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  Die Entenanalyse: Mausopolis
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Fünf Comics aus dem Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 513, das man seit dem 6. November bekommen kann und mit »90 Jahre Micky« überschrieben wurde, haben wir schon von einem Quintett an Mitarbeitern unserer Webseite lesen lassen. Zuletzt thematisierten wir die Dussel- und Donald-Duck-Geschichte »Die Lokomotive des Kaukasus« und waren ganz zufrieden damit, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Da in dem Band außergewöhnlich viele lange Storys abgedruckt wurden, war der folgende sechste Comic bereits der Abschluss des Buchs.

Mausopolis

Anhand des Titels dürfte man sich bereits denken können, dass es sich bei dem Comic um eine Hommage an den Fritz-Lang-Film »Metropolis« handelt. Da dieser in etwa zur gleichen Zeit veröffentlicht wurde, zu der auch Micky Maus erstmals in Erscheinung trat, handelt es sich um eine ziemlich passende Wahl für die Micky-Maus-Jubiläumsausgabe des Lustigen Taschenbuchs. In Italien wurde die Story allerdings schon vor knapp zwei Jahren abgedruckt, nämlich in der Jahresauftakt-Ausgabe des Magazins »Topolino« vom 4. Januar 2017. Der siebzig Seiten lange Dreireiher hieß damals »Metopolis« und erklärt sich dadurch, dass »topo« das italienische Wort für »Maus« ist. Der Comic ist in zwei 35 Seiten lange Teile aufgesplittet, die damals wie heute unmittelbar hintereinander gedruckt wurden. Während es im Original keine Untertitel gab, wurden die beiden Parts hierzulande mit »Die Ära der Maschine« und »Die Zukunft beginnt« überschrieben. Die Geschichte wurde von Francesco Artibani verfasst und von Paolo Mottura gezeichnet.

Worum geht es?

Die beklemmende Industriestadt Mausopolis steht ganz im Zeichen der »Maschine«, die sie mit Energie versorgt. Sie wurde von der Familie von Mick Maus erbaut, und Mick ist nun der Verantwortliche. Die wahren Strippen zieht jedoch sein Berater Karlo Karlersen. Mick fühlt sich in der gehobenen Gesellschaft nicht wohl, und so macht er einen Abstecher in die Stadt, wo er auf die Lehrerin Minny trifft. Diese erzählt ihm, dass das Werk der finsterste Ort der ganzen Stadt ist und dass die Mitarbeiter ausgebeutet werden. Mick sieht sich das Werk an, dann gibt er sich als der Chef zu erkennen. Nach alledem, was er gesehen hat, beschließt er, die Bedingungen für die Arbeiter zu verbessern.

Spoiler

Maus teilt Karlersen seine Ansichten mit, der jedoch erkennbar nicht vor hat, etwas zu ändern. Stattdessen verfolgt er gemeinsam mit einem Wissenschaftler namens Schwarzzwang (Plattnase) offenbar ganz andere Ziele. Mick geht noch einmal - verkleidet als Arbeiter - ins Werk, um hautnah mitzuerleben, wie man sich als einfacher Mäuserich fühlt. Im Werk freundet er sich mit einem schusseligen Arbeiter »namens« 22422 (Goofy) an. Gemeinsam mit ihm hört er einem Vortrag von Minny zu, die die Arbeiter aufruft, für eine bessere Zukunft zu kämpfen. Mick verspricht Minny, dass er sich für ihre Sache einsetzen wird. Karlersen und Schwarzzwang beobachten die Unterhaltung von Mick und Minny, woraufhin sie die Letztgenannte entführen. Sie ersetzen Minny durch ein geheimes Projekt des Wissenschaftlers: Einen Roboter, der an Minnys Optik angepasst wird und fortan ihre Rolle übernehmen soll, um - warum, das ist nicht ganz klar - für einen Aufstand der Arbeiter zu sorgen. Dem Roboter gelingt dies, woraufhin Mick und 22422 versuchen, die Arbeiter zu stoppen. Das eigentliche Werk ist nicht zu retten, aber wenigstens die »Maschine« möchten sie erhalten, damit die Stadt weiter mit Energie versorgt wird. Der Minny-Roboter ist jedoch schneller, geht in die Maschine und bringt sie zur Explosion. Danach schmilzt er. Karlersen und Schwarzzwang haben inzwischen erkannt, dass sie es zu weit getrieben haben, und sie versuchen mit ihrer Geisel Minny auf einem Flugapparat zu flüchten. Nach einer actionreichen Verfolgungsjagd kann Mick die Ganoven stoppen. Die beiden Unholde landen im Gefängnis. Mick lässt ein neues Werk errichten, in dem die Arbeiter viel besser behandelt werden, und die erzeugte Energie soll fortan dafür sorgen, dass Mausopolis ein besserer Ort wird. Mick und Minny werden ein Paar.

Die Einschätzung

Womöglich kommen wir bei dem Comic nicht zu einer gänzlich fairen Bewertung, denn obgleich es sich um einen wahren Klassiker der Filmgeschichte handelt, den vermutlich jeder namentlich kennt, hatte keiner von uns jemals »Metropolis« gesehen ... jedenfalls konnte sich keiner daran erinnern. Das mag eine ziemliche Bildungslücke sein, aber wenn man nicht der allergrößte Filmfan ist, dann ist es einfach schwierig, sich für neunzig Jahre alte Streifen zu begeistern. Womöglich ist unsere Bewertung allerdings trotzdem nicht gänzlich falsch, denn in erster Linie lesen ziemlich junge Bücherwürmer die Lustigen Taschenbücher, und die Wahrscheinlichkeit dürfte hoch sein, dass diese ähnlich wenig von »Metropolis« gesehen haben wie wir. Natürlich haben wir uns inzwischen informiert, und offenbar hat sich Francesco Artibani wirklich umfassend an dem Film bedient und sehr viele Elemente integriert, wenngleich die Story trotzdem abgewandelt - und vor allem kindgerecht entschärft - wurde. Die Story ist einigermaßen interessant, allerdings auch nicht ganz schlüssig, denn was Karlersen und Schwarzzwang zum Beispiel mit ihren einzelnen Schritten bezweckten, war nicht so ganz klar. Und auch wenn in den Zeichnungen wirklich sehr viel Mühe stecken dürfte und sie außergewöhnlich und spektakulär waren, wirkten sie beim Lesen eher anstrengend und gewöhnungsbedürftig. Dass sie eine beklemmende dystopische Stimmung erzeugten, lässt sich jedoch nicht leugnen. Einige andere Aspekte fielen ziemlich gut aus, so hatten die Werksarbeiter einen ziemlich coolen Disney-Retro-Look. Überhaupt mag sich unsere Bewertung etwas schlechter anhören, als sie letztlich gemeint ist. Denn natürlich war das hier alles sehr gut gemeint, Wissenslücken zu stopfen ist immer gut, und Kenner von »Metropolis« werden womöglich ihre helle Freude gehabt haben. In unserem Team entschied sich ein Mitarbeiter für die Note Zwei, drei wählten die Note Drei, und der letzte im Bunde entschied sich für eine Vier. Damit landeten wir am Ende bei der Durchschnittsnote 3,0.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz