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  Die Entenanalyse: Mobile Geschäfte
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Seit gestern lassen wir ein Quintett an Mitarbeitern unserer Webseite das 555. Lustige Taschenbuch durchschmökern. Dieses ist am Monatsersten erschienen und trägt den Titel »Abflug auf Ski«. Mit der Titelgeschichte hatten wir begonnen ... und sie leider als eher durchwachsen empfunden. Das darin aufgegriffene Thema war altbacken (Gustav verliert sein Glück), die daraus gesponnene Geschichte nicht sonderlich unterhaltsam. Den damaligen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Ihr seid bisher noch kritischer als wir: Während wir uns auf die Schulnote 3,8 geeinigt haben, liegt der Zwischenstand eurer Abstimmung bei 4,43. Nun ging es mit Geldangelegenheiten weiter.

Mobile Geschäfte

Hierbei handelt es sich um den ersten Comic dieses Bandes, der dem italienischen Magazin »Topolino« entliehen wurde. Dort erschien der 22 Seiten lange Dreireiher am 22. Januar des Jahres 2020 unter dem Titel »Zio Paperone e la mobile bank«, was man mit »Onkel Dagobert und die mobile Bank« übersetzen kann. Geschrieben wurde er von Alessandro Sisti, die zeichnerische Arbeit erledigte Vitale Mangiatordi.

Worum geht es?

Im Entenhausener Finanzviertel präsentiert Dagobert Duck seinem Neffen Donald und seinen Großneffen sein neuestes Bankhaus. Dabei handelt es sich um einen mobilen kleinen Stand in der Größe eines fahrenden Imbisses. Betrieben wird das Gefährt von einem automatischen Dagobert-Duck-Double. Allerdings vollkommen ohne Erfolg: Niemand kommt und legt sei Geld an, niemand will einen Kredit. Die Ducks müssen also einen anderen Weg finden, um das mobile Bankhaus zu einem Erfolg werden zu lassen.

Spoiler

Die Ducks gehen davon aus, dass der ausbleibende Erfolg an der großen Konkurrenzsituation im Finanzviertel liegt. Kurzentschlossen fahren sie an eine andere Ecke der Stadt. Dort stellt sich jedoch auch null Erfolg ein, und auch ein Versuch, Donald als Lockvogel einzusetzen, scheitert. Tick, Trick und Track bekommen mit, dass hier sehr wohl Personen unterwegs sind, die Kredite benötigen, sie leihen sich bei Dagoberts Bank jedoch kein Geld. Kurzerhand fragen sie die Leute und erfahren den Grund für ihr Verhalten, erzählen diesen jedoch noch nicht an ihre Onkel weiter. Nach einem weiteren Misserfolg im Kriminellenviertel der Stadt fahren die Ducks aufs Land. Dort streikt ihr Motor, woraufhin ihnen von Dorfbewohnern gehofen wird. Die Dorfbewohner benötigen passenderwiese gerade einen Kredit, um eine alte Mine instand zu setzen und Rohstoffe zu fördern. Dagobert wittert ein gutes Geschäft, will sich jedoch vom Zustand der Mine überzeugen, ehe er den Kredit vergibt. Es stellt sich heraus, dass die Mine bereits ausgeräumt wurde ... und zwar von seiner eigenen Firma. Die Dorfbewohner würden trotzdem gerne einen Kredit haben, um ihr Dorf wieder auf Vordermann bringen zu können, doch sie trauen sich nicht, da sie wissen, dass das Bankhaus Dagobert Duck gehört und sie seinen Ruf kennen. Tick, Trick und Track werfen ein, dass dies auch der Grund war, aus dem die Städter nicht zu Dagoberts mobiler Bank kamen: Sie waren vom Roboter-Dagobert-Double verschreckt worden, das die Geschäfte abwickelt. Am Ende lässt Dagobert den Roboter ausbauen, und er stellt die Vertrauen einflößenden und sympathischen Dorfbewohner als neue Bankmitarbeiter ein.

Die Einschätzung

Der Standard-Zinssatz, den Dagobert Duck all seinen Anlegern in seiner Bank bietet, liegt bei 0,001 Prozent. Nun ist es natürlich klar, wie dieser Gag gemeint sein soll - Dagobert Duck soll als knauserig dargestellt werden -, doch die Zeit hat das Ganze eigentlich überholt. In einer Ära, in der Banken ihren Kunden aufgrund negativer Einlagezinsen »Verwahrentgelte« abknöpfen, nachdem sie die jahrzehntelang positiven Einlagezinsen niemals an ihre Kunden weitergegeben hatten, wirkt Dagobert mit seinen 0,001 Prozent geradezu gönnerhaft. Aber wie gesagt: Man weiß ja, wie's gemeint ist. Anfang 2020, als der Comic in Italien erschienen ist, sah die Zinswelt auch noch ein Stückchen anders aus.

Im Grunde genommen ist es keine allzu schlechte Idee gewesen, eine Geschichte über große Konkurrenz und darüber, dass sich das Image von Personen auch auf Unternehmen abfärben kann, zu schreiben. Das Problem an »Mobile Geschäfte« ist, dass von dieser Ausgangsposition aus kein sonderlich kreativer Plot gesponnen wurde. Hier gibt es schlicht und einfach gar kein spannendes Element. Die mobile Bank funktioniert an Ort A nicht, die Ducks fahren zu Ort B. Die mobile Bank funktioniert an Ort B nicht, die Ducks fahren zu Ort C. Die mobile Bank funktioniert an Ort C nicht, die Ducks fahren zu Ort D. Ähem. Der Belanglosigkeit des Ganzen wird am Ende entgegengesteuert, indem die Macher des Comics eine Prise heiler Welt einstreuten, als sie Dagobert die Dorfbewohner als Bankmitarbeiter anstellen ließen. Zu einer lesenswerten Geschichte macht dies »Mobile Geschäfte« aber nicht. Von vier unserer Testleser gab es dafür die Note Vier, von einem eine Fünf, so dass wir summa summarum bei einer 4,2 landeten. Leider ist das Lustige Taschenbuch bis hierhin also nicht gut gestartet.


Wie fandet ihr "Mobile Geschäfte"?
1
 
 111 (30,1%)
Schulnote 4
2
 
 105 (28,5%)
Schulnote 6
3
 
 95 (25,7%)
Schulnote 5
4
 
 31 (8,4%)
Schulnote 3
5
 
 17 (4,6%)
Schulnote 1
6
 
 10 (2,7%)
Schulnote 2
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz