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  Die Entenanalyse: Lustiges Taschenbuch 553 (Überblick)
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Rund vier Wochen sind verstrichen, seitdem wir hier die Comics des 552. Lustigen Taschenbuchs besprochen hatten. »70 Jahre Panzerknacker« hatte sich als ein ganz ordentlicher Band erwiesen, in welchem insbesondere der Micky- und Goofy-Comic »Gipfelstürmer« zu überzeugen wusste. Zwar gab es zwei kleinere Ausfälle, aber der Rest des Buchs war durchaus überzeugend. Eine Übersicht unserer damaligen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Seit dem 7. Dezember ist nun schon der Nachfolger im Handel, und auch diesen haben wir nach und nach von einem Quintett an Mitarbeitern lesen und von euch per Abstimmung bewerten lassen.

«Wie alles begann ...«, so der Name der Nummer 553, präsentierte sich schlussendlich mit zwei Gesichtern. Denn eigentlich ging es ganz gut los, die ersten vier Geschichten stimmten optimistisch, dass es wieder ein anständiger Band werden würde. Dann kam jedoch ein qualitativer Schwenk in Richtung Keller, und ein schwacher Comic folgte auf den nächsten. Doch zunächst zu dem Positiven: Mit der Titelgeschichte war unserer Meinung nach ein Comic enthalten, den man auf jeden Fall mal gelesen haben sollte. Darin wird die Vorgeschichte von Gundel Gaukeley erzählt. Der Leser erfährt nicht nur, wie sie aufwuchs, sondern auch, was der Ursprung ihrer Jagd auf Dagobert Ducks ersten Zehner ist. Der Clou daran: Der Comic ist so verfasst worden, dass »Der Midas-Effekt«, Gundels erster Auftritt in einem Comic überhaupt, storytechnisch direkt daran anknüpft. Hat man »Der Midas-Effekt« allerdings noch nie gelesen, kann es sein, dass einem der Comic ein wenig unaufgelöst vorkommt. So wundert es auch nicht, dass die Geschichte bei eurer Abstimmung nicht in den empfehlenswerten Bereich (Schulnote 2,5 oder besser) hineingerutscht ist:

1. Wie alles begann ... (unsere Schulnote 2,4 - eure Note 2,79)

Zumindest drei Geschichten aus dem »Mittelfeld« waren unserer Meinung nach ebenfalls ganz anständig. Ihr habt diesen ebenfalls die besten Noten dieses Bandes gegeben ... nun, zumindest zwei der drei, denn beim Comic »Am letzten Zipfel« haben wir Schlaumeier vergessen, eure Abstimmung zu starten. »Am letzten Zipfel« geht der Frage nach, was eigentlich geschehen würde, wenn Donald Duck seine Schulden bei seinem Onkel endlich mal abgearbeitet hätte. Wäre Donalds Verhalten nicht arg überzeichnet worden, hätte die Geschichte sogar noch besser sein können. Auch die Fortsetzung der Geschichte um Gandolf Gurr, den man aus dem Comic Geheime Formel in Gefahr (Lustiges Taschenbuch 540) kennt, sowie eine Story über verschwindende Entenhausener Bürger waren halbwegs okay:

2. Aus dem Entenhausener Kurier: Einmal Gauner, immer Gauner (unsere Schulnote 2,8 - eure Note 2,77)
3. Am letzten Zipfel (unsere Schulnote 2,8 - keine Note von Euch, Umfrage vergessen)
4. Verschollen im Schnee (unsere Schulnote 3,0 - eure Note 3,46)
5. Der Eisstern (unsere Schulnote 3,8 - eure Note 3,77)
6. Gesichter eines Superhelden (unsere Schulnote 4,0 - eure Note 4,79)
7. Der Wald des weißen Pumas (unsere Schulnote 4,2 - eure Note 3,67)
8. Die klingende Münze (unsere Schulnote 4,2 - eure Note 4,73)
9. Die liebe Verwandtschaft (unsere Schulnote 4,4 - eure Note 4,94)

Damit kommen wir zum Bodensatz dieses Bandes. Geht man nach euren Bewertungen, müssten wir eigentlich sogar fünf Comics in die Kategorie derer, um die man am besten einen Bogen machen sollte (Schulnote 4,5 oder schlechter), platzieren. Wir empfanden zumindest zwei Machwerke als so übel, dass man besser den Schleier des Vergessens über ihnen ausbreiten sollte. In einem der beiden versucht sich Donald in einem Einkaufszentrum unterzustellen, um nicht nassgeregnet zu werden, und verpasst dadurch wiederholt seinen Bus. Hier wird der Erpel als derart töricht dargestellt, dass man nur mit dem Kopf schütteln kann. »Das Prärieduell« wiederum ist eine Mischung aus der üblichen Rivalität von Dagobert Duck und Klaas Klever, der üblichen Struktur von Wettlauf-Storys und jeder Menge Nonsens, gepaart mit katastrophalen Zeichnungen:

10. Eine Busfahrt, die ist lustig (unsere Schulnote 4,6 - eure Note 4,60)
11. Das Prärieduell (unsere Schulnote 4,8 - eure Note 4,70)

Da der Band die qualitativ ordentlichen und qualitativ schwachen Geschichten nicht bunt durchmischt, sondern alles Gute schnell abarbeitet und den Leser dann über eine dreistellige Zahl an Seiten nur noch quält, geht man mit einem schlechten Gefühl aus diesem Band heraus. Besonders erwähnenswert ist noch, dass nur zwei Comics dreißig oder mehr Seiten lang waren ... als ob die Dreißig-Seiten-Beschränkung im Laufe der Jahre nicht sowieso schon genervt hätte. Ach, was waren das noch für Zeiten, als man sich in den Lustigen Taschenbüchern noch Zeit ließ und nur vier, fünf durchdachte und nicht hektische Geschichten pro Band abdruckte. Der nächste Band wird am 4. Januar des neuen Jahres erscheinen und »Tag & Nacht im Einsatz« heißen, was sich von einer Phantomias-Story ableitet. Zumindest zwei, drei der dafür geplanten Geschichten - insbesondere »Sparen um jeden Preis« und »Der unsichtbare Klecks«, eine Hommage an den »Unsichtbaren« von H.G. Wells - klingen vielversprechend. Hoffen wir also, dass es dann wieder aufwärts gehen wird!
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz