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  Die Entenanalyse: Lustiges Taschenbuch 513
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Am 18. November 1928 flimmerte der Zeichentrickfilm »Steamboat Willie« im »Colony Theatre« von New York City erstmals über eine Leinwand. Star des Streifens war Micky Maus, der damit seinen ersten offiziellen Auftritt absolvierte. Das ist nun ziemlich genau neun Jahrzehnte her, und aus diesem Anlass wurde dem bekanntesten Mäuserich der Welt ein Jubiläumsband des Lustigen Taschenbuchs gewidmet. Dieser erschien am 6. November und trägt - passend zum Anlass - den Titel »90 Jahre Micky«. Nachdem zuletzt insbesondere das 511. Lustige Taschenbuch - vorsichtig ausgedrückt - nicht sonderlich gut ausgefallen war, wie wir euch an dieser Stelle vor acht Wochen eindringlich schilderten, und die Nummer 512 zwar besser, aber nicht gänzlich überzeugend war (siehe hier), waren wir anfangs nur mäßig motiviert, den Jubiläumsband zu lesen. Doch unsere Vorbehalte waren unbegründet: Den Machern des Ganzen ist einer der besten Bände des Lustigen Taschenbuchs der letzten Jahre gelungen. Ein überaus würdiges Geburtstagsbuch, in dem es wirklich lesenswerte Comics gab und in denen man sich jeden Totalausfall sparte ... sieht man vielleicht von einem Einseiter ab, der nur eingebaut wurde, um am Ende auf die richtige Seitenzahl zu kommen. Und a propos Seitenzahl: Nicht nur die Qualität des Buchs war hoch, sondern auch die durchschnittliche Länge der Comics. In den letzten Jahren hat sich bekanntlich ein Standard von rund dreißig Seiten als Maximalzahl von Comics eingebürgert, was schade ist, da es gerade die besonders langen Comics waren, die in früheren Lustigen Taschenbüchern zu überzeugen wussten. Dieses Mal gönnte man den einzelnen Geschichten wieder mal mehr Raum.

Kommen wir zu dem Besten, was das Buch zu bieten hatte. Und in dem Fall kann man wirklich vom »Besten« sprechen, denn insbesondere der Comic »Was gestern geschah« war herausragendend und gehörte zur Speerspitze dessen, was man in den letzten Jahren im Lustigen Taschenbuch zu lesen bekam. Der von Andrea »Casty« Castellan ersonnene und gezeichnete Comic macht mit den Lesern eine Zeitreise ins Erscheinungsjahr von »Steamboat Willie« und lässt den Micky Maus aus der Gegenwart auf sein damaliges Ich treffen. Hier stimmte wirklich nahezu alles, angefangen von der eigentlichen Storyline über dem Spannungsfaktor bis hin zur außergewöhnlichen Anpassung des Zeichenstils an die jeweilige Zeitebene. Normalerweise stehen wir Zeitreise-Storys immer mit einem skeptischen Blick gegenüber, aber das hier war richtig gut. Auch auf die Dagobert-Duck-Story »Das Schachspiel des Lebens« sollte man dringend einen Blick werfen. Hier findet ihr unsere Analysen der beiden Must-Reads dieser Ausgabe:

1. Was gestern geschah (Schulnote 1,4)
2. Das Schachspiel des Lebens (Schulnote 2,2)

Womit wir bei den Comics wären, die in die Kategorie »muss man nicht unbedingt lesen, kann man aber« fallen. Und damit wären wir bei einer zweiten Sache, der wir üblicherweise skeptisch gegenüberstehen, die hier jedoch eine sehr positive Ausnahme darstellte: Mit der Story über die »Lokomotive des Kaukasus« wurde ein Dussel-Duck-Comic präsentiert, der viele Klassen besser war als die üblichen Aneinanderreihungen von Slapstick-Scherzen über den oft als viel zu dumm dargestellten Erpel. Allein der Schlussgag war unnötig, ansonsten war es eine überraschende und unterhaltsame Abenteuergeschichte. »Mausopolis«, eine Hommage an den Fritz-Lang-Filmklassiker »Metropolis«, könnte Freunde des Films so sehr überzeugen, dass sie den Comic in der Kategorie der besten Storys aus diesem Band verorten würden, wir jedoch haben die Vorlage niemals gesehen und waren daher nicht komplett überzeugt. Dies hier waren die ordentlichen, aber nicht überragenden Comics:

3. Die Lokomotive des Kaukasus (Schulnote 2,6)
4. Mausopolis (Schulnote 3,0)
5. Die schlechtere Hälfte (Schulnote 3,2)
6. Geburtstagsparty mit Hindernissen (Schulnote 3,8)

Tja, und theoretisch würde nun noch die Auflistung der Comics folgen, um die man besser einen Bogen machen sollte. Doch: Es gab schlicht und ergreifend keine. Im 511. Lustigen Taschenbuch waren beispielsweise zwei Drittel der abgedruckten Geschichten schlechter als sämtliche dieses Mal veröffentlichten Storys. Hier kann man guten Gewissens sagen, dass nicht ein einziger Comic dabei war, der diese Kategorisierung verdient hätte.

Nicht separat thematisiert haben wir die Geschichte »100% Dagobert: Wenn sich zwei streiten ...«, da es sich dabei nur um einen Einseiter handelte, der damit weit von der Zehn-Seiten-Mindestlänge entfernt war, die für uns als Grenze für unsere Analysen gesteckt haben. Das 514. Lustige Taschenbuch wird »Der große Wurf« heißen und am 4. Dezember erscheinen. Wollen wir hoffen, dass es seinem Namen alle Ehre machen wird und genau so ein großer Wurf werden wird wie »90 Jahre Micky«!
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz