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  Die Entenanalyse: Komplette Kontrolle
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So langsam neigt sich das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 507, das den Namen »Auf zum Titel!« trägt und seit dem 22. Mai zu bekommen ist, dem Ende zu. Nachdem wir zuletzt den Comic »Ohne Fleiß kein Schweiß« analysiert haben, was ihr nach wie vor an dieser Stelle nachlesen könnt, blieben unseren fünf Mitarbeitern, die sich durch das Buch hindurchschmökern, nur noch zwei Comics übrig. Den vorletzten haben wir sie nun auch lesen lassen.

Komplette Kontrolle

Der zehn Seiten lange Dreireiher »Komplette Kontrolle« ist rund fünf Jahre alt, denn er wurde am 15. Mai des Jahres 2012 erstmals im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht. Damals trug er den Titel »Paperino telecomandato«, was zu Deutsch »Ferngesteuerter Donald Duck« bedeutet. Die Geschichte ist dem Geist von Giorgio Salati entsprungen, für die zeichnerische Umsetzung war anschließend Donald Soffritti zuständig.

Worum geht es?

Donald Duck möchte sich das Fußballspiel des FC Entenhausen gegen den FK Matreschka im Fernsehen anschauen. Aus seinem riesigen Korb an Fernbedienungen erwischt er allerdings das falsche Gerät, und so wird nicht der Fernseher aktiviert, sondern es setzt eine Kettenreaktion an Chaos ein.

Spoiler

Was das Gerät sein soll, das stattdessen losgeht, lässt sich nicht so recht erkennen. Vielleicht soll es eine Klimaanlage darstellen, auf jeden Fall sieht es so aus, als würde es in Donalds Wohnzimmer schneien. Der Griff zur nächsten Fernbedienung aktiviert Donalds HiFi-Anlage, anschließend geht das Garagentor auf. Während Donald durchdreht und händeringend versucht, die angesprungenen Geräte wieder abzuschalten, ergreift ein Ganove die Gelegenheit der offenen Garage und versucht Donalds 313er zu stehlen. Donald bekommt dies zunächst nicht mit, weil er auf seine Fernbedienungen eintritt und damit unter anderem seinen Wasserkocher (der per Fernbedienung funktioniert?), seinen bereits mit zwei Toasts bestückten Toaster (der per Fernbedienung funktioniert?) und seine Waschmaschine (die per Fernbedienung funktioniert?) aktiviert. Schlussendlich merkt er es doch, woraufhin er dem Dieb nachstellt. Er erwischt ihn - warum, das ist nicht genau erkennbar, eventuell soll es ein Streiken des 313er symbolisieren - und fährt zurück nach Hause. Dort ist die Garage inzwischen wieder verschlossen, so dass Donald nicht mehr ins Haus kommt. Stattdessen findet er im Handschuhfach des Autos endlich die Fernbedienung für den Fernseher, so dass er durchs Wohnzimmerfenster hindurch sein Fußballspiel anschauen kann.

Die Einschätzung

Das entscheidendste Merkmal dieses Comics haben wir bisher noch gar nicht genannt: Es handelt sich um eine jener Geschichten, die komplett ohne Sprechblasen auskommen, sondern einzig und allein durch die Zeichnungen überzeugen sollen. Zuletzt war uns ein solcher Versuch im 505. Lustigen Taschenbuch begegnet, als wir auf den Dussel-Duck-Comic »Randale rundum« gestoßen waren. Damals war der Versuch vollkommen gegen den Baum gegangen, wie wir euch an dieser Stelle beschrieben haben, denn der von Enrico Faccini erdachte und gezeichnete Sechzehnseiter war die schlechteste Geschichte des ganzen Bandes. »Komplette Kontrolle« ist nicht die schlechteste Geschichte des 507. Bandes, aber das liegt nicht an der Qualität des Comics, sondern vielmehr daran, dass mit »Eine Frage des Alters« eine noch schlechtere Geschichte darin abgedruckt worden war. »Komplette Kontrolle« ist nicht nur inhaltlich überholt, denn im Zeitalter von Alexa & Co. hat man nun mal nicht mehr einen Korb mit Fernbedienungen im Haushalt, es ist auch noch gnadenlos unwitzig und streckenweise so durchwachsen gezeichnet, dass man bei einigen Panels nicht genau deuten kann, worauf Donald Soffritti jeweils hinauswollte. Sehr enttäuschend. Am Ende entschieden sich drei unserer Mitarbeiter für die Schulnote Fünf, zwei für eine Sechs, so dass summa summarum der Durchschnittswert 5,4 zu Buche stand.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz