Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
44.361 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »EniK«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Künstler im Geiste
Werbung:
Bislang fehlen dem 505. Lustigen Taschenbuch, das wir derzeit von fünf Mitarbeitern unserer Webseite lesen lassen, die eigentlich viel zu alt dafür sind, noch die richtigen Highlights. Immerhin konnte man den ersten vier Geschichten bisher attestieren, dass auch keine komplette Enttäuschung unter ihnen war. Die letzte von uns thematisierte Story »Verflixt und vergessen«, die wir an dieser Stelle analysiert haben, wusste zumindest durch ihre ungewöhnliche Struktur und die damit verbundene Idee zu punkten. Nun ging es mit einem Comic weiter, bei dem leider bereits die Hauptfigur nichts Gutes versprach.

Künstler im Geiste

Jene Hauptfigur ist Sergei Schlamassi, was bereits spoilert, dass es sich um einen Comic handelt, der von Schlamassi-Erfinder Corrado Mastantuono geschrieben und gezeichnet wurde. Seit einiger Zeit versucht man offensichtlich intensiv, die Storys um den Erpel mit den Riesenzähnen hierzulande zu etablieren, uns wollten sie bislang jedoch überhaupt nicht gefallen und wir schätzen, dass es nicht von ungefähr kommt, dass sie über viele Jahre unangerührt in der Übersetzungs-Schublade schlummerten. Dieser Comic hier wurde schon am 28. Februar 2001 im italienischen Magazin »Topolino« herausgegeben, woraufhin es siebzehn Jahre bis zur Übersetzung dauerte. Der Egmont Verlag gab die Geschichte nun im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 505 heraus, das den Titel »Zutritt verboten!« trägt und seit dem 27. März 2018 zu bekommen ist. Im Original hieß der dreißig Seiten lange Dreireiher »Paperino nel Bum dipinto di Bum«, was zu Deutsch offenbar so etwas wie »Donald Duck in: Schlamassi malt Schlamassi« bedeutet. Womöglich heißt es ja aber auch so etwas wie »Schlamassi malt Schlamassel«, das bekommen wir leider nicht heraus, es würde aber naheliegen.

Worum geht es?

Sergei Schlamassi übt seit einiger Zeit einen Job als Anstreicher aus, stellt sich dabei jedoch katastrophal an. Nachdem er seinen Chef als »Meckerpott« bezeichnet und eine Wand ruiniert, wird er entlassen. Auf seiner Flucht vor dem wütenden Ex-Chef nimmt er versehentlich eine Statue mit, die der Mann nach ihm wirft. Aus dem Versuch, sie zu verkaufen, erwächst ein neues Abenteuer für ihn.

Spoiler

In einem Lokal, das einem ehemaligen Juwelenhändler gehört, der sich mit Schumuckgegenständen auskennt, trifft Schlamassi auf einen früheren Klassenkameraden namens Dietmar Duckdich. Die beiden plaudern ein Weilchen über die gemeinsamen früheren Zeiten, dann fährt Schlamassi seinen Freund nach Hause. Dessen Heim entpuppt sich als luxuriöse Villa, und Duckdich erzählt, dass er als Regisseur beim Fernsehen arbeitet. Um nicht wie ein bedauernswerter Tropf dazustehen, behauptet Schlamassi, er sei ein erfolgreicher Maler. Da an jenem Abend eine Gala ansteht, verabreden sich die beiden für die Veranstaltung. Schlamassi schleicht sich daraufhin mit Donald Duck und Daniel Düsentrieb tatsächlich auf die Gala. Dort gibt er sich als »Gertrudius« aus, ein Name, den das Trio zufälligerweise von der Gästeliste auswählt. »Gertrudius« entpuppt sich als Berühmtheit mit unbekanntem Aussehen, und so muss Sergei in seinem Namen zahlreiche Autogramme geben. Ein Mann taucht jedoch nicht auf: Dietmar Duckdich. Dafür erscheint ein anderer, nämlich Schlamassis einstiger Chef. Dieser ist der wahre Gertrudius, und so müssen Schlamassi, Donald und Daniel flüchten. Auf ihrer Flucht prallen sie mit Duckdich zusammen, der vor dem Haus wartet. Er ist gar kein Regisseur, sondern lediglich dessen Chauffeur. Somit haben sich beide Freunde von einst nur etwas vorgemacht, sie können jedoch sofort wieder darüber lachen.

Die Einschätzung

Bei »Künstler im Geiste« handelt es sich um die zweite Geschichte in Folge, bei der erzähltechnisch mal etwas Neues »probiert« wurde. War es bei dem Phantomias-Comic noch der Versuch, im Stile von »Hangover« etwas Vergangenes bruchstückhaft zu rekonstruieren und dadurch Rückblende an Rückblende zu reihen, hat Corrado Mastantuono in seine Geschichte mehrere einseitige seltsam gezeichnete und in Reimen vorgetragene Elemente eingefügt. Welchen Mehrwert dies haben sollte, erschloss sich uns beim Lesen leider nicht, und gereimte Segmente in Disney-Comics (bzw. in Comics allgemein) sind eigentlich nahezu immer ... nun, nennen wir es mal »schwierig zu mögen«. Das kommt einfach so gut wie nie sprachlich-kunstvoll, sondern sehr erzwungen rüber. Darunter leidet die eigentliche Geschichte der einstigen Schulkameraden, die sich gegenseitig etwas vormachen, ziemlich. So schlecht wäre dieser Storyansatz nämlich eigentlich gar nicht - vielleicht wäre der Ansatz nicht neu, aber trotzdem ein guter. So wurde hier einiges Pulver verschossen, aus dem deutlich mehr hätte gemacht werden können. Natürlich sind die Einschübe nicht der einzige Grund, Sergei-Schlamassi-Comics sind einfach nicht das Gelbe vom Ei. Am Ende entschieden sich drei unserer Mitarbeiter für die Schulnote Drei, und jeweils einer gab ihr eine Vier und eine Fünf. Dies bedeutete summa summarum die Durchschnittsnote 3,6.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz