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  Die Entenanalyse: Oberstwaldwebel wider Willen
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Endspurt - nur noch ein Comic, dann haben wir das aktuelle Lustige Taschenbuch durchgelesen. Bis dato gab es keinen Totalausfall, aber auch keinen einzigen wirklich lesenswerten Comic - kurzum: Der Band war bisher absolut durchschnittlich. Auch die zuletzt von uns gelesene Geschichte »Panzerknacker auf Pleitekurs« reihte sich da ein. Die war zwar storytechnisch kreativ, aber hundsmiserabel gezeichnet, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Die Rede ist im Übrigen von der Nummer 518, die »Das Schlaue Buch in Gefahr« heißt und seit dem 26. März 2019 im Handel ist.

Oberstwaldwebel wider Willen

Der letzte Beitrag beschäftigt sich mit dem Fähnlein Fieselschweif. Der Comic hat ein knappes halbes Jahrzehnt auf dem Buckel, denn er wurde erstmals am 10. Juni des Jahres 2014 im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht. Die Idee stammt von Paola Cortellesi, Gaja Arrighini verfeinerte sie, und Andrea Lucci übernahm das Zeichnerische. Der 24 Seiten lange Dreireiher hieß im Original »Paperino Gran Mogol d'occasione«, was man mit »Donald Duck: Gelegenheits-Oberstwaldwebel« übersetzen kann. In der Comic-Datenbank [url2=https://inducks.org/story.php?c=I+TL+3054-3]I.N.D.U.C.K.S.[/url] zählt die Geschichte zu den am schlechtesten bewerteten Comics überhaupt.

Worum geht es?

Donald bringt Tick, Trick und Track zum Flughafen, von wo aus die Kinder gemeinsam mit dem Oberstwaldwebel vom Fähnlein Fieselschweif in die Abruzzen fliegen sollen, um den »Marsischen Braunbären«. Der Oberstwaldwebel hat sich beim Handball jedoch den Fuß verstaucht, weswegen er nicht mitkommen kann. Da die Kinder dem Mann in der Vergangenheit von Donalds Fähigkeiten vorgeschwärmt hatten, wird dieser kurzerhand zum Interims-Oberstwaldwebel ernannt und fliegt mit seinen Neffen gen Italien.

Spoiler

Donald bekommt sofort einen Höhenflug in Sachen Selbstbewusstsein. Er kauft auf Kosten des Fähnleins zahlreiche Kissen und Decken und lässt sie die Kinder hinter sich hertragen. In der Wildnis angekommen, macht er es sich auf seinem Kissenhaufen gemütlich, während sich die Kinder abrackern. Als die Braunbären eintrudeln, die die Fieselschweiflinge finden wollten, schlägt Donald sie mit einer Trompete in die Flucht. Nachdem er realisiert, dass das Ziel der Reise genau das Gegenteil ist, versucht er die Bären zu fangen und verschreckt sie dadurch umso mehr. Während die Ducks wenig später schlafen, streifen drei andere Kinder durch das Naturschutzgebiet. Sie legen ein Feuer, wodurch die Bären eingekesselt werden, die sich in einer Höhle genau hinter dem Busch versteckt haben, den die Strolche angezündet haben. Mit Hilfe von Donalds Decken und Kissen gelingt es den Fieselschweiflingen unter Donalds Anleitung, das Feuer zu löschen. Die einheimischen Kinder werden daraufhin überzeugt, den Fieselschweiflingen beizutreten. Die Bären werden mit einem Kräutersud beruhigt, und die Kinder fotografieren sie. Donald gibt am Ende eine überzeugende Figur ab. Als er abschließend aus dem Flugzeug steigt, trägt er ein Bärenkostüm ... was auch immer die Macher damit sagen wollten.

Die Einschätzung

Zunächst vorab: Das »webel« am Ende des Fähnleinführers hat in dem Fall seine Richtigkeit, denn hier verletzt sich nicht der Oberstwaldmeister (Gran Mogol), sondern die Figur, die im Original »Mogol Bertie« heißt. Ansonsten handelt es sich um eine Geschichte, die den Leser mit gemischten Gefühlen zurücklässt. Natürlich ist es nicht ganz neu, dass Donald einen Höhenflug hat, sich für den König einer speziellen Disziplin hält und sich von den Kindern bedienen lässt. Auch im Zusammenhang mit Aktionen der Fieselschweiflinge gab es diese Konstellation schon regelmäßig. Dennoch funktioniert das soweit ganz gut. Je weiter man voranschreitet, desto merkwürdiger wird das Ganze dann aber. Wie sich Donald hier dann doch Anerkennung »erarbeitet«, lässt einen ein wenig ratlos zurück, denn einerseits findet hier eine komplett abrupte Zäsur statt, zum anderen ist das Löschen mit den Decken alles andere als eine »geniale Idee«, sondern eine Selbstverständlichkeit. Während Donald in der ersten Hälfte töricht ist, sind es nun plötzlich die Kinder, denn darauf hätten Pfadfinder nun wirklich selbst kommen können. Und dann wäre da noch die Sache mit dem Bärenfell - sollen wir glauben, einer der Bären hätte sich zum Dank für seine Rettung mal schnell das Fell abgestreift? Was ist der Sinn dieses Gags? Tja ... und so wurde dann aus einer Geschichte mit Potenzial doch ein ziemlicher Murks. Nicht ganz so schlimm, wie es bei I.N.D.U.C.K.S. ausschaut, aber lesenswert ist das hier nun wirklich nicht. Am Ende gab einer unserer Mitarbeiter dem Comic die Note Drei, dreimal wurde eine Vier vergeben, und einmal eine Fünf. Somit landeten wir hier beim Durchschnittswert 4,0 ... und damit bleibt das ganze Buch gänzlich ohne Höhepunkte und Totalausfälle.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz