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  Die Entenanalyse: Klebrige Kostbarkeit
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Nach wie vor lassen wir das aktuelle Lustige Taschenbuch, das die laufende Nummer 538 trägt und mit »Der Fluch der Hexe« benannt wurde, von fünf Mitarbeitern unserer Webseite lesen, die dafür eigentlich ein Stückchen zu alt sind. Für den letzten Comic des seit dem 13. Oktober erhältlichen Buchs, den wir gelesen hatten - eine Pluto-Story namens »Polizeihund für einen Tag« - waren sie sogar deutlich zu alt, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Nun ging es mit Onkel Dagobert weiter.

Klebrige Kostbarkeit

Normalerweise werden für das Lustige Taschenbuch wild Geschichten aus verschiedenen Jahrgängen des italienischen Magazins »Topolino« zusammengetragen. Diese hier war jedoch bereits die vierte, die aus einem ganz engen Zeitfenster zu Beginn des laufenden Jahres stammt. Mehr noch: Sie wurde in der »Topolino«-Ausgabe vom 12. Februar sogar unmittelbar hinter der gleichen Pluto-Story abgedruckt, die ihr auch hier im Lustigen Taschenbuch vorangestellt wurde. Der 24 Seiten lange Dreireiher stammt von Bruno Sarda, wurde von Marco Palazzi zeichnerisch umgesetzt und hieß ursprünglich »Zio Paperone e il miele acrobatico«, was zu Deutsch »Onkel Dagobert und der akrobatische Honig« bedeutet.

Worum geht es?

Dagobert Duck durchstöbert seine private Bibliothek und stößt in einem der alten Folianten auf eine Karte, die ihn zum rosa Salz des Himalaya führen könnte. Er wittert eine Geschäftsidee und beschließt deshalb, an den Gipfel der Welt zu reisen. Nachdem Donald als Reisebegleitung verhindert ist, da er mit den Kindern zum Campen gereist ist, nimmt Dagobert kurzerhand Dussel Duck mit, der sich als Mitfahrer anbiedert. Bei der Gelegenheit erwähnt Dussel, das er derzeit daran arbeitet, Seiltanz bis zur Perfektion zu erlernen, da er an sich selbst (vermeintlich) ein Talent dafür entdeckt hat.

Spoiler

Durch Dussels Tollpatschigkeit geht auf der Expedition jede Menge zu Bruch. Die Lebensmittelvorräte rutschen von seinem Yak, da er sie mit einem vermeintlichen Seemannsknoten festgezurrt hat, obwohl er dies augenscheinlich gar nicht kann. Einen wichtigen Abschnitt der Schatzkarte fetzt er einfach ab, um ein Loch im Zelt zu stopfen. Schlussendlich löst er durch einen Schrei auch noch eine Lawine aus. Diese erweist sich als Glück im Unglück, denn sie legt eine potenzielle Salzmine frei. Diese wurde jedoch bereits vollkommen ausgebeutet. Man kehrt um und tritt unverrichteter Dinge den Heimweg an, doch als ein Sturm aufzieht, suchen die Ducks Unterschlumpf in einer Höhle. An deren hinteren Ende befindet sich ein verborgenes Tal, das von seinen Bewohnern als das »Honigtal« bezeichnet wird. Dort findet gerade ein Fest statt, bei dem an einer riesigen Steilwand hängende Bienenstöcke ausgeleert werden. Einer der waghalsigen Erpel, die zu den Nestern der kleinen schwarz-gelben Heilsbringer hinaufgestiegen sind, verliert seinen Halt und kann sich in allerletzter Sekunde an der Wand festhalten. Mittel eines Lassos und Dussels halbgarer Seiltanzkünste gelingt es den Ducks, den Mann zu retten. Er und Dussel fallen in einen riesigen Honigbottich. Zum Zeichen der Dankbarkeit wird Dussel eine große Amphore mit Honig aus dem Tal überreicht. Dussel verspricht Dagobert die Hälfte davon. Der wittert sogleich ein gutes Geschäft, während ihm die Bewohner des Tals zuvor noch verweigert hatten, ihn mit Honig zu beliefern. Noch während sich Dagobert ausrechnet, wie viele Millionen ihm von Superreichen für ein Löffelchen des Honigs gezahlt werden könnte, lässt Dussel die Amphore versehentlich in einen Fluss fallen. Damit hat sich die Reise endgültig als großer Flop herausgestellt.

Die Einschätzung

Was man vorab sagen sollte: Bis zu einem gewissen Grad hassen wir Dussel-Duck-Comics. Dass dies nicht von ungefähr kommt, untermauerte die »Klebrige Kostbarkeit« meisterlich, denn sie lieferte mustergültig Beispiele für all das ab, was wir an Comics mit seiner Beteiligung einfach nicht mögen. Die permanenten grundlosen Missgeschicke mögen zwar unterhaltsam sein, wenn man sie ein paarmal erlebt, aber im Lustigen Taschenbuch bekommt man im Abstand von vier Wochen immer wieder neue Dussel-Duck-Storys serviert, durch andere Disney-Publikationen in der Zwischenzeit noch die ein oder andere mehr ... und jedes Mal wird es mit seiner Hirnrissigkeit übertrieben. Irgendwann verliert jede Slapstick ihren Reiz, egal, ob man von Mal zu Mal ein wenig nuanciert. Dabei hatte dieser Comic durchaus gute Ideen. Allein dass hier die Honiggewinnung in der Weise aufgegriffen wird, in der sie das deutsche Fernsehpublikum dank Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf schon etwas länger kennen dürfte, ist wirklich mal etwas anderes. Hieraus und auch durch die Szenerie des abgeschiedenen Tals hätte man eine gute Dagobert-Duck-Abenteuerstory entwickeln können, erschaffen wurde schlussendlich nur eine Stafette an nicht zündenden Missgeschicks-Witzchen. Zu dürftig, darüber können auch nicht die feinen Zeichnungen hinwegtäuschen. Jeweils zwei unserer Mitarbeiter entschieden sich für die Noten Vier und Fünf, einer vergab eine Sechs, so dass summa summarum der Durchschnittswert 4,8 und damit die bis hierhin mieseste Note für einen Comic aus dem 538. Lustigen Taschenbuch zu Buche stand.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz