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  Die Entenanalyse: Koffer-Roulette
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Wenn man sich unsere Analysen zu den Comics des 511. Lustigen Taschenbuchs durchliest, das seit dem 11. September zu bekommen ist und »Gauner im Goldrausch« heißt, dann könnte man vermutlich leicht zu dem Schluss kommen, dass wir keine Disney-Comics mögen. Dabei tun wir das sehr wohl, doch der Band macht es uns alles andere als leicht, freundliche Worte zu formulieren. Die zuletzt von uns gelesene Story über ein »Fettnäpfchen-Frühwarnsystem« war die bisher schlechteste dieses Buchs, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Nun ging es mit Donald und Gustav weiter.

Koffer-Roulette

Es sah schon vorab nicht danach aus, als würde es aufwärts gehen: In der Disney-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. gehört »Koffer-Roulette« zu den am schlechtesten bewerteten Comics aller Zeiten und schneidet dort sogar noch schlechter als »Das Fettnäpfchen-Frühwarnsystem« ab. Der vierzehn Seiten lange Dreireiher wartete seit dreizehn Jahren auf eine Übersetzung, viel Vertrauen schien man also auch nicht in den Comic zu haben. Ursprünglich wurde er am 4. Oktober des Jahres 2005 im italienischen Magazin »Topolio« veröffentlicht und hieß damals »Paperino, Gastone & le due valigie«, was zu Deutsch »Donald, Gustav und die beiden Koffer« heißt. Die Story stammt von Rodolfo Cimino und wurde von Francesco Guerrini in Bilder gegossen.

Worum geht es?

Donald und Gustav setzen sich gemeinsam auf eine Bank, um ein Radrennen anzuschauen. Für den Wettbewerb wurde die serpentinenähnliche Straße extra gesperrt, und da die Fahrradfahrer viel später eintreffen als geplant, kocht die Wut in den Autofahrern, die auf die Freigabe der Straße warten müssen. Dies hat positive Konsequenzen für Gustav und negative für Donald.

Spoiler

Zunächst werden alle guten Radfahrer aus einer zu scharfen Kurve gewedelt, so dass der schlechteste Radfahrer - ein Mann namens Strule Stumpfhohl - gewinnt. Dann brausen die Autofahrer durch die gleichen viel zu scharfen Kurven, und eines von ihnen verliert einen verrotteten alten Koffer. Gustav schnappt ihn sich und läuft den Berg schnurstracks hinab, um den Autofahrer abzupassen, der die Serpentinen entlangfahren muss und somit länger braucht, ehe er an der gleichen Stelle ist. Für seinen Einsatz erhält Gustav hundert Taler Finderlohn. Als Donald hört, dass in Kürze ein Tretrollerrennen an der gleichen Stelle veranstaltet werden wird, fasst er einen Plan: Dieses Mal möchte er selbst einen Koffer erhaschen und Finderlohn kassieren. Dazu baut er sich in der gleichen Kurve auf und hat dieses Mal eine Art Holzangel dabei. Wieder verliert ein Auto einen Koffer, woraufhin Donald erst Gustav mit seiner Angel zu Fall bringt, damit sich dieser den Koffer nicht schnappen kann. Dann packt er selbst den Koffer. Im gleichen Moment ist die Polizei zur Stelle und nimmt ihn fest. Im Koffer befindet sich die Beute eines Bankraubs, und die Polizisten halten Donald für einen Komplizen der Räuber. Nachdem Gustav angedroht wird, auch im Gefängnis zu landen, sofern er für Donald aussagen sollte, verweigert er die jeden Kommentar, und so wird Donald wutschnaubend abtransportiert.

Die Einschätzung

Eine gute Sache hat »Koffer-Roulette« im Vergleich zum Comic über das »Fettnäpfchen-Frühwarnsystem«: Mit seinen nur vierzehn Seiten ist er viel schneller vorüber. Und das ist auch wirklich gut so, denn auch dieser Comic reiht sich ein in die Stafette an mäßigen Geschichte, die der Leserschaft im 511. Lustigen Taschenbuch vorgesetzt werden. Sieht man mal davon ab, dass die Idee mit dem gezielten Schnappen von Koffern vollkommen an den Haaren herbeigezogen ist, ärgert man sich hier erst über das boshafte Verhalten Donalds, das nun wirklich nicht zu seinem sonstigen Charakter passt, vor allem dann aber über die Vorgehensweise der Polizei. Denn welchen Regeln soll es entsprechen, dass die Polizei zum einen vollkommen willkürlich jemanden festnimmt, der ein Beutestück berührt, ohne dass es irgendien Indiz gibt, dass dieser an der Tat beteiligt ist, und wieso um alles in der Welt erpressen (!) die Schutzmänner dann auch noch Gustav, dass er gefälligst jede Zeugenaussage unterlassen sollte!? Sorry, aber das ist weder sinnreich noch witzig. Und der krampfhaft hinterhergeschickte Schlussgag ist es auch nicht. Daher: Zum Glück ist man nach wenigen Minuten durch diesen Unfug hindurch. Am Ende bewerteten unsere Mitarbeiter den Comic genauso wie den vorausgegangenen: Eine von uns gab ihm die Note Vier, der Rest entschied sich für eine Fünf, so dass auch hier wieder der Durchschnittswert 4,8 herauskam. Womit dieses Lustige Taschenbuch langsam aber sicher zu einem einzigen Debakel verkommt.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz