheit« - den Phantomias-Comic aus dem 506. Lustigen Taschenbuch - als Benchmark in Erinnerung, dann ist man so friedlich gestimmt, hier kein Äquivalent zu dem damaligen Kampfroboter-Nonsens serviert zu bekommen, dass man die Story anstandslos als den kleinen fröhlichen Quatsch hinnimmt, der er ist. Der Comic wird dem Phantomias-Charakter nicht gerecht, ist aber trotzdem ein nettes kleines Stück Zwischenunterhaltung. Schlussendlich entschied sich einer unserer Mitarbeiter dafür, ihm die Schulnote Zwei zu geben, zwei bewerteten ihn mit einer Drei, und jeweils eine Mitarbeiterin gab ihm die Noten Vier und Fünf. So stand am Ende der Durchschnittswert 3,4 zu Buche.
Autorentags: Andrea Camilleri
 
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