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  Die Entenanalyse: Pech mit Blech
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In den vergangenen Tagen hat ein Fünferpack an Mitarbeitern unserer Webseite die Comics des Lustigen Taschenbuchs mit der Nummer 515, das »Die Cyberbrille« heißt und seit dem 2. Januar zu bekommen ist, gelesen. Der zuletzt analysierte Comic »Die sieben Brücken von Quacksberg« hatte sich als der beste des ganzen Bandes herausgestellt, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Den darauf folgenden Einseiter »Eiskaltes Ende« lassen wir aufgrund seiner Kürze an dieser Stelle raus und kommen nun zum letzten Comic des Buchs, der noch offen war.

Pech mit Blech

Während die meisten Comics des Lustigen Taschenbuchs dem italienischen Wochenmagazin »Topolino« entstammen, wurde »Pech mit Blech« extra für dieses Buch und für seine anderen europäischen Ableger erschaffen. Verantwortlich dafür war Sune Troelstrup, die Zeichnungen steuerte Flemming Andersen bei. Der Originaltitel des 29 Seiten langen dänischen Dreireihers lautete »Den nye fejedreng«, zu Deutsch offensichtlich etwas im Sinne von »Der neue Kehrmaschinen-Junge« ... zumindest wenn uns die Internet-Übersetzungen nicht im Stich lassen sollten.

Worum geht es?

Nach einer anstrengenden Nacht als Phantomias, in der ihn ein stiller Notruf aus einem mysteriösen Industriekomplex erreicht hatte, der sich jedoch offenbar als falscher Alarm herausstellte, kommt Donald früh bei Dagobert Duck an, wo er zum Putzen angestellt ist. Er wird jedoch sogleich entlassen, da Dagobert einen neuen Putzroboter hat, der fortan seine Aufgaben übernimmt. Nachdem er erfolglos nach einem neuen Job sucht, erfährt er, dass auch viele andere Angestellte seines Onkels entlassen wurden, da sich dieser eine ganze Armee an neuen Roboterunterstützern zugelegt hat. Als er Dagobert die Meinung geigen will, verbauen ihm die Roboter den Weg und lassen ihn nicht in den Geldspeicher.

Spoiler

In der Nacht erreicht Phantomias ein neuer stiller Alarm aus dem Industriekomplex. Dieses Mal dringt er über die Kanalisation ein und erkennt, dass es sich bei der Fabrik um das Unternehmen handelt, das die Roboter herstellt. Die offensichtlich durchgedrehten Roboter attackieren ihn und werfen ihn aus dem Gebäude, woraufhin er zu Daniel Düsentrieb geht, um sich ein wenig technische Unterstützung für einen neuen Einbruch in das Gebäude zu holen. Düsentrieb stattet ihn mit einem Kampfhandschuh, einer »Anti-Roboter-Klammer« sowie einer Mini-Abrissbirne aus. Ehe er zurück in die Fabrik geht, stattet Phantomias Dagobert Duck einen Besuch ab, um ihn vor den Robotern zu warnen. Es zeigt sich, dass Dagobert gar nicht Dagobert ist, sondern ein Roboter, der seine Rolle übernommen hat. Die Roboter haben erkannt, dass sie ohne die Menschen viel effektiver und besser zurechtkommen. Phantomias wird überrumpelt und gefangengenommen, woraufhin er wieder in der Fabrik landet. Dort wird ihm von einem Superroboter erläutert, dass ihm seine Waffen abgenommen wurden, und er wird in eine Zelle gesperrt, in der Dagobert und der Ingenieur stecken, der die Roboter einst entwickelt hat. Sie schildern ihm, wie es zu alledem kommen konnte. Als Dagobert dann einen Schluck Muskatnusstee aus seiner Thermoskanne trinken will, lässt sich Phantomias von ihm die Flasche geben. Er lässt sich zum Chefcomputer bringen, kippt ihm den Tee über die Tastatur und zerstört ihn auf diese Weise, dann holt er sich seine Waffen zurück und demoliert sämtliche Roboter. Am Ende ist alles wieder beim Alten, und Dagobert verwandelt seine elektrische Haushaltshilfe in einen Hutständer.

Die Einschätzung

Roboter sollen der Erleichterung des Lebens, in diesem Fall des Lebens von Dagobert Duck, und langfristig seiner Kasse dienen, übernehmen dann aber selbst die Kontrolle und wenden sich gegen ihre Erschaffer ... Mannomann, ist das eine ausgelutschte Storyidee, die uns hier im letzten Comic des Lustigen Taschenbuchs mit der Nummer 539 vorgesetzt wurde. Vom ersten Moment an, in dem Dagoberts anfängliche elektrische Haushaltshilfe in dem Comic auftaucht, also nach drei Seiten, weiß man im Prinzip schon Schritt für Schritt, was im weiteren Verlauf der Story geschehen wird, und wie sie ausgehen wird. Und so kommt es dann auch. Dass die schlaue Idee, die sich die Macher des Ganzen für die Auflösung des Ganzen überlegt haben - dass eine Tasse Tee über eine Tastatur (warum hat der Roboter überhaupt eine Tastatur?) gekippt wird -, setzt der Einfallslosigkeit die Krone auf. Kurzum: Kein gutes Finale dieses ansonsten weitgehend überzeugenden Lustigen Taschenbuchs, statt »Pech mit Blech« wäre »Pech mit diesem Comic« eine angemessenere Überschrift gewesen. Jeweils einer unserer Mitarbeiter entschied sich für die Noten Drei und Vier, die übrigen drei vergaben eine Fünf an »Pech mit Blech«. Damit landeten wir summa summarum beim Durchschnittswert 4,4. Das Lustige Taschenbuch »Die Cyberbrille« fing mäßig an, fing sich recht schnell, hielt ein konstant ordentliches Niveau, und zum Ende baute es nochmal auf den miese Anfangslevel ab. Und »passenderweise« auch in Form einer Geschichte rund um futuristische Technik, so wie es eben auch angefangen hatte.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz