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  Die Entenanalyse: Panzerknacker auf Pleitekurs
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Ende März ist das 518. Lustige Taschenbuch erschienen, das den Titel »Das Schlaue Buch in Gefahr« trägt, und wir lassen es von fünf Mitarbeitern unserer Webseite nach und nach lesen. Zuletzt waren wir bei »Der Sechs-Sterne-Saboteur« angelangt, einer Story aus dem Dunstkreis des Duck'schen Geheimdienstes. Diese erwies sich zwar als storytechnisch nicht ganz neu, den Unterhaltungsfaktor konnte man ihr aber nicht absprechen. Ihr findet unsere Analyse an dieser Stelle. Mit dem neuesten Aufeinanderprallen von Dagobert Duck und den Panzerknackern ging es weiter.

Panzerknacker auf Pleitekurs

Tatsächlich ist dieser Comic wirklich vergleichsweise neu, denn er hat erst etwas mehr als ein Jahr auf dem Buckel. Am 10. Januar 2018 wurde er im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht, was ihn innerhalb dieses Lustigen Taschenbuchs zum jüngsten der dort entliehenen Comics macht. Der Originaltitel des achtzehn Seiten langen Werks lautete »Zio Paperone e i Bassotti recalcitranti«, was man mit »Onkel Dagobert und die widerspenstigen Panzerknacker« übersetzen kann. Die Geschichte stammt von Matteo Venerus, die miserablen Zeichnungen hat Nicolino Picone verbrochen (dazu später mehr).

Worum geht es?

Nachdem die Panzerknacker eines Nachts mal wieder am Sicherheitssystem des Duck'schen Geldspeichers gescheitert sind, erhält Onkel Dagobert einen Brief des Herstellers seiner Sicherheitstechnik (in diesem Fall seltsamerweise nicht Daniel Düsentrieb, sondern eine eigenständige Firma). Darin steht, dass das Unternehmen den Vertrag mit ihm kündigt, da die Panzerknacker ohnehin zu dumm sind, den Geldspeicher zu knacken. Um weiter mit gutem Schutz versorgt zu werden, beschließt Dagobert daraufhin, selbst dafür zu sorgen, dass die Panzerknacker wieder als gefährlich eingestuft werden.

Spoiler

Am selbsten Tag erhalten die Panzerknacker das neueste Jahrbuch der »Gesellschaft geselliger Ganoven«. Sie stellen fest, dass sie aufgrund ihrer Erfolglosigkeit daraus gestrichen wurden. Dabei steht selbst ihr törichter Onkel Ede darin, der dafür berühmt ist, hundertmal am Knacken seines eigenen Autos gescheitert zu sein. Die Panzerknacker beschließen daraufhin, wenigstens dessen Rekord im größten Versagen zu brechen und sich beim Einbruch in den Geldspeicher bewusst dumm anzustellen. Dagobert fährt gleichzeitig alle Sicherheitssysteme herunter, um ihnen den Einbruch so leicht wie möglich zu machen. Im ersten Versuch laufen die Panzerknacker in ein Katapult und werden weggeschleudert, dann in einen überdimensionierten Ventilator, dann in einen Wasserwerfer, dann gegen einen riesigen Stiefel. Dagobert schaltet nach und nach alles ab, aber immer zu spät. Am Ende werden die Diebe sogar von einem Hund verjagt. Dagobert mutmaßt daraufhin, die Panzerknacker würden sich bewusst dumm anstellen, um ihn in Sicherheit zu wiegen, weswegen er die Anlagen wieder hochfährt. Gleichzeitig stellen die Panzerknacker fest, dass die Anlagen dieses Mal so lasch wirkten, dass sie echte Chancen auf einen Einbruch hätten, also versuchen sie es wieder ernsthaft. Es kommt, wie es kommen muss: Sie scheitern an den nun wieder funktionierenden Anlagen und werden verhaftet. Immerhin können sie nun mit dem Preisgeld für das Aufstellen eines Negativrekords rechnen. Dagobert ärgert sich am Ende darüber, dass er keinen Anteil an dem Preisgeld bekommt, obwohl es ihm seiner Meinung nach zustehen müsste.

Die Einschätzung

Das Offensichtlichste vorweg: Was zeichnerisch in diesem Comic abgeliefert wurde, ist eine einzige Katastrophe. Der ganze Comic sieht aus, als wäre er innerhalb weniger Minuten dahingeschmiert worden. Die Figuren wirken auf vielen Panels seltsam verzerrt, die Hintergründe andeutungsweise hingekritzelt. Wirkt völlig lieblos und so, als sei versehentlich ein erster unfertiger Versuch abgedruckt worden und nicht der finale. Es sollte wirklich höhere Mindeststandards geben, um einem Comic aus Entenhausen würdig zu sein. Die Story ist indessen gar nicht mal so schlecht. Natürlich ist sie ziemlich an den Haaren herbeigezogen, aber dies hier ist ja auch keine ernstgemeinte Duck'sche Abenteuergeschickte oder dergleichen, sondern ein reiner Spaßcomic. Als solcher funktioniert er, er hätte aber auch nicht länger ausfallen dürfen, da sich das Ganze sonst erschöpft hätte. In der Comic-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. zählt »Panzerknacker auf Pleitekurs« zu den am schlechtesten bewerteten Geschichten überhaupt, dies dürfte aber vor allem dem optischen Aspekt geschuldet sein. Beim Bewerten waren unsere Mitarbeiter hin- und hergerissen, denn inhaltlich hätte das Ganze »irgendwas in Richtung Drei« verdient, optisch jedoch eine klare Sechs. Letztlich gab eine Mitarbeiter dem Comic die Note Drei, die Noten Vier und Fünf wurden jeweils zweimal vergeben. So landeten wir hier beim Durchschnittswert 4,2.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz