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  Die Entenanalyse: Lustiges Taschenbuch 514
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Vor rund vier Wochen hatten wir hier das 513. Lustige Taschenbuch analysiert, das dem neunzigsten »Geburtstag« von Micky Maus gewidmet war und sich als ein besonders gutes Exemplar herausgestellt hatte. Einige darin abgedruckte Comics waren exzellent, andere fielen zumindest in die Kategorie derer, die man ruhig lesen kann, wenngleich man es nicht zwingend muss. Storytechnische Ausfälle gab es hingegen gar keine, so dass wir ein sehr positives Fazit ziehen konnten, wie ihr an dieser Stelle nach wie vor nachlesen könnt. Kurzum: Die Motivation war sehr groß, ein neues Lustiges Taschenbuch in die Finger zu bekommen.

Vor etwas mehr als einer Woche, genauer gesagt am 4. Dezember, ist nun der neueste Band erschienen. Er trägt den Titel »Der große Wurf« ... und um es vorsichtig auszudrücken, hätte man kaum einen schlechteren Titel wählen können. Wenn dies hier ein Wurf war, dann einer, der mit einem Bumerang abgefeuert wurde. Auch der Kontrast zum vorausgegangenen Band hätte kaum größer alsfallen können. »Der große Wurf« ist ein Lustiges Taschenbuch, das man getrost im Laden liegenlassen kann, man verpasst absolut gar nichts. Normalerweise beginnen wir unsere Zusammenfassungen ja mit den Comics, die so gut waren, dass man sie dringend gelesen haben sollte, jedoch gab es hier keine, der man dieses Lob attestieren könnte. Zwar gefiel uns eine Story deutlich besser als restlos alle anderen, aber trotzdem war sie bei weitem nicht gut für die alleroberste Kategorie.

Wir beginnen hier stattdessen also mit den Comics, die in die Kategorie »kann man lesen, muss man aber nicht« fallen. Am ordentlichsten schnitt dabei ein Phantomias-Comic ab, in dem der böse Daniel-Düsentrieb-Klon Destruktor Entenhausen unsicher macht. Mittels einer Büroklammer und eines umprogrammierten Helferleins schafft er den Ausbruch aus einer vermeintlich sicheren Gefängniszelle und setzt anschließend Roboterklone von Phantomias und Dagobert Duck ein, um sich an den beiden zu rächen und ihren Ruf zu ruinieren. Phantomias absolviert hier endlich mal wieder einen Auftritt gegen einen ernsthaften Gegner, anstatt dass seine Figur in belanglosen Spaßcomics verheizt wird. Ebenfalls halbwegs in Ordnung war eine Story, in welcher Dagobert den Geldspeicher für Nachwuchs-Geschäftsleute offen hält. Dieser erwies sich zwar nicht als spannend, zeigte den reichsten Erpel der Welt allerdings von einer sympathischen Seite. Dies waren die durchschnittlichen Comics:

1. Projekt »Superzelle« (Schulnote 2,6)
2. Kampf der Start-Apps (Schulnote 3,4)
3. Meisterschurken unter sich (Schulnote 3,8)
4. Ein seltenes Stück (Schulnote 3,8)
5. Der große Wurf (Schulnote 4,2)
6. Die Annalen der Zukunft (Schulnote 4,4)

Damit zum Schlechtesten unter dem Schlechten, also zu den beiden Comics, die selbst in diesem mäßigen Lustigen Taschenbuch noch negativ auffielen. Der Titel »Kosmische Tierwesen (und wo sie zu finden sind)« deutete eine Hommage oder Persiflage auf die Welt von Joanne K. Rowling hin, hatte schlussendlich jedoch überhaupt nichts damit zu tun, sondern erwies sich als ein Auftritt der Organisation zum Kampf gegen Monster aller Art (O.M.A.), in dem eine Menge vollkommen absurder Ideen zu einem nicht funktionierenden Ganzen verbunden wurde und es allerhand Querverweise auf Nebenfiguren aus alten Geschichten gab, an die sich der Durchschnittsleser gar nicht mehr erinnern dürfte. Den Vogel schoss jedoch eine Nonsens-Story über 3000 Panzerknacker ab, die einige Jahre zuvor anlässlich der 3000. Ausgabe des italienischen Comicmagazins »Topolino« verfasst worden war und zum einen vor altbackenen und fragwürdigen Nationen-Klischees tropfte, zum anderen mit einem Schlussgag daherkam, der auf das »Topolino«-Jubiläum anspielte, ohne dass der Lustiges-Taschenbuch-Leser darüber in Kenntnis gesetzt wurde. Vermeiden sollte man daher diese beiden Machwerke:

7. Kosmische Tierwesen (und wo sie zu finden sind) (Schulnote 4,6)
8. Die 3000 (Schulnote 5,2)

Nicht separat thematisiert haben wir die Geschichte »Voller Energie«, die nur drei Seiten lang war und vermutlich als »Auffüller« herhalten musste, um auf die richtige Gesamt-Seitenzahl zu kommen. Für unsere Analysen haben wir eine Mindestlänge von zehn Seiten festgelegt, die durch diese Geschichte nicht erreicht wurde. Das 515. Lustige Taschenbuch wird »Die Cyberbrille« heißen und am 2. Januar erscheinen. Eigentlich kann es ja nur besser werden - wollen wir also hoffen, dass es einen unterhaltsamen Start ins neue Jahr bringt!
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz