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  Die Entenanalyse: Lehren will gelernt sein
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Das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 510, das seit dem 14. August im Handel ist und »Die Rache des Pharaos« heißt, wird seit einigen Tagen von fünf Mitarbeitern unserer Seite gelesen. Es hatte bislang Höhen und Tiefen. Die zuletzt von uns gelesene Story »Total verstrahlt« zählte leider zu den Letztgenannten, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Nun ging es mit einer Art Hogwarts-Hommage mit Gundel Gaukeley weiter.

Lehren will gelernt sein

Es handelt sich um eine vergleichsweise junge Story, die noch nicht einmal ein Jahr auf dem Buckel hat: Die Erstveröffentlichung im italienischen Magazin »Topolino« erfolgte am 6. September 2017. Der 22 Seiten lange Dreireiher hieß damals »Amelia e la scuola delle fattucchiere«, was zu Deutsch »Gundel Gaukeley und die Hexenschule« bedeutet. Die Story stammt von Giorgio Figus, für die zeichnerische Umsetzung war anschließend Massimo Asaro zuständig.

Worum geht es?

Gundel Gaukeley wird von einer Briefeule aufgesucht. Sie bekommt von ihr eine Botschaft von der Zitadelle der Zauberei: Die Akademie sucht händeringend eine Lehrerin für den dortigen neuen Anfängerkurs, da alle potenziellen Lehrkräfte derzeit unabkömmlich sind. Gundel muss die Stelle antreten, da sie sonst in absehbarer Zeit als Strafe nicht zur »Fachhexe für Banne und Flüche« ernannt wird. Gundel bleibt also nichts anderes übrig, als zur Zitadelle zu reisen.

Spoiler

Die angehenden Hexen von heute entpuppen sich als ganz anders als zu Gundels Zeiten: Sie schauen die ganze Zeit in ihre Notebooks und Smartphones. Außerdem benutzen sie ihre rudimentären magischen Fähigkeiten, um Gundel zum Narren zu halten, etwa indem sie ihren Stuhl in ein Monster verwandeln. Gundels Idee, den Unterricht in die Natur zu verlagern, schlägt fehl, da es erst zu missglückten Zaubersprüchen und schließlich zu einem Angriff durch einen wütenden Greif kommt. Zurück in der Akademie versuchen die Schülerinnen einen Troll herbeizurufen, um Gundel zu schockieren, produzieren jedoch einen gefährlichen »Schuppschreck aus dem Schadwald«. Dasss Gundel diesen bezwingt, bringt ihr den Respekt ihrer Schülerinnen ein. Fortan gehorchen sie ihr aufs Wort, und am Ende schließen sie mit Bestnoten an: Einen solch guten Kurs gab es nie zuvor. Als krönenden Abschluss wird ein Schauzaubern inszeniert, das jedoch im Chaos endet, da die Schülerinnen sich »verhexen« und einen interdimensionalen Saugwirbelwurm produzieren. Mit vereinten Kräften bezwingen die Zauberer die Bedrohung. Gebeutelt reist Gundel zurück an den Vesuv. Dort meldet sich der Chef der Akademie über einen Spiegel - warum hat der eigentlich anfangs eine Briefeule benötigt? -, woraufhin Gundel fürchtet, es würde jetzt eine Standpauke geben. Stattdessen erklärt der Magier, in der Zitadelle hätte man sich schon lang nicht mehr so amüsiert, wie sie es mit ihren Schülerinnen geschafft hat. Deswegen wird Gundel auch die Leitung des nächsten Anfängerkurses übertragen, was zu einem Wutanfall der Hexenmeisterin führt.

Die Einschätzung

Comics, in denen Gundel Gaukeley die »gute« Hauptperson ist, sind immer ein wenig merkwürdig, denn schließlich soll man sie ein paar Comics später ja auch wieder als gefährliche Hexe wahrnehmen können, die eine ernsthafte Bedrohung für Dagobert Duck darstellt und keinerlei Skrupel kennt. Hier nimmt sie also eine »nette« Rolle ein. Womöglich ist dies der Grund, aus dem der Comic in der Disney-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. alles andere als gut abschneidet und zu den zehn Prozent der am schlechtesten bewerteten Storys überhaupt zählt. So schlecht fanden wir den Comic dann aber gar nicht, was womöglich an den Harry-Potter-Anspielungen liegen könnte, die man als Mitarbeiter einer Bücherwebseite fast schon zwangsläufig als feine Sache empfindet. Massimo Asaros Zeichnungen wissen zu überzeugen und sind bemerkenswert detailreich, auch wenn die Protagonisten - inklusive Nimmermehr - ein wenig »anders« aussehen als das übliche Federvieh. Letztlich ergibt sich hier eine ordentliche Geschichte, die niemandem weh tut, auch wenn sie überhaupt nicht zu Gundel passt. Ein paar Jahrzehnte früher hätte man vermutlich Madam Mim in die Hauptrolle gesteckt, das hätte ein Stück besser zum Charakter gepasst. Schlussendlich bewerteten zwei unserer Mitarbeiter den Comic mit der Schulnote Zwei, eine Helferin vergab eine Drei, und zwei entschieden sich für eine Vier, so dass am Ende der Durchschnittswert 3,0 zu Buche stand.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz