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  Die Entenanalyse: Krone, Kunst und Kaiser
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Seit dem 5. Januar kann man das 541. Lustige Taschenbuch im Handel finden ... zumindest in den Geschäften, die derzeit noch öffnen dürfen. Und natürlich im Onlinehandel sowie beim Verlag selbst. Es trägt den Titel »Der Schatz der Pinguine«. Wir haben wieder fünf Mitarbeiter unserer Webseite darauf angesetzt, es Comic für Comic zu lesen. Mit der Titelgeschichte haben wir losgelegt, unsere zugehörige Analyse findet ihr an dieser Stelle. Wir fanden den Comic unterdurchschnittlich (Schulnote 4,0), ihr seid derzeit ein Stückchen gnädiger (Zwischenstand: Note 3,33). Mit einem Historiencomic sollte es weitergehen.

Krone, Kunst und Kaiser

Dieser 34 Seiten lange Dreireiher wurde der Ausgabe des italienischen Magazins »Topolino« entnommen, die am 28. Februar 2018 auf die Leserschaft losgelassen wurde. Damals trug die Story den Titel »Topolino e il dono dell’accademia«, was zu Deutsch »Micky Maus und das Geschenk der Akademie« bedeutet. Der Comic wurde von Alessandro Sisti verfasst und von Giorgio Cavazzano zeichnerisch realisiert.

Worum geht es?

Kunststudent Mickele (Micky Maus) eilt im Venedig des Jahres 1817 zur Akademie der Schönen Künste. Aus einem Gespräch mit dem Maler De Goof (Goofy) erfährt er, dass die Provinz Venezien dem Kaiserreich Österreich ein Hochzeitsgeschenk anlässlich der Heirat des Kaisers Franz I. zahlen soll (was nicht erwähnt wird: Es handelte sich um dessen vierte Ehe). Der Präsident der Akademie kommt hinzu und hat im Anschluss an das Gespräch die Idee, den Hochzeitstribut (10.000 Golddukaten) in Form von Kunstwerken auszuzahlen.

Spoiler

Mickele, der heimlich eine Liebelei mit Minerva, der Nichte des Akademieleiters (Minnie, wie auch immer eine Maus die Nichte eines Menschen sein kann) unterhält, assistiert bei der Erschaffung der Kunstwerke. Minerva bittet ihn, ihrer neuen Freundin Lotti eine Führung durch die Sammlung der Akademie zu ermöglichen. Als sie zwischen den Gemälden & Co. unterwegs sind, werden diese gerade von einem Major namens Holzbein (Kater Karlo) inspiziert, den Mickele suspekt findet. Tatsächlich werden die Kunstwerke in der folgenden Nacht geraubt. Ein Bekennerschreiben behauptet, man habe die Gegenstände gestohlen, da die Habsburger keine venezianischen Meisterwerke verdienen würden. Auf einen Verdacht hin spricht Mickele die Truppe von Major Holzbein in einer erfundenen Kauderwelsch-Sprache an, was diese für »Österreichisch« halten, wodurch der schlaue Mickele bemerkt, dass es sich nicht wirklich um österreichische Soldaten handelt. Durch einen geheimen Zugang betreten Mickele, Minerva, De Goof, Lotti und einige andere später die Akademie. In einem Keller finden sie die dort verstauten Kunstwerke. Während Verstärkung geholt wird, wird Mickele von Major Holzbein und dessen Leuten gestellt. Mickele kann Holzbein so lange hinhalten, bis die Verstärkung eintrifft. Holzbein weist jedoch jede Schuld von sich und gibt zu verstehen, dass sein Wort dann gegen das von Mickele stünde. In dem Augenblick enttarnt sich Lotti: Sie ist in Wirklichkeit Karoline Auguste von Bayern. Ihr Wort wiegt schwerer als das von Holzbein. Die Bösewichte werden zur Strecke gebracht. Die übrigen Venezianer geben allerdings bekannt, dass es ihnen tatsächlich nicht recht ist, dass die Österreicher ihre Meisterwerke bekommen sollen. Man einigt sich auf einen Mittelweg: Ehe die Stücke nach Wien geschickt werden, werden sie (mit großem Erfolg) in Venedig ausgestellt. Minerva und Mickele machen ihre Beziehung öffentlich, und der Akademieleiter vermutet, dass Mickele wohl nicht Maler, dafür aber ein guter Ermittler werden wird.

Die Einschätzung

Eigentlich gibt es nur ein Manko, das wir »Krone, Kunst und Kaiser« ankreiden könnten: Dadurch, dass die meisten Geschichten der Lustigen Taschenbücher italienische Vorlagen haben, gibt es bei Historiencomics auch einen gewissen Überhang an Themen zur italienischen Historie. Auch im vergangenen Monat war dies der Fall, als der exzellente Comic Die falsche Partitur rund um eine Oper von Giuseppe Verdis und die Frage der italienischen Einigkeit abgedruckt worden war. Zwangsläufig hat man als »Otto-Normalleserin« hierzulande von der italienischen Geschichte recht wenig Ahnung, und was das Venedig des Jahres 1817 mit Österreich zu tun hatte, dürften die wenigsten im Vorhinein wissen. Vieles erschließt sich aus der Geschichte, aber in einem deutschsprachigen Comicbuch wirkt das Ganze trotzdem schon nach einer ziemlich willkürlichen Wahl des historischen Zeitpunktes und des Ortes. Nun aber das große Aber: Storys wie diese sind trotzdem furchtbar interessant und geben einem einen lesenswerten Einblick in ein ansonsten ziemlich fremdes Szenario. Und sie motivieren stark dazu, über den Tellerrand zu schauen und im Internet herumzuschnüffeln, um mehr über die Situation und die handelnden Personen zu erfahren. Obendrein überzeugen sie zumeist sowohl optisch als auch storytechnisch, und das war auch hier wieder auf der ganzen Linie der Fall. Kein Wunder also, dass sich am Ende alle fünf Mitarbeiter unserer Seite entschieden, dem Comic die Note Zwei zu geben. Daran, dass sich mal alle einig waren, konnte sich keiner von uns erinnern. Die Durchschnittsnote war - wenig überraschend - eine 2,0.


Wie fandet ihr "Krone, Kunst und Kaiser"?
1
 
 272 (52,8%)
Schulnote 2
2
 
 97 (18,8%)
Schulnote 1
3
 
 88 (17,1%)
Schulnote 3
4
 
 25 (4,9%)
Schulnote 5
5
 
 24 (4,7%)
Schulnote 4
6
 
 9 (1,7%)
Schulnote 6
An der Umfrage haben 515 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz