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  Die Entenanalyse: Mysterien des Mondes
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Vor drei Tagen ist ein neues Lustiges Taschenbuch erschienen, nämlich die Nummer 522, die den Titel »Sommerferien auf dem Mond« trägt. Wir lassen es von fünf Helfern und Mitarbeitern unserer Webseite lesen und haben vorhin mit der Titelgeschichte losgelegt, in der die Ducks auf den Mond fliegen, um dort einen Freizeitpark für Weltraumtouristen zu errichten. Schlussendlich laborierte die Story an den gleichen Problemen, an denen viele Science-Fiction-Storys aus dem Enten-Universum leiden, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Der zweite Comic trat nun an, den Beweis zu versuchen, dass es auch anders geht, denn es handelte sich ebenfalls um einen Ausflug in die unendlichen Weiten des Alls.

Mysterien des Mondes

Dieser Comic wurde - wie so viele - dem italienischen Magazin »Topolino« entnommen. Eine Sache ist jedoch ganz anders: Während üblicherweise Jahre verstreichen, ehe es ein Comic vom Italienischen ins Deutsche schafft, erfolgte die Veröffentlichung dieses Mal zeitgleich. Der erste Part des insgesamt 67 Seiten umfassenden Dreireihers erschien in Italien am 17. Juli, die zweite Hälfte wird am 24. Juli folgen. Wir sind den Comicfans von der Apenninenhalbinsel also ausnahmsweise mal ein Stückchen voraus. Die Geschichte wurde von Casty geschrieben und skizziert, als Inker fungierte Luca Giorgi. Während die beiden Hälften des Comics in Italien lediglich nummeriert wurden, haben sie hierzulande mit »Eine unerwartete Reise« und »Die rätselhafte Burg« zwei Untertitel bekommen. Der Originaltitel des Gesamtwerks lautete im Übrigen »Topolino e il castello sulla luna«, was »Micky Maus und die Burg auf dem Mond« bedeutet.

Worum geht es?

Auf dem Mond kommt es zu einem Zwischenfall: Drei Astronauten bauen nach dem Anblick einer seltsamen Burg mit einem Mondfahrzeug einen Unfall, dann verschwinden sie. Auf der Erde besuchen Micky und Goofy einen Onkel des Letztgenannten, nämlich einen Mann namens Luno Goof. Dieser war einst Astronaut, flog dann aus dem Weltraumprogramm und schrieb einen Bestseller über eine Prinzessin auf dem Mond. In einem Silo hat er eine Mondrakete stehen, da er seine Begeisterung für den Erdtrabanten nie verloren hat. Jene Rakete wollen ihm nun einige Beamte abnehmen, da sie kurzfristig ein Gefährt zum Mond benötigen, um nach den drei verscholllenen Astronauten zu suchen. Goof lässt sich das nicht bieten, er hebt selber ab und fliegt zum Mond. Micky und Goofy sind mit an Bord.

Spoiler

Auf dem Mond angelangt, finden Micky und Goofy eine schäbig ausschauende Bodenstation. In dieser befinden sich noch Menschen. Sie forschen gemeinsam an einem Molekül namens »Helium-3«, von dem nur neun Tonnen benötigt werden, um den Energiebedarf der ganzen Erde für ein Jahre zu sichern. Das »Helium-3« wird aus dem Mondgestein gewonnen. Nachdem Micky und Goofy dies erfahren haben, nähern sich die drei verschwundenen Astronauten der Raumstation ... glaubt man zumindest, doch ihre Raumanzüge sind offenbar leer, und - wer auch immer es ist - ist mit negativen Absichten gekommen. Die drei Wesen - die »Lunoiden« - werden überwältigt, können aber fliehen. Micky und Goofy setzen ihnen nach, geraten in einen Hinterhalt mit unzähligen Lunoiden, können aber ihrerseits entkommen. Stattdessen werden sie mit Hilfe eines gigantischen Roboterkrebses gefangen genommen und landen bei einem Unternehmer namens Konrad Knitz. Der gehörte einst zu den Finanzierern des Helium-9-Projekts, hat sich schließlich aber entschlossen, ein eigenes Projekt mit gleichem Ziel zu erschaffen. In Knitz' Hallen entdecken Micky und Goofy ein Artefakt, das sich als der König der Lunoiden herausstellt. Nachdem er erweckt wird, flüchtet er in Richtung der Burg. Knitz und seine Spießgesellen steigen ihm nach, sie wollen nun die Burg unter ihre Fittiche bringen. In dem Gemäuer angekommen, finden sie die Prinzessin aus Luno Goofs Buch vor. Sie ist seit dreihundert Jahren in einem Kryoschlaf, wird nun aber erweckt. Knitz wird überwältigt, und Luno Goof lässt sich überzeugen, in Zukunft mit der Prinzessin durchs All zu gondeln. Micky und Goofy reisen zufrieden zur Erde zurück. Dort macht Minnie ihrem Freund eine Szene, da es Micky in all der Zeit nicht geschafft hat, ihr ein Buch von Luno Goof signieren zu lassen.

Die Einschätzung

Dass in diesem Lustigen Taschenbuch ein Comic über einen Ausflug auf den Mond hinter einen Comic über einen Ausflug auf den Mond gereiht wurde, ist ein wenig seltsam. Wenn man schon einen Band mit einem Weltraumthema veröffentlichen wollte, hätte man aus »Mysterien des Mondes« auch einfach die Titelgeschichte machen und auf den durchwachsenen Peter-Snejbjerg-Beitrag verzichten können. Denn eines kann man klar sagen: Diese Geschichte ist deutlich besser gelungen als die Story über die Reise der Ducks. Und womöglich diente sie ja gar Snejbjerg als Vorlage, denn einige Komponenten der »Sommerferien auf dem Mond« (beispielsweise einen Meteoritenschauer) findet man auch hier. Insgesamt ist diese Geschichte hier deutlich durchdachter, sie ist komplexer, trifft genau das richtige Tempo, wartet mit allerhand Verstrickungen und noch mehr Figuren auf, und sie wird weitgehend schlüssig durcherzählt. Irgendwas ist natürlich immer: Die Bösewichte bleiben ein wenig konturlos, und warum Luno Goof die Prinzessin exakt richtig vor dem inneren Auge hatte, als er sein Buch schrieb, ergibt wenig Sinn. Dennoch ein anständiger Comic, mit dem man als Leser wenig falsch machen kann. Am Ende entschied sich einer unserer Mitarbeiter für die Note Eins, zweimal wurde eine Zwei vergeben, und jeweils einmal eine Drei und eine Vier. Im Schnitt landeten wir dadurch bei der Schulnote 2,4.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz