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  Die Entenanalyse: Lustiges Taschenbuch 515
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Vor vier Wochen hatten wir an dieser Stelle die Comics des 514. Lustigen Taschenbuchs thematisiert, und wir waren nicht sonderlich zufrieden damit. Kein einziger Comic hatte sich als wirklich lesenswert herausgestellt, ein paar erwiesen sich sogar als richtiggehend schlecht. Wer unsere damalige Analyse verpasst haben sollte, der kann sie nach wie vor an dieser Stelle nachlesen. Seit dem 2. Januar gibt es nun ein neues Lustiges Taschenbuch, nämlich die Nummer 515 mit dem Titel »Die Cyberbrille«. Dieses wartet gleich auf dem Titelblatt mit einem kleinen Gimmick auf, denn mittels einer App fürs Smartphone ist es möglich, dieses zu animieren ... zumindest neun Monate lang, dann wird die App wieder abgeschaltet werden. Das Buch haben wir in den vergangenen Tagen durch ein Quintett an Mitarbeitern lesen lassen, und nun sind wir fertig damit.

Das Wichtigste vorweg: Im Vergleich zum vorausgegangenen Buch hat sich dieses hier als deutlich unterhaltsamer entpuppt. Es fängt zwar schwach an und hört schwach auf, zwischendrin wird jedoch eine ganze Reihe an anständigen Comics hintereinander abgeliefert. Besonders herausgestochen hat die Geschichte über »Die sieben Brücken von Quacksberg«, die sich mit dem Königsberger Brückenproblem beschäftigt. Darin wurde bewiesen, dass es die Macher der Disney-Comics manchmal eben doch drauf haben, gleichzeitig Wissen zu vermitteln und eine unterhaltsame Geschichte zu erzählen. Genau das also, was man aus Erwachsenensicht im Idealfall von einer Geschichte erwarten würde, die man seinen Kindern vorsetzt. Dass es darin um ein mathematisches Problem geht, dürften die meisten jungen Leser nur unterschwellig bemerken, so dass es sie nicht abschrecken wird. Hier findet ihr unsere Analyse zu dem Comic:

1. Die sieben Brücken von Quacksberg (Schulnote 2,0)

Unter den Comics der Kategorie »kann man mal lesen, muss man aber nicht«, in der wir üblicherweise die Geschichten mit den Noten 2,5 bis 4,5 zusammenfassen, landeten sich erfreulich viele, die wir am oberen Rand dieses Notenbereichs einsortieren konnten. Insbesondere eine liebevolle Geschichte rund um Dagobert Ducks Butler Baptist und ein gut ausgearbeiteter Kriminalfall rund um Inspektor Issel und dessen Kollegen Steinbeiß wussten zu überzeugen. Besonders positiv daran ist, dass es sich bei den »besseren« Comics dieser Kategorie um völlig unterschiedliche Comics mit unterschiedlichen Protagonisten handelt, so dass für jeden Leser etwas dabei sein dürfte. Haarscharf an der Sektion der schlechten Comics vorbeigeschrammt sind die Auftakt- und die Abschlussgeschichte, die sich passenderweise beide mit technischem Schnickschnack beschäftigten ... man könnte fast meinen, dieses Thema liegt den Machern des Buchs nicht sonderlich. Auffällig an den beiden Machwerken ist, dass es sich um die zwei Comics handelt, die speziell für dieses Buch geschrieben und nicht dem italienischen Magazin »Topolino« entnommen wurden. Dies hier waren die Geschichten der mittleren Kategorie:

2. Tee ohne Ende (Schulnote 2,6)
3. Ein Hinweis zu viel (Schulnote 2,6)
4. Der Dominanzstrahler (Schulnote 2,8)
5. DoppelDuck: Spion oder Spieler? (Schulnote 2,8)
6. Die Erfinder-Schule (Schulnote 3,6)
7. Pech mit Blech (Schulnote 4,4)
8. Die Cyberbrille (Schulnote 4,4)

Als wirklich richtig enttäuschend empfanden wir in diesem Band nur eine einzige Geschichte, nämlich »Ein komisches Quartett«, die rund um gestohlene Wachsfiguren und um eine abgehalfterte Komödiantentruppe gestrickt wurde. Der 24-Seiter war vollkommen spannungsfrei und löste sich quasi von selbst auf, und es wurde nicht so recht klar, was die Macher damit überhaupt zum Ausdruck bringen wollten bzw. welche Elemente sie darin für humoristisch wertvoll erachteten. Es hatte anderthalb Jahrzehnte gedauert, ehe der Comic aus dem Italienischen ins Deutsche übersetzt worden war, und es wäre vermutlich besser gewesen, wenn man ihn weiter in seiner Schublade hätte schlummern lassen. Am positiven Gesamteindruck des Buchs konnte das Ganze dann aber auch wieder nicht rütteln, denn dafür enthielt »Die Cyberbrille« zu viele ordentliche Storys. Hier findet ihr unsere Analyse zum (mit Abstand) schlechtesten Teil des Bandes:

9. Ein komisches Quartett (Schulnote 5,2)

Nicht in einer separaten Analyse thematisiert haben wir die Geschichte »Eiskaltes Ende«, da diese nur eine einzelne Seite lang war. Unsere Mindestgrenze zum Analysieren von Geschichten, die wir vor geraumer Zeit festgelegt hatten, liegt bei zehn Seiten. Noch bevor der Monat vorüber sein wird, kann man übrigens schon das nächste Lustige Taschenbuch bekommen: »Frost in der Post« wird am 29. Januar in den Handel kommen.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz