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  Die Entenanalyse: Koloss auf Kufen
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In den vergangenen Tagen haben wir die Comics des aktuellen Lustigen Taschenbuchs gelesen, nämlich die der Nummer 516, die »Frost in der Post« heißt und seit dem 29. Januar im Handel ist. Die meisten darin abgedruckten Geschichten erwiesen sich als ziemlich durchschnittlich, so auch die zuletzt von uns analysierte Phantomias-Story »Held und Helfer«. Nur ein einziger Comic war noch übrig, um etwas abzuliefern, was aus der grauen Masse heraussticht.

Koloss auf Kufen

Neben der Auftaktgeschichte »Verschollen im ewigen Eis«, die wir an dieser Stelle thematisiert hatten und die sich als die bislang beste Story dieses Bandes herausgestellt hatte (was nicht bedeutete, dass sie übermäßig gut gewesen wäre), ist »Koloss auf Kufen« der einzige Comic, der speziell für dieses Lustige Taschenbuch und seine anderen europäischen Ableger geschrieben und nicht einem italienischen Magazin entnommen wurde. Der zwölf Seiten lange Dreireiher stammt von Peter Snejbjerg und wurde anschließend von Miguel Fernández Martínez zeichnerisch in Szene gesetzt. Der dänische Originaltitel lautete »Isens konge«, zu Deutsch »König des Eises«.

Worum geht es?

Daisy und Donald sind nach Gänsfurt gefahren, um dort ein Auswärtsspiel der Entenhausener Eishockeymannschaft anzusehen. Während Donald siegessicher ist, ist Daisy skeptisch, denn Gänsfurt hat einen neuen Starspieler: Harry Hammer, ein Riese von einem Erpel. Dieser legt gleich mächtig los und trifft. In einer Spielpause will sich Daisy ein Autogramm von ihm holen, und dabei werden ungewöhnliche Ereignisse in Gang gesetzt.

Spoiler

Skurrilerweise sehen alle Unterschriften des Sportlers zu hundert Prozent identisch aus. Als eine Reporterin den Hünen fragt, wo er eigentlich vor seiner Zeit in Gänsfurt gespielt hat, reagiert er ausweichend und flüchtet. Zu Beginn des nächsten Spielabschnitts wirkt er wackelig und muss vom Feld geführt werden. Donald läuft ihm hinterher und entdeckt in einem Raum im Backstagebereich der Arena, dass Hammer in Wirklichkeit ein Roboter ist, dessen Kopf von einem kleinen Erpel dargestellt wurde, der in ihm steckte. Der Enterich ist gleichzeitig offenbar der Techniker. Er nutzt den Roboter, um Donald zu schnappen. Daisy sucht nach ihrem Partner und stößt dabei mit dem Gänsfurter Trainer zusammen. Dabei vertauscht sie versehentlich ihr Handy mit dem des Trainers, der es die ganze Zeit über genutzt hatte, um den Roboter fernzusteuern. Anschließend versucht sie pausenlos Donald anzurufen, checkt nicht, dass sie gar nicht ihr Telefon in den Händen hat, und steuert dabei den Roboter, ohne es zu merken. Die Maschine düst in die Arena und sorgt dort für Chaos, wodurch herauskommt, dass alles ein großer Betrug war. Der gegnerische Trainer und der Techniker werden erst von den Fans und anderen Spielern bedroht, anschließend kommt die Polzei herbei, da die beiden offenbar verhaftet werden sollen.

Die Einschätzung

Leider muss man nach der Lektüre des letzten Comics dieses Bandes festhalten: Einen richtigen Höhepunkt in Comicform sucht man in diesem Buch vergebens. Im Gegenteil, mit »Koloss auf Kufen« wurde am Ende sogar noch ein ziemlicher Reinfall präsentiert. Vor allem ist dieser Comic eine vollkommene Demontage von Daisy Duck, die am Telefon als geradezu debil dargestellt wird. Wie genau soll man erklären können, dass sie die ganze Zeit nicht merkt, dass sie mit einem fremden Handy einen Roboter steuert, anstatt ein Telefonat zu führen? Und warum landet man ausgerechnet beim Wählen von Donalds Telefonnummer eigentlich in der Steuerungseinheit von des Harry-Hammer-Roboters? Wir absurd ist eigentlich die Grundidee des ferngesteuerten Spielers, von dem nicht mal die eigenen Mannschaftskameraden merken, dass er teilweise elektronisch ist? Die ganze Story ist von vorn bis hinten der schiere Nonsens. Hier wurde nicht nur die Chance vertan, dem bislang schon so durchwachsenen Lustigen Taschenbuch noch einen abschließenden kleinen Schwenk in die richtige Richtung zu geben, es wurde stattdessen der größte Unfug des ganzen Bandes abgeliefert. Zwei Mitarbeiter unserer Seite entschieden sich für die Note Vier, einer für eine Fünf, und zwei für eine Sechs, so dass wir hier bei der Note 5,0 landeten. Das nächste Lustige Taschenbuch wird »Gute Besserung!« heißen, und man kann nur hoffen, dass die Macher des Buchs dem Titel Folge leisten.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz