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  Die Entenanalyse: Lange Rede, wenig Sinn
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Nach zwei ziemlich durchwachsenen Geschichten, in denen Gitta Gans und Inspektor Issel im Mittelpunkt gestanden hatten, war das aktuelle Lustige Taschenbuch zuletzt mit der Story »Das Kaufmannskraut« wieder deutlich besser geworden, wie wir euch an dieser Stelle berichtet haben. Somit konnten unsere fünf Testleser, die sich derzeit durch das »Auf zum Titel!« heißende und seit dem 22. Mai erhältliche Buch hindurchschmökern, motiviert fortfahren.

Lange Rede, wenig Sinn

Einmal mehr handelt es sich bei der Geschichte um einen Comic, der ursprünglich dem italienischen Magazin »Topolino« entstammt. Er ist rund sieben Jahre alt und wurde dort am 28. Juni 2011 veröffentlicht, sonderlich eilig hatte man es mit dem Übersetzen also nicht. Der Originaltitel lautete »Paperoga, Paperino e gli intrighi del M.O.L.E.S.T.O.«, was zu Deutsch in etwa »Dussel Duck, Donald Duck und die Intrigen von B.E.L.Ä.S.T.I.G.U.N.G.« bedeuten würde. Die Erschaffer der Geschichte waren Sergio Badino und Sergio Cabella, für die zeichnerische Umsetzung war Enrico Faccini verantwortlich. Der Dreireiher hat einen Umfang von 26 Seiten.

Worum geht es?

Dussel Duck steigt in einen überfüllten Bus und findet darin einen freien Platz, auf den sich niemand setzen möchte. Dies liegt an seinem Sitznachbarn, der sich als eine unerträgliche Quasselstrippe entpuppt. Bei Dussel ist der Mann jedoch an der richtigen Adresse, denn er stimmt in das inhaltslose Palaver mit ein und freundet sich dadurch mit ihm an. Der Mann nimmt ihn anschließend zu seinem Verein »R.E.D.E.N.« (Radikale Eiferer von dogmatischer und eloquenter Natur) mit. Dessen großer Anführer, der seine Identität hinter einer spanischen Wand verbirgt, bietet Dussel an, in den Klub aufgenommen zu werden, sofern er dafür eine Prüfung erfüllt.

Spoiler

Der erste Teil der Aufgabe besteht darin, gemeinsam mit einem sprechenden Papagei aufzubrechen und Donald Duck in Grund und Boden zu reden. Der wehrt sich, da er lieber ein Fußballspiel im Fernsehen ansehen möchte, doch das Gequassel von Dussel ist so durchschlagskräftig, dass er sich nicht lange dagegen erwehren kann, insbesondere nachdem auch zwei Beobachter des Vereins mithelfen. Schlussendlich lässt sich Donald breitschlagen, Dussel zum Anführer von R.E.D.E.N. zu begleiten. Dieser bietet Donald Tribünenplätze für das nächste Spiel des FC Entenhausen an, sofern er gemeinsam mit Dussel den zweiten Teil von dessen Prüfung bestreitet. Dieser besteht darin, Dagobert Duck aufzuschwatzen, sie zum Klubchef zu begleiten. Mit ihrem Gerede bringen Donald und Dussel nicht nur die reichste Ente der Welt völlig aus der Fassung, sie können sich sogar gegen dessen Abwehrwaffen durchsetzen. Anschließend bringen sie Dagobert zu einer Kongresshalle, wo der unbekannte Mann ebenso wartet wie viele andere Vereinsmitglieder. Der Klubchef entpuppt sich als Primus von Quack, der zuvor wiederholt erfolglos versucht hatte, Dagobert als Gastredner bei der Konferenz zu gewinnen. Nun hat er also sein Ziel erreicht, und Dussel und Donald werden in den Verein der Dauerredner aufgenommen.

Die Einschätzung

«Wenig Sinn« steckt nicht nur im Titel dieses Comics, es ist eigentlich auch die perfekte Umschreibung für das, was dem Leser hier geboten wurde. Das mit Abstand am häufigsten vorkommende Wort (?) in dieser Geschichte lautet »bla«, und so demotiverend wie sich das anhört, so kam es beim Lesen auch rüber. Es gibt durchaus ein paar Dinge, die man dem Comic positiv anrechnen kann, etwa die kreative Verwendung von Sprechblasen als künstlerisches Element, zum Beispiel wenn Türen von den Protagonisten zugehalten werden und sich die Sprechblasen durch die noch offenen Schlitze hindurchquetschen. Dummerweise können ein paar kreativ gezeichnete Sprechblasen nicht davon ablenken, dass ihr Inhalt - wie auch der Rest der Geschichte - ziemlich schlecht rüberkommt. Dussel-Duck-Storys neigen zum Schwachsein und auch zum Schwachsinn, und beides traf hier zu. Daher erwies sich »Lange Rede, wenig Sinn« nach dem kurzen qualitativen Aufflackern durch das »Kaufmannskraut« wieder als eine ziemliche Enttäuschung. Eine unserer Mitarbeiterinnen konnte sich zur Schulnote Vier durchringen, jeweils zwei entschieden sich für die Noten Fünf und Sechs. So stand am Ende summa summarum die Durchschnittsnote 5,2 zu Buche.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz